Camping in Norwegen – Hilfreiche Tipps für Einsteiger

Verfasst am 01.10.2014 | Abgelegt unter Zusatzrubrik Reisen

Dass Norwegen ein atemberaubendes Land und ein ausgezeichnetes Reiseziel ist, muss ich euch sicherlich nicht mehr näher erläutern. Wer einmal dort war, wird sicherlich wiederkommen. Speziell beim Camping solltet ihr einige Aspekte beachten, um einen unbeschwerten Aufenthalt genießen zu können. Ich habe euch hier ein paar hilfreiche Tipps zusammengetragen, die euch eine unvergessliche Reise bescheren sollen. Sie dienen insbesondere Neulingen auf diesem Gebiet. norway-209122_640

Reisemobil mieten

Wer noch nie als Camper unterwegs war und demnach noch keine Erfahrungen sammeln konnte, sollte das Mieten eines Urlaubsgefährtes in Erwägung ziehen. Besonders wenn ihr auf Komfort nicht verzichten wollt. Denn in einem Zelt lebt es sich weniger bequem als in einem gut ausgestatteten Wohnmobil. Bevor ihr aber in ein eigenes Fahrzeug investiert, solltet ihr das Campen zuvor mindestens einmal ausprobiert haben. Denn leider gab es schon viele euphorische Touristen, die viel Geld für eigene Wohnmobile oder Wohnwagen ausgegeben haben und anschließend mehr als enttäuscht wurden. Schließlich ist campen nicht jedermanns Sache. Jedoch weiß man das erst, wenn man es getestet hat. mobile-home-417578_640

Meine persönliche Empfehlung an euch lautet daher: Mietet euch ein Wohnmobil und reist damit nach Norwegen, erkundet die Umgebung und lasst euch vom Camping inspirieren. Das kostet deutlich weniger als der Fahrzeugkauf und ist eine attraktive Alternative, um Einsicht in das Camper-Dasein zu erhalten. Plant mindestens einen Aufenthalt von einer Woche. Diese Zeitspanne braucht ihr um euch an das Gefährt zu gewöhnen und die Vor- und Nachteile des Campens zu erkennen. Neben lokalen Fahrzeugvermietungen stehen euch diverse Onlineplattformen wie beispielsweise Campanda zum Wohnmobil mieten zur Verfügung. Dort könnt ihr unverbindlich Angebote anfordern und in Ruhe die beste Lösung heraussuchen. Die Onlinesuche hat den Vorteil, dass ihr auf ein umfangreiches Repertoire an Fahrzeugen von verschiedenen Anbietern zurückgreifen könnt, anstatt wie bei regionalen Händlern nur auf einen Fuhrpark.

Anreise nach Norwegen

Es gibt zwar viele Möglichkeiten um nach Norwegen einzureisen, für Camper sind Fähren aber sicherlich am besten geeignet. Der Großteil der Fähren legt in dänischen Häfen ab. Besonders bekannt ist Hirtshals. Wer die Hauptstadt Oslo anstrebt und Mittel- sowie Ostnorwegen als Ziel hat, ist mit der Verbindung Hirtshals/Langesund der Fjord Line gut beraten. Westnorwegen lässt sich am schnellstem durch Fähr-Verbindungen nach Bergen oder Stavanger erreichen. Möchtet ihr jedoch Südnorwegen entdecken, sind Verbindungen nach Kristiansand ratsam. Mit der Express-Variante von Fjord Line seid ihr in etwas mehr als zwei Stunden am Zielort. norway-243600_640

Rabatte und Vergünstigungen mit der Campingkarte

Ihr wollt die Urlaubskasse schonen? Dann solltet ihr die praktischen Campingkarten nutzen. Skandinavische Campingverbände und Automobilclubs wie der ADAC haben gemeinsam die sogenannte Camping Key Europe erarbeitet. Mit Hilfe dieser Karte könnt ihr von zahlreiche Vergünstigungen und Rabatten auf Campingplätzen in Norwegen profitieren. Aber auch auf vielen anderen Plätzen in Europa lässt sich damit Geld sparen. Insgesamt zählen rund 2.200 Campinglätze in Europa, Marokko und der Türkei zur Auswahl Die Karte ist für ein Kalenderjahr gültig und kostet zwölf Euro. Weitere Vorteile im Überblick: – Haftpflicht- und Unfallversicherung für Inhaber + Familienmitglieder beim Aufenthalt auf Campingplätzen – Rabatte für Sehenswürdigkeiten – Rabatte bei Fährtickets – Auf Campingplätzen schnelleres Ein- und Auschecken Weitere Informationen zur Camping Key Europa hat der ADAC zusammengefasst.

