Die skandinavische Arbeitswoche

Verfasst am 28.03.2018 | Abgelegt unter Zusatzrubrik Reisen

In Deutschland sind die meisten vermutlich gewohnt, acht Stunden am Tag zu arbeiten. Ob von acht bis sechzehn Uhr oder neun bis siebzehn, acht Stunden sind die Regel. Natürlich gibt es dabei auch Ausnahmen. Wirft man jedoch einmal einen Blick auf das skandinavische Land Schweden, dann sieht man dort ein anderes Modell. Die Arbeitstage der Schweden sind nämlich nur sechs Stunden lang. Ein Toyota-Autohaus machte es vor. Da die Fluktuation und der Krankheitsstand hoch waren, musste das Management umdenken. Die Lösung war ein Modell, das beinhaltet, dass die Mitarbeiter lediglich sechs Stunden anstatt acht Stunden arbeiten und das zum gleichen Lohn. Das Ergebnis war verblüffend positiv. Die Mitarbeitermotivation und die Effizienz wurden gesteigert, sodass die Mitarbeiter in den sechs Stunden, genauso viel Arbeit schafften, wie in den acht Stunden. Ein schwedisches Krankenhaus probierte dieses Modell ebenfalls aus und auch hier war der Erfolg groß. Eine Studie untersuchte den Sechsstundentag und kam zu dem Entschluss, dass weniger Fehler auf der Arbeit passieren würden, da mehr Personal zur Verfügung stünde und die Mitarbeiter sich besser konzentrieren könnten. Kein Wunder also, dass nun über den Sechsstundentag debattiert und diskutiert wird.

Vor allem im Sozial- und Gesundheitssektor scheint der Sechsstundentag Thema zu sein. In diesem Sektor ist die Zahl an Krankschreibungen besonders hoch und Mitarbeiter wechseln häufiger die Arbeitsstelle. Durch den Sechsstundentag konnte in einem Altersheim in Göteborg der Krankenstand um ein Fünftel gesenkt werden.

Ein anderer positiver Nebeneffekt ist, dass mehr Jobs entstehen, da jeder weniger Stunden arbeitet. Dies kostet vielleicht am Anfang mehr, allerdings wird so auch die Zahl der Arbeitslosen gesenkt, was die Wirtschaft ankurbelt und die Kaufkraft steigert. Somit übersteigt der Nutzen die Kosten langfristig.

Zudem sind die Arbeitnehmer weniger gestresst, bleiben somit länger fit und schließlich wird dann das Renteneintrittsalter nach hinten verschoben, was wieder Kosten einspart.

Doch wie sieht es in anderen Ländern aus?

Von Norwegen hört man immer wieder, dass die Zustände traumhaft für Arbeitnehmer sind. Auch hier hat ein Unternehmen bereits im Jahr 2007 den Sechsstundentag ausprobiert und mit Erfolg beibehalten, da auch hier die Ergebnisse äußerst positiv waren. Auch wenn es lange noch nicht alle Unternehmen sind, so sind es immer mehr und mehr, die sich für den Sechsstundentag entscheiden. Nicht nur, weil die Mitarbeiter zufriedener sind, sondern auch weil langfristig Kosten eingespart werden können. Da die Mitarbeiter nachweislich länger fit sind und dadurch zudem das Renteneintrittsalter nach hinten verschoben werden kann.

Und was macht man mit der gewonnenen Zeit?

Man hat mehr Zeit für die Familie, kann sich Dingen widmen, die normalerweise Luxus sind, wie beispielsweise ein Buch lesen, einen Film schauen oder online Spiele spielen. Wie schön wäre es, wenn man für solche Dinge mehr Zeit hätte.

Die skandinavischen Länder scheinen die Vorreiter der verkürzten Arbeitszeiten zu sein. Dies ist nicht nur vorteilhaft für die Arbeitnehmer, sondern auch für die Arbeitgeber, da ihre Mitarbeiter kreativer und produktiver sind. Neben verkürzten Arbeitszeiten, haben die Skandinavier auch das Modell des Vaterschaftsurlaubs verstanden und erfolgreich implementiert. Daher sollte das ein oder andere Land zwischendurch mal einen Blick auf Schweden und Norwegen werfen, denn sie können viel von diesen Ländern lernen.

(Dieser Beitrag enthält Werbung. Glücksspiel kann süchtig machen.)

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