Baum-Skispringen – Ein neuer, alter Trend

Verfasst am 28.01.2016 | Abgelegt unter Humor / Quiz / Umfragen, Outdoor / Sport / Freizeit, Typisch Norwegisch, Wohnen in Norwegen - Blog

Man sollte meinen, die Idee in einen Baum zu springen sei recht neu und im Kopf überarbeiteter Stadtmenschen entstanden. Doch weit gefehlt. Die Geschichte reicht bis in die Zeit Sondre Norheims, dem Vater des modernen Skilaufs, zurück. Damals, zwischen 1830 und 1860, wurden in seinem Heimatort Morgedal (Telemark) drei Arten des Skilaufens entwickelt.
Zunächst war da der Slalåm (Slalom). Man fuhr einen Hang, im lokalen Dialekt låm genannt, hinunter und um ein paar Hindernisse drumherum. Gedacht war dies vor allem für Frauen und Kinder.
Beim Ufsilåm ging es einen Hang hinab, der ein Hindernis aufwies, dass es zu überwinden galt. Dies konnte aus einem Zaun, einem Dach oder einer Felskante bestehen und bis zu 10 Meter hoch sein. Später wurde hieraus das Skispringen entwickelt.
Beim Uvyrdslåm nun, dem Vorläufer des Baum-Skispringens, gab es viele solche Hindernisse. Und oftmals versperrten eben auch Bäume den Weg. Stand ein solcher unterhalb einer Kante, galt es durch die Y-förmige Baumkrone zu springen. Nicht selten landete der Sportler, beabsichtigt oder auch nicht, direkt im Gehölz.

Zum modernen Baum-Skispringen (skitrehopping), für das es 2007 sogar eine inoffizielle WM gab, braucht man neben einer Portion Mut und Irrsinn ein paar alte Ski, einen Hang mit einer Schanze und einem dahinter stehenden, möglichst flexiblem Baum. Am besten sind biegsame Gebirgsbirken, die durch meterhohe Schneemassen reichlich leidgeprüft sind.
Nicht fehlen darf auch der Körperschutz. Dieser sollte nicht nur mittels eines Helmes das Hirn vor weiterem Schaden bewahren, sondern auch die Weichteile zwischen den Beinen, denn diese werden wohl mit als aller erstes den Aufprall an der Birke spüren …

Ziel ist es nun, möglichst hoch und möglichst stehend und nicht im Klammeraffenstil hängend im Baum zu landen. Ein Anreiz ist, dass je höher man aufkommt, desto weicher das Gehölz ist. Gut geeignet sind Stämme, die sich rund 6 – 10 Meter gen Himmel recken. In diesen schlägt dann der Sportler 5 – 6 Meter über dem Erdboden ein.

Tja, und so muss man sich das ganze dann vorstellen, wobei dieser Sportler sicher noch nicht WM-tauglich ist und nicht alles richtig macht. Jedenfalls ist der Baum zu klein und er landet nicht Stehend in selbigem… Wer bei facebook angemeldet ist, findet hier noch ein deutlich besseres Video. Auf dieser Seite sind ein paar Bilder der WM zu finden.

 

Quelle

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