Tipps für Backpacker und Daypacker in Norwegen

Verfasst am 15.06.2015 | Abgelegt unter Zusatzrubrik Reisen

Eine riesige Küste mit unzähligen Inseln. Dunkle, geheimnisvolle Fjorde. Schneebedeckte Gipfel. Unberührte Natur mit Elchen und anderen Tieren und nicht zuletzt freundliche Einwohner: Das alles ist Norwegen. Selbstverständlich lockt das Königreich zwischen Kristiansand im Süden und Hammerfest am Nordkap viele Touristen an.
Dabei sind vor allem Trekking-, Camping- und Wanderfreunde im Allgemeinen fasziniert von Norwegen. Was sollten Backpacker und Daypacker in jeder Hinsicht beachten, wenn sie sich aus dem Süden Europas aus aufmachen, um das Land der Fjorde auf eigene Faust zu erkunden?

Vorbereitung: Klimabedingungen, Bereiche des Landes

Wer einen Outdoor-Urlaub in einem von Norden nach Süden derart weit gestreckten Land wie Norwegen unternimmt, sollte sich zunächst über die klimatischen Grundbedingungen klar werden. Es ist für die meisten Backpacker erstrebenswert, hier möglichst warme Temperaturen und gutes Wetter für die Bewegung und das Leben im Freien anzupeilen.
Dabei ist vielen nicht bewusst, dass der Golfstrom an der westlich gelagerten Küste für ein unvergleichlich mildes Klima sorgt. Die besten Temperaturen für Camper oder andere Outdoorfans bieten sich hier im Südosten Norwegens. Von der Hauptstadt Oslo bis in den Süden nach Kristiansand findet man in den Monaten Mai bis Juli relativ viel Sonne, aber wenig Regen. Insgesamt bietet der Westen Norwegens zusätzlich vom Golfstrom beeinflusste, feuchte und kühle Sommer sowie milde Winter; östlich von den Gebirgszügen ist jedoch das Klima kontinentaler.
Dort herrschen größere Temperaturspannen und geringere Niederschläge. Die Unterschiede in den Temperaturen können hier zudem nicht nur abhängig von der Jahreszeit, sondern auch von der Tageszeit schnell wechseln. Dennoch sollte man sich als Norwegen-Urlauber darüber klar sein, dass in Lappland beispielsweise noch im Juni nach mitteleuropäischen Maßstäben winterliche Verhältnisse herrschen.

Equipment und Mobilität

Es ist enorm wichtig, sich verantwortungsbewusst und zielorientiert auszurüsten, wenn man Backpacking in Norwegen betreiben will. Dazu raten auch Skandinavien-Portale wie elchburger.de. Hierzu gehört zunächst ein geeigneter Rucksack. Je nach Reisedauer, -gebiet und –planung sollte er für die Tour ausgerüstet werden können. Grundsätzlich eignen sich weiterhin als Equipment
– Kleidung für alle in Frage kommenden Wetterlagen,
– Kocher, Kochgeschirr, Besteck und Anzünder,
– Orientierungs- und Kommunikationsgegenstände (Kompass, Handy oder Ähnliches) sowie
– ein Zelt, eine isolierte Matte, ein Schlafsack und weiteres Zubehör.
Beim Packen gilt der Grundsatz: So wenig wie möglich und so viel wie nötig. Unnütz herumgetragene Ausrüstung kann einem die herrliche, norwegische Landschaft schon nach wenigen Stunden verleiden. Vergisst man hingegen essentielle Gegenstände, ist es gerade bei Wanderungen in menschenleeren Gegenden, abgeschnitten von der Zivilisation, häufig unmöglich, adäquaten Ersatz zu bekommen. Es bieten sich hierfür übrigens in den zahlreichen Nationalparks oder im Jotunheimen, der fast an die Alpen erinnert, viele Möglichkeiten. Auch sollte man das gut ausgebaute Bus- und Straßenverkehrsnetz nutzen. Nachlässe für öffentliche Verkehrsmittel, aber auch für Restaurants und Kulturveranstaltungen, bieten beliebte Touristenpässe. Als Beispiele können der Fjord Pass sowie der Interrail Norwegen Pass genannt werden.

