Weihnachten in Norwegen – Jul i Norge

In Norwegen wird jul, also Weihnachten, ausgiebig gefeiert. Auf diesen Seiten findet ihr viele Infos und Bilder zu den Weihnachtsbräuchen in Norwegen.

links: Kutschfahrt am Weihnachtsabend (Bild: Visit Norway)

Weihnachten in Norwegen – Jul i Norge

Neben dem 17. Mai ist wohl Weihnachten (jul) in Norwegen das schönste Fest des Jahres. Es wird besinnlich in Vorweihnachtskonzerten, stimmungsvoll auf Weihnachtsmärkten, feucht-fröhlich auf den Julebord-Festen und heiter mit dem Tanz um den Weihnachtsbaum am Heiligabend begangen.

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Den Feiertagen geht traditionell die Adventszeit als Zeit der Vorbereitung voran. So mussten früher bis zum 13.12., dem Tag der Heiligen Lucia, alle wichtigen Arbeiten auf dem Hof getan sein, um nicht Luzifer herauszufordern.
Gefeiert wird die Heilige Lucia die im 4. Jahrhundert auf Sizilien den den Märtyrertod erlitt. Der Name Lucia leitet sich dabei vom lateinischen Wort Lux ab, dass Licht bedeutet. Der 13.12. ist nämlich in Folge des alten Julianischen Kalenders der kürzeste Tag des Jahres.
Als das Christentum im Norden Einzug hielt, wurde der Luciatag auf dem Primstab-Kalender als Feiertag vermerkt. Durch die Vermischung katholischer und heidnischer Traditionen kam es zur Gleichsetzung von Lucia mit Luzifer. Somit entstand der Glaube, dass alle unterirdischen Wesen, wie Nisser, Trolle und Tusser von Hof zu Hof zogen und schauten, dass alles für Weihnachten vorbereitet war. War dies nicht der Fall, konnte der Hof von ihnen angezündet werden.
In neuerer Zeit feierte 1893 die Stiftung Skansen, die das Freilichtmuseum in Stockholm betrieb, als erste den Luciatag. 1927 wurde in Schweden der erste Luciaumzug arrangiert. Das dabei gesungene Lucialied stammt ursprünglich als Italien.

Ursprünglich wurde um den 24.12. herum zu heidnischer Zeit das winterliche Sonnenwendefest gefeiert. Das Symbol für die Sonne war und ist dabei ein Rad (norw. hjul), welches noch heute auf vielen Felszeichnungen dieser Zeit (z.B. am Oldtidsveien bei Fredrikstad) dargestellt ist. Später verlagerte man das Christfest in diese Zeit, um die alten heidnischen Feste zu verdrängen. Das Wort jedoch blieb erhalten. Und so heißt Weihnachten im Norwegischen heute jul.

Schon im November laden Restaurants und Firmen zum „Julebord“, dem Weihnachtsbuffet.

Weihnachten feiert man mit speziellem Weihnachtskuchen (julekake), mit Rosinen und Kardamom, sowie dem guten juleøl, dem Weihnachtsbier. Im Wohnzimmer steht eine Tanne, geschmückt u.a. mit norwegischen Fahnengirlanden. Die Gaben bringt der Julenisse. Um dem Nisse, der gleichzeitig Beschützer von Haus und Hof ist, bei Laune zu halten, stellt man am Weihnachtsabend ein Schüsselchen Hafergrütze vor die Tür. Doch auch die Tiere der Umgebung werden bedacht. Für die Vögel des Waldes bindet man einen Bund Hafer an den Zaun (julenek), und das Hofvieh bekommt spezielles Weihnachtsfutter. Für die Menschen gibt es Haferbrei, Kabeljau bzw. Lutefisk oder Fårikål (Hammel in Kohl). Anschließend erfolgen der gemeinsame Tanz um den Tannenbaum und die Bescherung.

(unter der Bildergalerie geht es weiter :-) )

 

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