Wesentliche Regeln und Gesetze

Entscheidet ihr euch für eine Norwegenreise, solltet ihr die wichtigsten Gesetze und Regeln kennen, die mit Camping in Verbindung stehen. Das wichtigste darunter ist das sorgenannte „Jedermannsrecht“, das seit 1957 Bestandteil des norwegischen Gesetzes ist und neben anderen Details das wilde Campen regelt. Dieses Gesetz verleiht Campern ein Höchstmaß an Flexibilität. Denn es besagt, dass sowohl Einheimischen als auch Touristen das Zelten/Campen abseits von offiziellen Campingplätzen erlaubt ist. Demnach darf überall unter freiem Himmel übernachtet werden camp-78410_640

Einzige Bedingung: Zur nächsten Hütte beziehungsweise zum nächsten Haus muss ein Mindestabstand von 150 Metern eingehalten werden. Auf bewirtschafteten Flächen und Parkplätzen ist das Nächtigen selbstverständlich untersagt. Wer länger als zwei Tage bleiben möchte, muss grundsätzlich eine Erlaubnis haben. Anders verhält es sich an sehr abgelegenen Stellen und in den Bergen. Dann ist keinerlei Erlaubnis nötig. Weitere Informationen zum Jedermannsrecht findet ihr unter norwegen.no. Dort wird auch auf eine grundlegende Regel in diesem Zusammenhang hingewiesen, die jeder Norwegen-Tourist respektieren sollte: „Sie müssen sich überall vorsichtig fortbewegen, so dass weder die Natur noch das Eigentum Schaden nehmen. Nehmen Sie Rücksicht auf Tiere und Personen, die sich in dem Gebiet befinden.“

Saison und Regionen

Die ideale Campingsaison liegt in Norwegen zwischen Mitte Mai und Mitte September. Dann sind die klimatischen Bedingungen für den Aufenthalt im Freien optimal. Im Süden und Westen des Landes dauert die Saison aufgrund der geographischen Lage länger. Bereits im April und vielerorts bis Oktober sind dort einige Campingplätze geöffnet. Möchtet ihr hinsichtlich der Tages- und Nachttemperaturen auf starke Schwankungen verzichten, solltet ihr euch auf Küsten- und Fjordnähe konzentrieren. Alles was über 500 Meter liegt, wird für Camping-Anfänger ungemütlich. Zum Einsteigen ist Südnorwegen aufgrund der kürzeren Anreise vorteilhaft. Quelle Bilder: „Jacq“-„Die_Iry“-„JTD444“-„Lekies“ / www.pixabay.com

Norwegeninfos:

Norwegen auf Amazon – Bücher, Bekleidung, Fahnen, Aufkleber.

Aktuelle Norwegen-Impressionen

Bilder meiner Reise nach Oslo im Mai 2018, anlässlich des norwegischen Nationalfeiertags. Die Reise fand in Zusammenarbeit mit dem Nordis-Magazin statt.

Buchtipps – Veröffentlichungen des Norwegen-Service

Martin Schmidt

Individualreiseführer:
Reisehandbuch NorwegenReisehandbuch Südnorwegen
City Trip Oslo, Bergen, Erfurt / Weimar

Bildband:
Thomas Härtrich & Martin Schmidt: Sehnsucht Norwegen

Sprachbücher:
Einstieg Norwegisch (Hueber Verlag)
Power Sprachtraining (Pons)
Oh, dieses Norwegisch (Conrad Stein Verlag)

Kleine Länderkunde

– 323.802 km² ist Norwegen groß, und damit etwas kleiner als Deutschland. Rechnet man jedoch den von Norwegen verwalteten arktischen Archipel Spitzbergen mit hinzu, sind es 384.824 km².

