Oslo sagt Nein zu Olympia 2022

Verfasst am 02.10.2014 | Abgelegt unter Aktuelles, Gesellschaft / Leben in Norwegen

Der Plan war gut. 2022 hätten die Olympischen Spiele in das Mutterland des Skisports zurück kommen können. Oslo, als Ausrichter, wäre perfekt gewesen. Eine grenzenlose Begeisterung für den Wintersport, eine nahezu perfekte, schon vorhandene, Infrastruktur und die zentrale Lage sprachen eindeutig für die norwegische Hauptstadt. Am Ende jedoch sagten die Regierungspolitiker des Landes Nein zu diesem Abenteuer, und erteilten damit vor allem dem finanziellen und lobbyistischen Größenwahn des IOC eine Abfuhr. 7000 Seiten umfasste zuletzt der Forderungskatalog des Olympischen Komitees. Erwartet wurde u.a. eine Audienz beim König mit anschließendem Cocktail-Empfang, bezahlt vom Königshaus, ein eigener IOC-Club, eine IOC-Longue, eigene IOC-Fahrspuren und gratis Benzin. All dies führte sogar zu einer neuen medialen Wortschöpfung: „pampekravene“, was mit „Die Bonzenforderungen“ übersetzt werden kann. Und da alles Elitäre der norwegischen Gesellschaft im Allgemeinen fremd und ungeheuer erscheint, ging man bis zuletzt auf die Forderungen nicht ein.

Für das IOC stellt der Rückzug Oslos ein Schlag ins Gesicht dar. IOC-Präsident Bach soll geschockt reagiert haben, stehen doch nun  für 2022 mit Almaty und Peking nur noch Bewerber aus Diktaturen zur Verfügung. Ein Fakt, der dem Ruf des Olympischen Komitees weiter schaden dürfte.

Im Grunde hätte das IOC mit dem Austragungsort Oslo die Wende hin zu volksnahen und ökologischen Spielen schaffen können, bei denen bereits vorhandene Spielstätten wieder genutzt werden. Diese Chance wurde leichtsinnig und überheblich vertan.
Übrigens, für mehrere Milliarden Dollar teure Spiele im bisherigen Rahmen gab es nur eine hauchdünne Mehrheit in Norwegen. Für eine preiswerte Veranstaltung ohne Allüren hätten sich jedoch über 60% der Bevölkerung ausgesprochen.

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(c) Reinhard Pantke

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