Rucksack für Day- und Backpacking

Ein guter Rucksack ist insbesondere beim Backpacking unabdingbar. Beim Daypacking genügen herkömmliche Gepäckträger, die heute bei vielen Online-Shops wie schulranzen.net in großer Auswahl vorhanden sind. Sie bieten sich beispielsweise bei Reisen mit Kindern an, die einfach nicht so lange Strecken wandern können wie Erwachsene. Es ist auf jeden Fall möglich, auch als Familie Norwegen zu erschließen – beispielsweise mit Lagerfeuer, Fischen und Wandern im gemeinsamen Campingurlaub oder mit einzelnen Touren, die von einem Hotel aus geplant werden. In jedem Falle können Kinder nicht so viel Gewicht tragen und benötigen häufiger Pausen.
Für sportlichere und erwachsene Outdoorfans ist Norwegen ein wahres Mekka mit wunderbaren, unberührten Landschaften, die man tage- oder wochenlang erleben kann. Zunächst empfiehlt es sich für diese, auf renommierte Marken zu achten. Anbieter wie
– Tatonka,
– Bergans,
– Fjäll Räven,
– Vaude oder
– North Face
bieten Qualität an. Es ist nicht empfehlenswert, gerade beim Rucksack zu sparen, da er für viele das wichtigste Element aller Backpacking-Aktivitäten darstellt.

Praktische Hinweise

Gerade wer das erste Mal Backpacking betreibt, der sollte so wenig wie möglich dem Zufall überlassen. Alle benötigten Gegenstände sollten in den Rucksack gepackt und zur Probe getragen werden. Dafür sind eine gute Einteilung und etwas Erfahrung beim Packen notwendig. Direkt am Rücken sollten die schwersten Gegenstände platziert werden. An der Seite kann man Wasserflaschen, Karten oder sonstige Dinge, welche stets zur Hand sein müssen, unterbringen.
Für einen Norwegen-Urlaub empfiehlt sich eher ein Rucksack mit einem Fassungsvermögen von 60 bis 70 Litern, vielleicht sind im Süden von Norwegen auch 50 Liter Volumen ausreichend. Schließlich sollte der Rucksack absolut wetterfest und wasserabweisend sein. Die Wassersäule gibt hierüber Aufschluss. Als Material eignen sich Nylonfasern, die etwas schwerer, aber stabiler sind. Etwas leichter, jedoch nicht so robust ist Polyester. Backpacker achten auf verdeckte Reißverschlüsse und eine saubere Verarbeitung (Nähte etc.), um langfristig und für potenziell mehrere Urlaube Gepäck mitnehmen zu können. Wer all dies bedenkt, kann entspannt Norwegen wandernd und kletternd erschließen!

Norwegeninfos:

Norwegen auf Amazon – Bücher, Bekleidung, Fahnen, Aufkleber.

Aktuelle Norwegen-Impressionen

Bilder meiner Reise nach Oslo im Mai 2018, anlässlich des norwegischen Nationalfeiertags. Die Reise fand in Zusammenarbeit mit dem Nordis-Magazin statt.

Buchtipps – Veröffentlichungen des Norwegen-Service

Martin Schmidt

Individualreiseführer:
Reisehandbuch NorwegenReisehandbuch Südnorwegen
City Trip Oslo, Bergen, Erfurt / Weimar

Bildband:
Thomas Härtrich & Martin Schmidt: Sehnsucht Norwegen

Sprachbücher:
Einstieg Norwegisch (Hueber Verlag)
Power Sprachtraining (Pons)
Oh, dieses Norwegisch (Conrad Stein Verlag)

Kleine Länderkunde

– 323.802 km² ist Norwegen groß, und damit etwas kleiner als Deutschland. Rechnet man jedoch den von Norwegen verwalteten arktischen Archipel Spitzbergen mit hinzu, sind es 384.824 km².

