Santa so richtig nah – Weihnachten in Tromsø

Verfasst am 15.12.2015 | Abgelegt unter Zusatzrubrik Reisen

Verschneite Berge, pittoreske Bauten und Menschen, die sich in der Kälte pudelwohl fühlen – im Winter entfaltet Tromsø seine ganze Pracht. Zu Weihnachten legt das „Paris des Nordens“ noch eins obendrauf und bezaubert mit seiner Festtagsstimmung auch den hartgesottensten Weihnachtsmuffel.

Knapp 300 Kilometer nördlich des Polarkreises wird im September der „große Lichtschalter“ aus- und im Januar wieder angeknipst. Das „Tor zum Eismeer“, wie die Studentenstadt Tromsø auch genannt wird, lebt in dieser Zeit jedoch so richtig auf: Mit einer lebhaften Bar- und Cafészene, kulturellen Veranstaltungen und einer stimmungsvollen Weihnachtsdekoration erhellen sich die Menschen hier im Norden die dunkle Zeit. Für Touristen ist der Winter in Tromsø jedoch nicht nur deshalb ein besonderes Erlebnis. Er lockt auch mit Aktivitäten, die es sonst nirgendwo zu erleben gibt.

Festtagsstimmung im höchsten Norden

Dass die Sonne es mehrere Monate nicht über den Horizont schafft, ist für Mitteleuropäer schon kaum zu glauben. Doch die Nordlichter um Tromsø versetzen Urlauber endgültig in ein märchenhaftes Gefühl. Wenn es im Himmel über dem Eismeer grünlich flirrt, ist auch die Legende vom Nikolaus auf einmal nicht mehr so unrealistisch. Touristen können in Tromsø die norwegische Variante kennenlernen und sich während „romjul“, der Zeit zwischen Weihnachten und Silvester, an den nordischen Bräuchen erfreuen. Als „Weihnachtsbock“ verkleidete Kinder ziehen von Tür zu Tür und betteln um Süßigkeiten, Bars schenken norwegischen Glühwein aus, und in den Kirchen und Konzertsälen spielt die Studentenstadt mit hochkarätigen Konzerten auf.

Aber auch wer dem Weihnachtstrubel entfliehen möchte, kommt in Tromsø während der Feiertage auf seine Kosten. Von hier starten Touren in das landschaftliche beeindruckende Umland. Ob per Hundeschlitten, per Snowmobil oder als Schneeschuhwanderung – wer sich einer Tour anschließt, wird mit unberührter Winterlandschaft und beeindruckenden Farbspielen über dem Ozean belohnt. Viele Touren bieten zusätzlich noch die Gelegenheit, mehr über die kulturelle Vielfalt Norwegens zu erfahren. Ein Ausflug zu den Samen beinhaltet den Aufenthalt in den „lavvos“, den traditionellen Zelten des nomadischen Volkes, das oft mit einem Sprung in einen Zuber warmes Wasser am Schluss der winterlichen Expedition abgerundet wird. Mit ein wenig Glück frisst einem das Rentier neben dem „lavvos“ dabei zutraulich aus der Hand.

Norwegisches Wildlife: Wale, Wölfe, Rentiere

Die Norweger selbst nutzen die kalten Wintermonate, um auf Walschau zu gehen. Dabei müssen sie nicht mehr tun, als in ihre Autos zu steigen. Denn die Buckelwale und Orcas folgen den Fischschwärmen in die Fjorde und lassen sich hier vom Ufer hervorragend bestaunen. Touristen können es den Norwegern in einem winterfesten Leihwagen nachtun oder sich einer geführten Tour anschließen. Wer es lieber zottelig mag, kann alternativ auch die Wölfe besuchen, die um Tromsø herum leben.

Wirklich kalt ist es in der Nordmetropole eigentlich nicht. Wegen des warmen Golfstroms fallen die Temperaturen selten unter -5 Grad Celsius. Genauere Informationen zu Wetter, Nordlicht und Polarleben bietet das Tromsø-Museum, das neben dem „Polaria“ zu den schönsten Museen der Stadt zählt. Auch die Eismeerkathedrale hat sich über die Stadt hinaus einen Namen gemacht und beeindruckt mit ihrem eine komplette Wand zierenden Mosaik die Besucher. Außerdem lässt sich in Tromsø die größte Holzkirche Norwegens besuchen, die Domkirke. Da Tromsø von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs verschont worden ist, weist auch die Stadt selbst eine alte, traditionelle Bausubstanz auf.

Wer das „Paris des Nordens“ besuchen will, muss von Deutschland aus über Oslo fliegen, da der Flughafen nur national bedient wird. Für die spontane Reise gibt es Komplettpakete aus Flug und Hotel auf lastminute.de. Die Homepage der Stadt bietet außerdem Informationen zu den zahlreichen Konzerten und Events, die um die Weihnachtszeit herum in Tromsø stattfinden. Hier sind auch die Weihnachtsmessen und Öffnungszeiten der Läden während der Feiertage gelistet, sowie mehrere Touranbieter für Ausflüge in Tromsøs beeindruckendes Umland.

