Fridtjof Nansen – Forscher und Erfinder

Verfasst am 20.04.2018 | Abgelegt unter Berühmte Norweger, Made in Norway, Politik / Wirtschaft / Wissenschaft, Typisch Norwegisch

Fridtjof Nansen (1862-1930) war Entdecker und Abenteurer, aber auch Zoologe (Doktorarbeit über das Zentralnervensystem wirbelloser Meerestiere), Polarforscher (Ozeanographie), Diplomat (1906-1908) und Menschenrechtler. Auf ihn geht in seiner Funktion als Hochkommissar für Flüchtlingsfragen der Nansen Pass für staatenlose Flüchtlinge zurück, für den er 1922 den Friedensnobelpreis erhielt. Ganze Landstriche in der Arktis und der Antarktis sind nach ihm benannt, ebenso ein Mondkrater. Er erhielt zahllose Auszeichnungen und Ehrungen und war Mitglied der in Halle ansässigen Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Auch Google feierte schon das Multitalent.

Nansen durchquerte als erster Mensch das grönländische Inlandeis (1893-1896) und stellte am 8. April 1895 einen neuen Rekord für den nördlichsten, jemals erreichten Punkt auf (86° 13,6′ N). Er lieferte wichtige Forschungserkenntnisse auf dem Gebiet der Ozeanographie, unter anderem zur Eisdrift.
Nansen wies nach, dass Grönland komplett mit Eis und Schnee bedeckt ist und lieferte neue Erkenntnisse zur Bewegung der Gletscher. Auch half er dabei, die Wetterentstehung in Europa besser zu verstehen.

Weniger bekannt ist nun, dass Nansen auch Tüftler und Erfinder war. Allein für seine Arktisexpeditionen hatte er zahllose innovative Ideen zur Verbesserung der Ernährung, des Transports, der Forschung und der Wärmeisolierung. So entwickelte er zusammen mit einer Osloer Firma den ersten Outdoor-Schlafsack und entwarf einen Wasserbehälter mit dem es möglich war, Proben aus 1000 Metern Tiefe zu holen, Nansenflasche genannt. Zusammen mit schwedischen Tüftlern ersann er den Primus, also den Outdoor-Kocher, auch Nansen-Kocher genannt, und verbesserte den Pulk (Pulk), der fortan Nansenschlitten hieß. Nansen gilt zudem als Erfinder der mehrlagigen Funktionskleidung (Zwiebelschalenprinzip) und steht zusammen mit Colin Archer für den Bau des Polarschiffes Fram, einem Transportmittel, das nicht mehr wie das amerikanische Schiff Jeanette anno 1881 vom Eis zerdrückt werden, sondern empor gehoben werden würde. Mit der Fram konnte er sich im Eis einfrieren lassen und so der norwegischen Theorie der polaren Eisdrift Geltung verleihen.

Quelle: 1, 2, Nansenkocher,

 

Norwegeninfos:

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Aktuelle Norwegen-Impressionen

Bilder meiner Reise nach Oslo im Mai 2018, anlässlich des norwegischen Nationalfeiertags. Die Reise fand in Zusammenarbeit mit dem Nordis-Magazin statt.

Buchtipps – Veröffentlichungen des Norwegen-Service

Martin Schmidt

Individualreiseführer:
Reisehandbuch NorwegenReisehandbuch Südnorwegen
City Trip Oslo, Bergen, Erfurt / Weimar

Bildband:
Thomas Härtrich & Martin Schmidt: Sehnsucht Norwegen

Sprachbücher:
Einstieg Norwegisch (Hueber Verlag)
Power Sprachtraining (Pons)
Oh, dieses Norwegisch (Conrad Stein Verlag)

Kleine Länderkunde

– 323.802 km² ist Norwegen groß, und damit etwas kleiner als Deutschland. Rechnet man jedoch den von Norwegen verwalteten arktischen Archipel Spitzbergen mit hinzu, sind es 384.824 km².