– Im Gegensatz zu Mitteleuropa ist Norwegen äußerst dünn besiedelt. Gerade einmal 5,2 Millionen Menschen sind im Lande der Wikinger und Elche zu Hause, 660.000 von ihnen wohnen in Oslo, 279.000 in der zweitgrößten Stadt Bergen.

– Norwegen streckt sich reichlich in die Länge. Ganze 1.572 km sind es vom Südzipfel, dem Kap Lindesnes, bis zum Nordkap. An seiner schmalsten Stelle misst das Land gerade einmal 6330 Meter.

– Die Landessprache ist Norwegisch, allerdings in zwei schriftlichen Varianten: bokmål und nynorsk. Dies macht sich auch beim Ländernamen bemerkbar. Heißt Norwegen auf bokmål „Norge“, so trägt das Königreich auf nynorsk die Bezeichnung „Noreg“.
Zweite Landessprache ist Samisch, wenngleich diese nicht alle erlernen müssen.

Bezahlt wird mit der norwegischen Krone.

Homepage-Tipps

– Auf dieser Seite kannst du im Norwegen-Shop Produkte aus und zum Thema Norwegen erwerben.

Norsk ! – So heißt meine Zeitschrift für alle, die Norwegisch lernen.

Fun Facts

-> Der Lærdalstunnel ist mit 24,5 km der längste Straßentunnel der Welt. Er führt von Lærdal nach Aurland in Westnorwegen und besitzt drei große, beleuchtete Felshöhlen, in denen man auch anhalten kann.

-> Der Fjærlandstunnel ist der einzige Tunnel der Welt, der unter einem Gletscher entlang führt.

-> Der Eiksundtunnel führt 287 m unter dem Meer entlang und ist somit der tiefste Untersee-Straßentunnel der Welt. Zumindest noch. Tiefere Unterseetunnel sind in Norwegen bereits im Bau.

Vermischtes

Web-Cams aus Norwegen:

Kleine Web-Cam-Sammlung Norwegen

Große Web-Cam-Sammlung Norwegen.

An- und Weiterreise Norwegen

– Ausweis reicht
– Kinder: eigener Kinderreisepass
– Zollvorschriften beachten (speziell für Alkohol und Tabak)
– Einreise mit Tieren -> Link
– Währung: Norwegische Krone (Kurs ca. 1:9,5)
– Geld: Abheben an Geldautomaten vor Ort möglich
– Ca. 50 Euro schon vorab auf der Bank tauschen
– Tipp: Infoseite der Kgl. Norwegischen Botschaft

Anreise
-> Auto:
Über Dänemark (Fähren ab Hirtshals)
Über Schweden (Fähren ab Kiel, Puttgarten, Travemünde, Rostock)
Ab Deutschland (Fähre Kiel-Oslo)

-> Billigflieger:
Norwegian: ab Berlin, Hamburg, Köln, München, Wien nach Oslo. Ab Berlin auch nach Stavanger, Bergen und Trondheim.

Reisen in Norwegen

-> Geschwindigkeitsbegrenzung:
Innerorts: 50 km/h, Landstr.: 80 km/h, Autobahn: 100 km/h

-> Reisegeschwindigkeit:
Durchschnittl. 60-70 km/h, Tagespensum: max. 200 – 300 km

-> Maut:
Kosten pro Urlaub ca. 30-60 Euro/Auto. An den Mautstationen einfach durchfahren.
Zahlung: Rechnung wird zugesandt. (Außer Atlantiktunnel)

-> Fähren:
An Hauptstr.: mehrmals pro Stunde. An kleinen Nebenstr.: 1-5 x / Tag.
Kosten pro Urlaub: 20-120 Euro (je nach Region)

-> Typisch Norwegen:
22.700 Brücken, 952 Straßentunnel, 32 Unterseetunnel und tausende Kreisverkehre…