Cidre in Norwegen selbst herstellen

Verfasst am 23.01.2015 | Abgelegt unter Gesellschaft / Leben in Norwegen, Rezepte / Spezialitäten

Alkoholhaltige Getränke sind teuer in Norwegen – sehr teuer! Wer trotzdem nicht auf einen guten, zivilisierten Schluck verzichten möchte, kann selbst tätig werden, und dass sogar völlig legal!
Grundsätzlich ist es in Norwegen verboten (!) zu „brennen“, also „brennevin“ (Schnaps) herzustellen. Dass heißt, der Alkoholgehalt darf NICHT erhöht werden. Bleibt dieser gleich oder verringert er sich, entsteht also durch Abbauprozesse, wie es beim „Brauen“, also der alkoholischen Gärung durch Hefe, der Fall ist, ist es erlaubt.

Ganz konkret darf also in Eigenregie kein Schnaps hergestellt werden, Wein, Bier und Cidre aber schon.

Cidre hat zudem den Vorteil, dass er sehr preiswert und einfach hergestellt werden, schmeckt lecker und ist völlig legal! (Obacht: Mit dem Produkt darf nicht gehandelt werden! Auch darf man es nur in den eigenen vier Wänden genießen.)

 .

Rezept für Cidre nach Bretonischem Vorbild

(vielen Dank an Roland aus Bergen!)

25 Liter 


16 Liter Apfelsaft (die aus dem Discounter – preiswert und mit extra Zucker; 1,5 Liter sind teilweise ab 10 NOK (1,20 Euro) zu haben)
6-7 Kilo Zucker
500 gr Honig
Wasser
Hefe „Turbogjaer“
2x Plastikkannen (25 Liter) (Bild)
Verschluss mit Gärglas (Bild, gibt es bei Europris)
1,5 Meter Aquariumschlauch
etwas Salz
etwas Zitronensaft
evtl. Kieselsol und Gelatine (gibt es bei Europris)

Wies geht:
Erst wird alles mit kochendem Wasser (Vorsicht beim Gärglas) übergossen und ausgespült. Das tötet Fremdhefen und Bakterien ab.

Dann Apfelsaft in den Kanister geben.
Zucker in etwas Wasser auflösen (muss nur matschig werden) und in den Kanister geben.
Honig erwärmen (nicht kochen) und dazu geben.
Dann Hefe mit lauwarmen (!) Wasser vermischen (ca. eine Tasse ) und dazugeben. Gut durchschütteln

Wasser darauf geben, bis noch ca 3 Liter fehlen (die brauchen wir später noch).

Gärglas aufsetzen und kühl (! ca. 20 Grad) stellen.
Wenn es zu warm ist, „kocht“ es über, wenn es zu kalt ist geht der Gärprozess sehr langsam.

Nach ca 2-4 Tagen ist der initiale Gärvorgang abgeschlossen und die Hefe hat alles „aufgefuttert“. Jetzt wird täglich „gefüttert“, d.h. immer 500g Zucker/Tag zugeben und abwarten. Wenn die Brühe nicht mehr „kocht“, wenn man Zucker dazugibt, ist die Flüssigkeit gesättigt und verträgt keinen Zucker mehr. 

Nun eine Woche stehen lassen (zwischen drin nochmal das mit dem Zucker austesten) 

Wenn die Brühe sichtbar dunkler wird, wird sie klarer. Dann kann man mit Kieselsol und Gelatine klären, man muss aber nicht, schmeckt auch so, ist dann jedoch naturtrüb.

Wenn sich am Boden eine Hefeschicht absetzt, sollte man das ganze in den zweiten Kanister mit dem Schlauch „abziehen“.  (geht wie beim Benzin klauen). Aufpassen, dass man nicht den Bodensatz mit ansaugt. Es gibt auch professionelle Abzugsgarnituren (mit Abstandshalter/Endkappe) 

Nach einer weiteren Woche, der Cidre ist nun fast klar, kann man Apfelsaft und Zitronensaft zugeben, so lange, bis man den gewünschten Geschmack erhält. 

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