Runen, Orakel und Magie

Verfasst am 01.09.2016 | Abgelegt unter Mythologie / Sagen

Das Wort Rune lässt sich ungefähr mit „geheime Botschaft“ übersetzen. Runen-Alphabete besitzen je nach Alter 24 bzw. 16 Buchstaben, die sowohl im Alltag als auch für kultische Handlungen wichtig waren. Sie wurden in Steine und in Waffen geritzt, sie sollten Kraft und Macht verleihen und mit ihnen blickten die Menschen in die Zukunft: Denn Runen wurde magische Kraft zugesprochen.

Runen-Vorläufer im Losorakel?

Wann und wo genau das erste Runen-Alphabet entstand, ist bisher nicht bekannt. Zu seiner Entstehung existieren lediglich unterschiedliche Theorien. Bis heute sind sich Forscher auch unschlüssig darüber, ob es sich bei den Zeichen des sogenannten hölzernen Losorakels um Vorläufer der Runenschrift handelt. Die Entstehung der Runen wird häufig mit Orakelbräuchen und anderen magischen Ritualen in Verbindung gebracht. Heute lassen sich Menschen etwa Tarot-Karten legen, um aus ihrer Symbolik Ratschläge für die Lebensführung abzuleiten. Im 1. Jhd. n. Chr. behalf man sich zu diesem Zweck mit einem Losorakel aus Holzstäbchen. Wanderpriester reisten mit ihren hölzernen Stäbchen von Ort zu Ort, um den Bewohnern die Zukunft vorherzusagen. Ąhnlich wie beim Tarot (beim Tarot sind es Karten, beim Losorakel Stäbchen) wählten sie für die Deutung aus mehreren Holzstäbchen einige wenige aus -€“ jedes Stäbchen stand für ein bestimmtes Zeichen. Zunächst warfen die Priester die Holzstückchen auf ein weiߟes Tuch. Dann wählten sie drei aus, aus denen sie die Zukunft lasen. Forscher vermuten, dass Runen später diese Zeichen ersetzten.

Magische Runen-Waffen

Runen wurden nicht nur für Weissagungen benutzt. Die Menschen in archaischen Kulturen maßen der Schrift bzw. den Schriftzeichen magische Kraft zu. Aus diesem Grund finden sich die ältesten Runeninschriften auf Schmuck, Waffen und Werkzeug. Waffen erhielten Namen, die den Kriegsgeräten besondere Macht verleihen sollten oder auf ihren hauptsächlichen Zweck hinwiesen: etwa Mächtiger, Schutz, Angreifer, Herausforderer oder Erprober. Unter den gefundenen Waffenrelikten befindet sich auch eine eiserne Speerspitze aus der Region Toten. Sie wird auf die Zeit zwischen 160 bis 260 n. Chr. datiert. Allerdings ist über die Speerspitze bis heute nur wenig bekannt.

Runen als Mittel der Erinnerung und Ehrerbietung

Andere Runeninschriften wiederum dienten der Würdigung von Personen oder wichtigen Ereignissen. Um ihr Andenken in Ehren zu halten, stellten die Menschen seit dem 4. Jahrhundert Steine mit Runeninschriften auf. Der älteste erhaltene und noch an seinem ursprüngliche Platz stehende ist der Einangstein in Valdres. Insgesamt fand man in Norwegen 133 Runensteine, zu den bekanntesten gehören der bereits erwähnte Einangstein, der Skeisteinen oder Skeidsteinen in Fyresdal, der Vangsteinen in Vang und der Runenstein von Dynna.

Forscher vermuten, dass Ursprung der Runensteine im norwegischen Østfold und im schwedischen Bohuslän liegt, von wo aus sich der Brauch allmählich bis nach Mittelschweden ausbreitete. Im Laufe der Zeit entwickelten sich zwei Typen von Runensteinen: der Schriftstein, der in Norwegen am verbreitetsten ist, und der Schlangenbandstein, der fast ausschlieߟlich in Schweden vorkommt. Während der Schriftstein mit senkrechten bzw. waagerechten Inschriften bedeckt ist, erinnert der Schriftzug auf einem Schlangenbandstein deutlich an das gleichnamige Reptil: Die Schrift verläuft nämlich in einem weitläufigen Bogen€“ und erinnert damit an eine geschlungen liegende Schlange.

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(c) Reinhard Pantke

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