– Im Gegensatz zu Mitteleuropa ist Norwegen äußerst dünn besiedelt. Gerade einmal 5,2 Millionen Menschen sind im Lande der Wikinger und Elche zu Hause, 660.000 von ihnen wohnen in Oslo, 279.000 in der zweitgrößten Stadt Bergen.

– Norwegen streckt sich reichlich in die Länge. Ganze 1.572 km sind es vom Südzipfel, dem Kap Lindesnes, bis zum Nordkap. An seiner schmalsten Stelle misst das Land gerade einmal 6330 Meter.

– Die Landessprache ist Norwegisch, allerdings in zwei schriftlichen Varianten: bokmål und nynorsk. Dies macht sich auch beim Ländernamen bemerkbar. Heißt Norwegen auf bokmål „Norge“, so trägt das Königreich auf nynorsk die Bezeichnung „Noreg“.
Zweite Landessprache ist Samisch, wenngleich diese nicht alle erlernen müssen.

Bezahlt wird mit der norwegischen Krone.

Homepage-Tipps

– Auf dieser Seite kannst du im Norwegen-Shop Produkte aus und zum Thema Norwegen erwerben. Viel Spaß beim Stöbern.

Norsk ! – So heißt meine Zeitschrift für alle, die Norwegisch lernen.

Fun Facts

-> Der Lærdalstunnel ist mit 24,5 km der längste Straßentunnel der Welt. Er führt von Lærdal nach Aurland in Westnorwegen und besitzt drei große, beleuchtete Felshöhlen, in denen man auch anhalten kann.

-> Der Fjærlandstunnel ist der einzige Tunnel der Welt, der unter einem Gletscher entlang führt.

-> Der Eiksundtunnel führt 287 m unter dem Meer entlang und ist somit der tiefste Untersee-Straßentunnel der Welt. Zumindest noch. Tiefere Unterseetunnel sind in Norwegen bereits im Bau.

Vermischtes

Web-Cams aus Norwegen:

Kleine Web-Cam-Sammlung Norwegen

Große Web-Cam-Sammlung Norwegen.

An- und Weiterreise Norwegen

– Ausweis reicht
– Kinder: eigener Kinderreisepass
– Zollvorschriften beachten (speziell für Alkohol und Tabak)
– Einreise mit Tieren -> Link
– Währung: Norwegische Krone (Kurs ca. 1:9,5)
– Geld: Abheben an Geldautomaten vor Ort möglich
– Ca. 50 Euro schon vorab auf der Bank tauschen
– Tipp: Infoseite der Kgl. Norwegischen Botschaft

Anreise
-> Auto:
Über Dänemark (Fähren ab Hirtshals)
Über Schweden (Fähren ab Fähren ab Kiel, Puttgarten, Travemünde, Rostock)
Ab Deutschland (Fähre Kiel-Oslo)

-> Billigflieger:
Norwegian: ab Berlin, Hamburg, Köln, München, Wien nach Oslo. Ab Berlin auch nach Stavanger, Bergen und Trondheim.

Reisen in Norwegen

-> Geschwindigkeitsbegrenzung:
Innerorts: 50 km/h, Landstr.: 80 km/h, Autobahn: 100 km/h

-> Reisegeschwindigkeit:
Durchschnittl. 60-70 km/h, Tagespensum: max. 200 – 300 km

-> Maut:
Kosten pro Urlaub ca. 30-60 Euro/Auto. An den Mautstationen einfach durchfahren.
Zahlung: Rechnung wird zugesandt. (Außer Atlantiktunnel)

-> Fähren:
An Hauptstr.: mehrmals pro Stunde. An kleinen Nebenstr.: 1-5 x / Tag.
Kosten pro Urlaub: 20-120 Euro (je nach Region)

-> Typisch Norwegen:
22.700 Brücken, 952 Straßentunnel, 32 Unterseetunnel und tausende Kreisverkehre…