Gut versichert in Norwegen

Verfasst am 12.01.2016 | Abgelegt unter Zusatzrubrik Reisen

Urlauber und Auswanderer sollten vor der Abreise nach Norwegen auf den richtigen Versicherungsschutz achten. Gerade Touristen wissen oftmals nicht, welche Regeln für den Krankenversicherungsschutz im Ausland gelten.

Reiseschutz für Touristen in Norwegen

Ganz allgemein gelten für Norwegen die gleichen Regelungen zum Versicherungsschutz wie für die EU-Mitgliedsstaaten. Dies ist durch staatliche Vereinbarungen geregelt, die übrigens auch für die anderen Nicht-EU-Länder Island, die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein gültig sind. Die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) gehört also unbedingt ins Reisegepäck.

Allerdings drohen Stolperfallen: So erstatten die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland häufig nur einen Teil der im Ausland angefallenen Behandlungskosten. Urlaubern riskieren somit, dass sie den Rest der Kosten selbst übernehmen müssen, was gerade im teuren Norwegen ernsthafte Gefahr für den Geldbeutel bedeutet. Wer lediglich eine Kreuzfahrt, zum Beispiel mit Hurtigruten, durch die Fjorde unternimmt, muss sich vermutlich keine Gedanken machen, doch Aktivurlauber, die zum Wandern, Radfahren oder Skilaufen nach Norwegen reisen, sollten daher eine zusätzliche private Auslandskrankenversicherung abschlieߟen. Diese deckt dann alle weiteren Kosten ab, die nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden.

Verschiedene Anbieter wie Europ Assistance bieten daneben auch eine Reiseversicherung für alle potenziellen Probleme an. Sie enthält neben der Auslandskrankenversicherung auch eine Reisegepäck-, Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherung. So genieߟen Urlauber in der ganzen Welt einen vollständigen Schutz vor potenziellem Ungemach.

Versicherungsschutz für Deutsche in Norwegen

Wer länger als 12 Monate in Norwegen bleibt, muss sich beim norwegischen Folketrygden versichern, der staatlichen Sozial- und Rentenversicherung. Das System funktioniert ähnlich wie in Deutschland, d.h. Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich die Beiträge. Die Arbeitnehmerbeiträge werden wie in Deutschland vom Gehalt abgezogen, wobei die Abzüge mit 7,8% geringer ausfallen als hierzulande. Stattdessen bezahlen die Norweger weit höhere Steuern, über die das Sozialsystem mit finanziert wird.

Eine gesonderte Krankenversicherung gibt es nicht, da die medizinischen Kosten ebenfalls vom Folketrygden gezahlt werden. Dazu kommen vergleichsweise hohe Zuzahlungen. Wer beispielsweise einen Hausarzt in der Praxis aufsucht, zahlt 130 Kronen (13,40 Euro) pro Besuch. Beim Facharzt werden mit ܜberweisung 280 Kronen (28,80 Euro) und ohne ܜberweisung sogar 450 Kronen (46,40 Kronen) fällig. Zahnarztkosten müssen in der Regel komplett selbst bezahlt werden, für Medikamente auf Rezept ist eine Zuzahlung von 36% (bis maximal 490 Kronen) erforderlich.

Ausführliche Auskünfte zu allen Fragen rund um die norwegische Sozialversicherung erteilt das Folketrygdkontoret for utenlandssaker in Oslo; das Amt für ausländische Angelegenheiten.

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