Wandern und Wildcamping – Risiken in Norwegen

Verfasst am 22.08.2014 | Abgelegt unter Zusatzrubrik Reisen

In Skandinavien ist ja einiges erlaubt, was hierzulande nicht selten mit Geldstrafen, Platzverweisen und Anzeigen geahndet wird. Das sogenannte Jedermannsrecht ermöglicht den naturliebenden Reisenden das freie Campieren und Durchwandern der einzigartigen nordischen Natur. Doch hier lauern auch Gefahren.

Obwohl es in Deutschland auch Regionen und Naturräume gibt (die Nord- und Ostseeküste zum Beispiel), in denen man Wildcamper, sofern sie keinen Schaden anrichten oder unerlaubt auf Privatgrund vordringen, weitestgehend in Ruhe lässt, ist Zelten abseits des Campingplatzes vor allem in den hiesigen Nationalparks streng verboten. Steht einmal der Bauer, ein Förster oder Beamte von Polizei und/oder Ordnungsamt vor dem Zelt, bleibt es häufig bei einer Verwarnung. Dennoch reisen die meisten passionierten Wildcamper lieber in die nördlichen Gefilde Schwedens und Norwegens. Dort gilt der Grundsatz, dass sich jeder frei in der Natur und sogar auf privatem Grund und Boden bewegen darf – vorausgesetzt natürlich, man benimmt sich der Natur und eventuellen Anwohnern oder Grundstückbesitzern gegenüber respektvoll. In Norwegen hat man lediglich in den Nationalparks dieses Jedermannsrecht ausgesetzt. Dauercampieren ist im Übrigen nicht erlaubt – nach zwei Tagen muss der Reisende weiterziehen. Der Bitte eines Landbesitzers, das Lager auf seinem Privatgrund doch bitte abzubauen, muss man ebenfalls nachkommen. Wir empfehlen, sich die Route vor der Reise genau abzustecken und schon dabei gezielt nach passenden Plätzen zum Campen Ausschau zu halten. Erlaubt sind die folgenden Dinge:

– Rasten und Übernachtungen (zwei Tage an einem Ort)
– Fahrrad fahren und Reiten auf Wegen und Pfaden
– Freie Bewegung zu Fuß und auf Skiern
– Mit Kanus, kleinen Schaluppen und Ruderbooten auf dem Wasser fahren
– Schwimmen in den Wildgewässern
– Beeren, Pilze und Blumen pflücken
– Fische im Salzwasser angeln (genauere Infos haben wir hier bereitgestellt)

Wölfe, Bären, Elche – die Risiken des Wildcampens

Zwar gibt es im wunderschönen Norwegen allerhand wilde Tiere, wie Bären, Wolfsrudel und riesige Elchbullen, doch muss sich der Reisende in diesem Zusammenhang muss nicht allzu viele Sorgen machen. Bären sind in Norwegen sehr selten und kommen in einigen Regionen, wie dem Westen, Süden und Norden des Landes, erfahrungsgemäß nicht vor. Nur in Richtung der schwedischen Grenze im Osten und der Mitte Norwegens sollte man wachsam sein. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, informiert sich vorab über Bärensichtungen und lagert Nahrungsmittel nicht im Zelt, sondern hängt sie in einiger Entfernung an Ästen auf. Wölfe sind scheu und meiden den Menschen. Es gibt sie ja auch wieder in Deutschland. Gesehen haben unsere Leser vermutlich aber noch keinen. Nur der Elch, ein Tier, das der Laie nicht unbedingt als gefährlich einstufen würde, stellt ein gewisses Risiko dar. Während der Brunftzeit (Herbst) und nach dem Werfen (Frühjahr) sollte man ihnen auf jeden Fall aus dem Weg gehen. Das unangenehmste Tier wird auf der Norwegen-Wanderung vermutlich die Stechmücke sein.

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post@norwegeninfo.net

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Aktuelle Norwegen-Impressionen

Bilder meiner Reise nach Oslo im Mai 2018, anlässlich des norwegischen Nationalfeiertags. Die Reise fand in Zusammenarbeit mit dem Nordis-Magazin statt.

Buchtipps – Veröffentlichungen des Norwegen-Service

Martin Schmidt

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Kleine Länderkunde

323.802 km² ist Norwegen groß, und damit etwas kleiner als Deutschland. Rechnet man jedoch den von Norwegen verwalteten arktischen Archipel Spitzbergen mit hinzu, sind es 384.824 km².

Im Gegensatz zu Mitteleuropa ist Norwegen äußerst dünn besiedelt. Gerade einmal 5,2 Millionen Menschen sind im Lande der Wikinger und Elche zu Hause, 660.000 von ihnen wohnen in Oslo, 279.000 in der zweitgrößten Stadt Bergen.

Norwegen streckt sich reichlich in die Länge. Ganze 1.572 km sind es vom Südzipfel, dem Kap Lindesnes, bis zum Nordkap. An seiner schmalsten Stelle misst das Land gerade einmal 6330 Meter.

Die Landessprache ist Norwegisch, allerdings in zwei schriftlichen Varianten: bokmål und nynorsk. Dies macht sich auch beim Ländernamen bemerkbar. Heißt Norwegen auf bokmål „Norge“, so trägt das Königreich auf nynorsk die Bezeichnung „Noreg“.
Zweite Landessprache ist Samisch, wenngleich diese nicht alle erlernen müssen.

Bezahlt wird mit der norwegischen Krone.

Homepage-Tipps

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Norsk ! – So heißt meine Zeitschrift für alle, die Norwegisch lernen.

Fun Facts

-> Der Lærdalstunnel ist mit 24,5 km der längste Straßentunnel der Welt. Er führt von Lærdal nach Aurland in Westnorwegen und besitzt drei große, beleuchtete Felshöhlen, in denen man auch anhalten kann.

-> Der Fjærlandstunnel ist der einzige Tunnel der Welt, der unter einem Gletscher entlang führt.

-> Der Eiksundtunnel führt 287 m unter dem Meer entlang und ist somit der tiefste Untersee-Straßentunnel der Welt. Zumindest noch. Tiefere Unterseetunnel sind in Norwegen bereits im Bau.

Vermischtes

Web-Cams aus Norwegen:

Kleine Web-Cam-Sammlung Norwegen

Ausgewählte Kameras:
Panorama-Cams: Bryne/Stavanger (Südwestnorweg.),: Hammerfest, Hammerfest-Berg, Skjervøy, NordkapSpitzbergen
Orte: Oslo, Oslo 2, Bergen, Tromsø,
Ski: Holmenkollen/OsloSkeikampen,

Große Web-Cam-Sammlung Norwegen.