Norwegeninfos:

Norwegen auf Amazon – Bücher, Bekleidung, Fahnen, Aufkleber.

Aktuelle Norwegen-Impressionen

Bilder meiner Reise nach Oslo im Mai 2018, anlässlich des norwegischen Nationalfeiertags. Die Reise fand in Zusammenarbeit mit dem Nordis-Magazin statt.

Buchtipps – Veröffentlichungen des Norwegen-Service

Martin Schmidt

Individualreiseführer:
Reisehandbuch NorwegenReisehandbuch Südnorwegen
City Trip Oslo, Bergen, Erfurt / Weimar

Bildband:
Thomas Härtrich & Martin Schmidt: Sehnsucht Norwegen

Sprachbücher:
Einstieg Norwegisch (Hueber Verlag)
Power Sprachtraining (Pons)
Oh, dieses Norwegisch (Conrad Stein Verlag)

Kleine Länderkunde

– 323.802 km² ist Norwegen groß, und damit etwas kleiner als Deutschland. Rechnet man jedoch den von Norwegen verwalteten arktischen Archipel Spitzbergen mit hinzu, sind es 384.824 km².

– Im Gegensatz zu Mitteleuropa ist Norwegen äußerst dünn besiedelt. Gerade einmal 5,2 Millionen Menschen sind im Lande der Wikinger und Elche zu Hause, 660.000 von ihnen wohnen in Oslo, 279.000 in der zweitgrößten Stadt Bergen.

– Norwegen streckt sich reichlich in die Länge. Ganze 1.572 km sind es vom Südzipfel, dem Kap Lindesnes, bis zum Nordkap. An seiner schmalsten Stelle misst das Land gerade einmal 6330 Meter.

– Die Landessprache ist Norwegisch, allerdings in zwei schriftlichen Varianten: bokmål und nynorsk. Dies macht sich auch beim Ländernamen bemerkbar. Heißt Norwegen auf bokmål „Norge“, so trägt das Königreich auf nynorsk die Bezeichnung „Noreg“.
Zweite Landessprache ist Samisch, wenngleich diese nicht alle erlernen müssen.

Bezahlt wird mit der norwegischen Krone.

Homepage-Tipps

– Auf dieser Seite kannst du im Norwegen-Shop Produkte aus und zum Thema Norwegen erwerben.

Norsk ! – So heißt meine Zeitschrift für alle, die Norwegisch lernen.

Fun Facts

-> Der Lærdalstunnel ist mit 24,5 km der längste Straßentunnel der Welt. Er führt von Lærdal nach Aurland in Westnorwegen und besitzt drei große, beleuchtete Felshöhlen, in denen man auch anhalten kann.

-> Der Fjærlandstunnel ist der einzige Tunnel der Welt, der unter einem Gletscher entlang führt.

-> Der Eiksundtunnel führt 287 m unter dem Meer entlang und ist somit der tiefste Untersee-Straßentunnel der Welt. Zumindest noch. Tiefere Unterseetunnel sind in Norwegen bereits im Bau.

Vermischtes

Web-Cams aus Norwegen:

Kleine Web-Cam-Sammlung Norwegen

Große Web-Cam-Sammlung Norwegen.

An- und Weiterreise Norwegen

– Ausweis reicht
– Kinder: eigener Kinderreisepass
– Zollvorschriften beachten (speziell für Alkohol und Tabak)
– Einreise mit Tieren -> Link
– Währung: Norwegische Krone (Kurs ca. 1:9,5)
– Geld: Abheben an Geldautomaten vor Ort möglich
– Ca. 50 Euro schon vorab auf der Bank tauschen
– Tipp: Infoseite der Kgl. Norwegischen Botschaft

Anreise
-> Auto:
Über Dänemark (Fähren ab Hirtshals)
Über Schweden (Fähren ab Kiel, Puttgarten, Travemünde, Rostock)
Ab Deutschland (Fähre Kiel-Oslo)

-> Billigflieger:
Norwegian: ab Berlin, Hamburg, Köln, München, Wien nach Oslo. Ab Berlin auch nach Stavanger, Bergen und Trondheim.

Reisen in Norwegen

-> Geschwindigkeitsbegrenzung:
Innerorts: 50 km/h, Landstr.: 80 km/h, Autobahn: 100 km/h

-> Reisegeschwindigkeit:
Durchschnittl. 60-70 km/h, Tagespensum: max. 200 – 300 km

-> Maut:
Kosten pro Urlaub ca. 30-60 Euro/Auto. An den Mautstationen einfach durchfahren.
Zahlung: Rechnung wird zugesandt. (Außer Atlantiktunnel)

-> Fähren:
An Hauptstr.: mehrmals pro Stunde. An kleinen Nebenstr.: 1-5 x / Tag.
Kosten pro Urlaub: 20-120 Euro (je nach Region)

-> Typisch Norwegen:
22.700 Brücken, 952 Straßentunnel, 32 Unterseetunnel und tausende Kreisverkehre…