– Im Gegensatz zu Mitteleuropa ist Norwegen äußerst dünn besiedelt. Gerade einmal 5,2 Millionen Menschen sind im Lande der Wikinger und Elche zu Hause, 660.000 von ihnen wohnen in Oslo, 279.000 in der zweitgrößten Stadt Bergen.

– Norwegen streckt sich reichlich in die Länge. Ganze 1.572 km sind es vom Südzipfel, dem Kap Lindesnes, bis zum Nordkap. An seiner schmalsten Stelle misst das Land gerade einmal 6330 Meter.

– Die Landessprache ist Norwegisch, allerdings in zwei schriftlichen Varianten: bokmål und nynorsk. Dies macht sich auch beim Ländernamen bemerkbar. Heißt Norwegen auf bokmål „Norge“, so trägt das Königreich auf nynorsk die Bezeichnung „Noreg“.
Zweite Landessprache ist Samisch, wenngleich diese nicht alle erlernen müssen.

Bezahlt wird mit der norwegischen Krone.

Homepage-Tipps

– Auf dieser Seite kannst du im Norwegen-Shop Produkte aus und zum Thema Norwegen erwerben.

Norsk ! – So heißt meine Zeitschrift für alle, die Norwegisch lernen.

Fun Facts

-> Der Lærdalstunnel ist mit 24,5 km der längste Straßentunnel der Welt. Er führt von Lærdal nach Aurland in Westnorwegen und besitzt drei große, beleuchtete Felshöhlen, in denen man auch anhalten kann.

-> Der Fjærlandstunnel ist der einzige Tunnel der Welt, der unter einem Gletscher entlang führt.

-> Der Eiksundtunnel führt 287 m unter dem Meer entlang und ist somit der tiefste Untersee-Straßentunnel der Welt. Zumindest noch. Tiefere Unterseetunnel sind in Norwegen bereits im Bau.

Vermischtes

Web-Cams aus Norwegen:

Kleine Web-Cam-Sammlung Norwegen

Große Web-Cam-Sammlung Norwegen.

An- und Weiterreise Norwegen

– Ausweis reicht
– Kinder: eigener Kinderreisepass
– Zollvorschriften beachten (speziell für Alkohol und Tabak)
– Einreise mit Tieren -> Link
– Währung: Norwegische Krone (Kurs ca. 1:9,5)
– Geld: Abheben an Geldautomaten vor Ort möglich
– Ca. 50 Euro schon vorab auf der Bank tauschen
– Tipp: Infoseite der Kgl. Norwegischen Botschaft

Anreise
-> Auto:
Über Dänemark (Fähren ab Hirtshals)
Über Schweden (Fähren ab Kiel, Puttgarten, Travemünde, Rostock)
Ab Deutschland (Fähre Kiel-Oslo)

-> Billigflieger:
Norwegian: ab Berlin, Hamburg, Köln, München, Wien nach Oslo. Ab Berlin auch nach Stavanger, Bergen und Trondheim.

Reisen in Norwegen

-> Geschwindigkeitsbegrenzung:
Innerorts: 50 km/h, Landstr.: 80 km/h, Autobahn: 100 km/h

-> Reisegeschwindigkeit:
Durchschnittl. 60-70 km/h, Tagespensum: max. 200 – 300 km

-> Maut:
Kosten pro Urlaub ca. 30-60 Euro/Auto. An den Mautstationen einfach durchfahren.
Zahlung: Rechnung wird zugesandt. (Außer Atlantiktunnel)

-> Fähren:
An Hauptstr.: mehrmals pro Stunde. An kleinen Nebenstr.: 1-5 x / Tag.
Kosten pro Urlaub: 20-120 Euro (je nach Region)

-> Typisch Norwegen:
22.700 Brücken, 952 Straßentunnel, 32 Unterseetunnel und tausende Kreisverkehre…