Reisen im Winter

Auto fahren im winterlichen Straßen und Reisen auf verschneiten Straßen.

Bild links: (c) Visit Norway, Bård Løken

Reisen im Winter

Tipps für das Reisen durch WinterNorwegen.

Gelaugt wird meist nur auf Schnellstraßen in der Nähe größerer Orte, ansonsten wird gestreut. Allerdings kann es nach Schneefällen durchaus, gerade auf Nebenstraßen, einige Zeit dauern, bis der Winterdienst ausrückt. Zudem ist der Split meist schnell verweht und es kommen eine festgefahrene Schneedecke oder Eisplatten zum Vorschein.
Die Anfahrt zu den Wintersportzentren jedoch erweist sich in der Regel als sehr unkompliziert. Einerseits sind den Norwegern ihre Gäste recht lieb und teuer, so dass hier meist schneller geräumt wird, zum anderen verwenden viele norwegische Autofahrer Spikes, welche die Fahrbahnoberfläche aufrauen und griffig machen.
Auch der mitteleuropäische Urlauber kann sich Spikesreifen ausleihen (u.a. bei den Fährgesellschaften). Aus meiner Erfahrung heraus kommt man überall auch mit normalen Winterreifen gut durch. Viel wichtiger sind gute Markenwinterreifen (z.B. Michelin) und für Steigungen und Parkplätze schnell montierbare Schneeketten. An Steigungen kann es auch sehr hilfreich sein, wenn man die Anti-Schlupf-Regelung ausschalten kann. Manchmal hilft eben nur Vollgas.
Um Asphaltstaub zu vermeiden verlangen viele Orte, u.a. Oslo und Trondheim, eine Abgabe für Spikes („Piggdekkavgift“).
Sollte sich die Fahrbahnoberfläche trotzdem als glatt erweisen, sind schnelle Lenkmanöver zu vermeiden. Fahre ruhig und gleichmäßig und bremse nicht in den Kurven. Also: vorausschauend fahren (vor allem vor Kurven) – sanft beschleunigen – sanft abbremsen.

Verleih von Spikes („piggdekk“): Oslo: Autogrip, Breivillvn. 27, P.B. 154 Alnabru, N-0614 Oslo, Tel. 0047/23069600, Fax 0047/23069696 (1750 NOK pro Woche); Kristiansand: Heros Dekksenter AS, Ny Teglverksvej 17, N-4632 Kristiansand, Tel. 0047/38144140 (1350 NOK pro Woche). Sowie an den Fähranlegestellen der Color Line.
Erlaubte Benutzung zwischen 1.11. und 15.4.

-> Das Auto sollte in gutem Zustand sein. D.h. neue bzw. tadellos funktionierende Batterie (!!), gute Winterreifen (und Schneeketten im Gepäck – diese vorher unbedingt testen!!!), Scheibenwaschflüssigkeit mit einer hohen Toleranz (bis -40 Grad).

-> Sollte es sehr kalt werden (unter -30 Grad) kann es manchmal hilfreich sein, die Batterie nachts auszubauen und mit ins Warme zu nehmen.

-> Innenraum- bzw. Motorwärmer helfen gut bei sehr niedrigen Temperaturen. Man kann auch eine Plane über den Motor und die Scheibe legen. Dies isoliert ein wenig und schützt vor der gröbsten Kälte.

-> Ins Gepäck gehören: dicke Handschuhe (für die Montage von Schneeketten); Decke/Schlafsack! (falls man mit dem Auto liegen bleibt bzw. auf Gebirgspässen warten muss); Taschenlampe (für kleine Reparaturen); Spaten (zum Ausschaufeln, falls man in der Schneewehe landet); guter Eiskratzer;

Größere im Winter gesperrte Straßen in Norwegen

Rv 13 Vikafjell (Vik – Voss) Jan. – April
Rv 13 Gaularfjell (nödlich von Balestrand) Dez. – Mai
Rv 51 Valdresflya (nördlich von Beitostølen) Nov. – Mai
Rv 55 Sognefjell (Skjolden – Lom) Nov. – Mai
Rv 63 Geirangervegen Nov. – Mai
Rv 63 Trollstigen Okt. – Mai
E 69 Skarsvåg – Nordkap

Straßen mit Wintersperre sind auf den meisten Karten verzeichnet.

Nach Schneestürmen können zeitweise, meist für einige Stunden, selten für 2-3 Tage, auch die Rv 7, westlich von Geilo (Alternativstrecke RV 50), und die E 134 bei Haukeligrend gesperrt werden.

Immer befahrbar sind die Straßen in die großen Skigebiete (Geilo, Hemsedal, Trysil, Lillehammer) und alle Europastraßen, alle Straßen in Westnorwegen und alle Straßen in den Tallagen in Ostnorwegen.

Auf Pässen kann es nach sehr starken Schneefällen teilweise zu „Kolonnekjøring“ kommen, d.h. die Straße darf nur in der Kolonne befahren werden. In so einem Fall müssen bis zu ein paar Stunden Wartezeit auf das Leitfahrzeug eingeplant werden. Auch können im Extremfall Tunnel im Hochgebirge gesperrt werden. Man wartet dann meist im Tunnel (wo es in der Regel auch einen Aufenthaltsraum gibt) auf den Räumdienst.

Nützliche Adressen:

Der ADAC kooperiert mit dem norwegischen Automobilclub NAF und dem Falken Sicherheitsdienst. Bei einem Notfall (Reparatur, Unfall etc.) reicht es die ADAC Zentrale in Deutschland zu kontaktieren, alles weitere wird vermittelt.

Achtung: Bei einem Unfall unbedingt die Versicherungsnummer und die Versicherungsgesellschaft des Unfallgegners notieren.

ADAC Notfallzentrale für das Ausland: 0049/89222222

Autowerkstätten („bilverksted“) finden sich problemlos in fast jedem noch so kleinen Ort, meist entlang der Haupteinfall- und Ausfallstraßen. Achtung: Reparaturservice an Sonn- und Feiertagen kostet meist min. 250 Euro. Aber auch ansonsten bezahlt man c.a. das Doppelte als daheim.