Engeløya – Eine paradiesische Insel

Verfasst am 19.06.2015 | Abgelegt unter Entdeckungen-am-Wegesrand, Nord-Norwegen & Nordlicht

Bei manchen Gegenden fragt man sich ernsthaft, warum diese nicht bekannter sind. Dazu zählt gewiss auch die 69 km² große Insel Engeløya. Der Name, den man mit „Engelsinsel“ übersetzen kann, im herkömmlichen Sinn aber „gebogene Insel“ bedeutet, ist durchaus Programm. Den Besucher erwartet hier eine geradezu himmlische Landschaft – eine perfekte Mischung aus Sandstränden, grünen Wiesen, dem Azurblau des Meeres und schroffen Bergen. Auf diese verweist nun wieder der Name der umliegenden Kommune, Steigen, der mit „empor steigen“ übersetzt werden kann.

Die Insel ist äußerst geschichtsträchtig. Schon zur Eisenzeit war Engeløya ein Machtzentrum, wovon die in den 1940er Jahren ausgegrabene Hofanlage Vollmotunet zeugt. Kurze Zeit später entwickelte sich in der Nähe während Wikingerzeit der Häuptlingssitz des Gebietes Hålogaland. An diesen erinnert der größte Grabhügel Nord-Norwegens, der noch immer ungeöffnete Sigarshaugen (3 m hoch, 35 m Durchmesser). Er stammt aus dem 7./8. Jahrhundert und liegt neben der Steigen Kirche. Deren ältester Bauteil, der Chor, geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Unweit des Gotteshauses kam in Zeit vom Mittelalter bis zum Jahr 1797 das Steigartinget zusammen, das über die Region Gericht hielt.  Eine tragische Liebesgeschichte aus der Zeit greift das alljährlich stattfindende Sagaspiel auf.
Ein Wanderweg führt zu allen Sehenswürdigkeiten, zu denen auch der höchste Bautastein (Gedenkstein) der Region und die Festungsanlage Batterie Dietl aus dem II. Weltkrieg gehören.

Besuchenswert ist zudem der Prestegårdshagen, der Garten des Pfarrhauses in Laksestad. Angelegt wurde dieser Ende des 19. Jahrhunderts vom Gemeindepfarrer Johan Carl Richard Wisløff, dem Vorreiter des Gartenbaus im Norden. Die vom Nordwind abgeschirmte Lage ermöglicht das Gedeihen von Kastanien, Linden, Eichen und Blutbuchen. Auch beheimatet der Wald nebenan das nördlichste Vorkommen von Haselnussbäumen.

Eine bekannte Pflanzen der Region ist die einst aus dem Kaukasus stammende Steigenlilie. Sie gedeiht besonders prächtig im Garten des Freilichtmuseums Steigen Bygdetun.

Bei einem Besuch der Insel darf natürlich auch nicht die Natur zu kurz kommen. Highlights sind u.a. der Sandstrand Bønessanden im Norden und die Wattlandschaft entlang der landfesten Insel Hagbartholmen.

Übrigens, über der Insel wacht der Geist Napoleons. Wer dies nicht glaubt, sollte einmal die Bergkanten des Engelsøyfjells näher betrachten, bzw. dieses Beweisbild des „napoleonsprofilen“ ansehen. Gedreht sieht das dann so aus. Ich finde, das überzeugt!

Weitere tolle Bilder der Insel sind auf dieser Seite zu finden und unter diesem Link.

Engeløya in das Zentrum der Kommune Steigen und ist gegenüber der Inselgruppe der Lofoten, im Norden des Landes zu finden. Erreichbar ist das Eiland ab der E6 über die Rv 835 (Lage).

Blick von der Brücke über Engeløya:

 

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Norwegische Impressionen

(c) Reinhard Pantke

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Wusstest du schon, dass
… der Hornindsvatn mit 514 m der tiefste See Europas ist?

Zitat:
„Was für ein Land, meine Heimat! Schneebedeckte Berge und der Geruch nach Heide und Moor. Eine frische Brise, die über kristallklares Wasser heranweht, von Fjorden, die sich in die verstecktesten Winkel schlängeln. Wo im Sommer die Sonne nie verschwindet, gerade nur den Horizont berührt, bevor sie wieder aufsteigt und ihre Bahn über den Himmel zieht.“ (Liv Ullmann, *1938, aus: Wandlungen)

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