Gamle Strynefjellsvegen – Spektakuläre Passstraße

Verfasst am 18.10.2017 | Abgelegt unter Westnorwegen / Mittelnorwegen

Zur Hochebene des Strynefjell

„Hohes Gebirge mit Gletscher im Gürtel“ schrieb Bjørnstjerne Bjørnson 1896 in das Gästebuch der Berghütte Grotli. Der bekannte norwegische Dichter ist nur einer von vielen Künstlern, der sich von dieser Region inspirieren ließ. Der Gamle Strynefjellsvegen führt von der Küste hoch hinaus in die Hochebene des Strynefjell. Der Weg beeindruckt bis heute durch teilweise unberührte Natur. Schroffe, steile Felsformationen im Westen, runde Formen, die durch die Eiszeit entstanden, im Osten. Und mittendrin türkis leuchtende Bergseen. Der höchste Punkt des Weges liegt auf 1139 Metern Höhe, von hier aus hat man einen grandiosen Blick über die Hochebene. Einer der Höhepunkte ist der Blick durch das Hjelledalen – ein Motiv, das auf Leinwand gedruckt durchaus Galerie-Feeling verbreitet. Auch der Videfossen ist ein begehrtes Fotomotiv. Der Wasserfall schiebt sich mit tosendem Gebrause über die Felsen und kann von einer Aussichtsplattform aus beobachtet und fotografiert werden.

Historische Straßengeschichte

Wer den Gamle Strynefjellsvegen entlang fährt, erlebt traditionelle Straßenbaukunst hautnah. Die Straße ist sehr ursprünglich und weist bis heute von Hand gesetzte, in langen Reihen angeordnete Prellsteine auf. Straßenbauer hackten, frästen und sprengten die Straße in den Sommermonaten in mühseliger Handarbeit aus dem Felsen – und das über 12 Jahre lang. Lange Zeit gab es zwischen Stryn und Skjåk keinen befestigten Weg, sondern nur einzelne Reit- und Saumpferd-Routen. Diese waren allerdings sehr beschwerlich. Als der Tourismus auch für kleinere Fjorddörfer wichtig wurde, beschloss man 1881, eine Straße zu bauen, die von Videseter über die Hochebene des Strynefjell bis nach Grotli führt. Sie wurde 1894 feierlich eingeweiht. Der 27 Kilometer lange Weg galt als wichtige Handelsstrecke und war lange Zeit die einzige Verbindung zwischen dem Westen und dem Osten. Bis heute hat sich auf der Straße nur wenig verändert. In regelmäßigen Abständen findet man deshalb noch Spuren von Saumpfaden sowie alte Steinplatten, die die Reisenden der damaligen Zeit als Übernachtungsplatz nutzten. Im Winter ist die Passstraße aufgrund der Wetterbedingungen geschlossen. 1978 beschloss man deshalb, ein ganzjährig passierbares Straßenstück zu bauen. Die parallel verlaufende Route ist nur 12 Kilometer lang und führt durch drei Tunnel. Der ursprüngliche Gamle Strynefjellsvegen ist aber bis heute in den wärmeren Monaten zugänglich. 1997 wurde der Weg zur nationalen Touristenstraße erklärt und steht unter Denkmalschutz.

Daten:

– Länge: 27 Kilometer
– Höchster Punkt: 1139 m
– Wegbeschaffenheit: Befestigte Schotterpiste
– Beste Reisezeit: Juni bis Ende September
Die Straße wird meist erst im Juni geöffnet und mit dem ersten Schneefall gesperrt. Im Winter ist der Weg deshalb nicht zugänglich.
– Geeignet für Autos bis zu einer Länge von 12,40 m sowie für geübte Radfahrer

Gamle Strynefjellsvegen Guttorm Flatabø CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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Norwegische Impressionen

(c) Reinhard Pantke

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Zitat:
„Was für ein Land, meine Heimat! Schneebedeckte Berge und der Geruch nach Heide und Moor. Eine frische Brise, die über kristallklares Wasser heranweht, von Fjorden, die sich in die verstecktesten Winkel schlängeln. Wo im Sommer die Sonne nie verschwindet, gerade nur den Horizont berührt, bevor sie wieder aufsteigt und ihre Bahn über den Himmel zieht.“ (Liv Ullmann, *1938, aus: Wandlungen)

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