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Einführung in die Sprache – Sprachliche Parallelen – Wörterlisten für die Reise

Und übrigens: Å ist nicht nur ein norwegischer Buchstabe, sondern auch ein Ort auf den Lofoten.
(Quelle: wikipedia)

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Einführung in die Norwegische Sprache

Das Norwegisch

Es gibt zwei Versionen des Norwegischen, Bokmål und Nynorsk. Währendessen das heutzutage kaum verwendete Nynorsk sich von den altnorwegischen Dialekten ableitet, ähnelt das Bokmål aufgrund der über 400 Jahre währenden politischen und kulturellen Zwangsunion mit Dänemark sehr stark dem Dänischen. Etwa 90 % der Worte sind hier ganz oder teilweise identisch, wobei die Aussprache sich stark unterscheidet. Nur zu gerne verschluckt der Däne alle Endungen, ja sogar halbe Worte, was den angestrengt zuhörenden Norweger schier zur Verzweiflung treiben kann – obgleich er den Sinn der Worte meist erahnen wird.
Da Norwegen von 1814 bis 1905 gleichfalls mit Schweden eine Zwangsunion eingehen mußte, gibt es auch hier sprachliche Bande. Allerdings ist die Sprachsituation genau entgegengesetzt zum Dänischen. Verstanden wird fast jeder aus dem östlichen Nachbarland, jedoch mit dem Schriftlichen gibt es oft genug Probleme. Zumal einige Worte genau das Gegenteil bedeuten. „Rolig“ meint so z.B. im Norwegischen „ruhig“, im Schwedischen jedoch „fröhlich“. Misverständnisse sind da nie ganz ausgeschlossen.
Teilweise verstanden wird der Norweger zudem in Finnland, wo aufgrund der schwedischen Minorität das Schwedisch zweite Amtssprache ist und von allen gesprochen wird, und in Island. Allerdings entspricht das Isländisch in seiner über 1000 Jahre hinweg gepflegten sprachlichen Reinheit dem „Norse“ der alten Wikinger. So mancher Norweger fühlte sich daher bei einem Besuch im Land der Geysire wie auf einer Reise in die eigene Vergangenheit, und begriff zunächst nichts von den eigentümlichen Sprachkonstrukten.
Für Deutsche ist das Norwegisch eine relativ einfach zu erlernende Sprache. Viele Worte ähneln denen der eigenen Muttersprache (herlig, fantastisk, reise, glass, krem, koste, sende, spise, høre); oder zumindest dem Englischen (også (sprich: ossoo) = also (auch), jeg (sprich: jäi) = I (ich)). Es gibt aber auch eine sprachliche Verwandschaft mit dem Plattdeutschen (snakke = snakken (sprechen)), dem Holländischen (kjøkken = keuken (Küche)) und dem Schottischen (kirke = kirk (Kirche), barn = bairn (Kind)). -> mehr dazu: siehe weiter unten auf dieser Seite
Die norwegische Grammatik ist recht einfach. Es gibt keine Fälle und nur eine Beugungsform des Verbes. Das weibliche Geschlecht existiert, kann aber durch das männliche ersetzt werden. Die bestimmte Form des Substantives (der, die, das) wird durch eine Endung ausgedrückt. Bsp.: männlich: en vei (ein Weg), veien (der Weg), veier (Wege), veiene (die Wege); weiblich: ei/en gate (eine Straße), gata/gaten (die Straße), gater (Straßen), gatene (die Straßen); et hus (ein Haus), huset (das Haus), hus (Häuser), husene (die Häuser).

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