Wo der norwegische Weihnachtsmann wohnt

Verfasst am 23.12.2014 | Abgelegt unter Feste / Traditionen / Festivals

Alle skandinavischen Länder behaupten, bei ihnen würde der Weihnachtsmann wohnen. Für die Dänen wohnt er in Grönland, für die Finnen auf dem Berg Korvatunturi bzw. am Polarkreis, für die Schweden in der Provinz Dalarna nahe Mora und für die Norweger in der Telemark im Nissedal.

Der Ursprung des Weihnachtsmanns geht auf die Legende vom Heiligen Nikolaus zurück, wobei im Zuge der Reformation der Termin für die Geschenkeübergabe vom 6. auf den 24/25. Dezember rückte.

Die älteste Schilderung des Vorgängers des Weihnachtsmanns, dem heidnischen Necklas, finden wir im Buch „Lapponia“ aus dem Jahre 1673. Johannes Schefferus nennt den finnischen Berg Korvatunturi als dessen Wohnort. Necklas entwickelte sich jedoch erst in den 1920er Jahren zum Weihnachtsmann, als der Radiomoderator Markus Rautio vom Joulupukki (Weihnachtsbock) und seinen Helfern zu erzählen begann.

In den anderen skandinavischen Ländern hat sich der Weihnachtsmann aus den Wichteln bzw. Kobolden, der Nisse bzw. dem  Tomte, heraus entwickelt.

Für die Dänen wohnt er in Folge einiger Überlieferungen in Grönland, genauer gesagt im Ort Uummannaq. Die Grönländer weisen dieses Ansinnen übrigens von sich, da der Weihnachtsmann eher einem Dänen gleicht, denn einem Inuit. Sie glauben vielmehr, dass die Dänen ihn nach Grönland versetzten, weil es dort Rentiere, Eis und Schnee gibt.

In Schweden glaubt man, der Juletomte lebt in Dalarna. Er hat sich ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus dem Tomte, dem Wichtel und Helfer in Haus und Hof, herausentwickelt.

In Island hingegen meint man, es gäbe sogar 13 Weihnachtsmänner. Jeder von ihnen sucht an einem Tag vor Weihnachten die Menschen heim und treibt Schabernack.

Und in Norwegen? Auch hier gelten die Wichtel, die Nisser, als Vorläufer für den Mann in Rot. Ab Ende des 19. Jahrhunderts begegnen wir ihm in Gestalt der Julenisse (Weihnachtswichtel). Über seinen Wohnort ist man sich nicht ganz einig, genannt werden da Drøbak, Røros, Spitzbergen und Egersund gleichermaßen (ich habe mich da in diesem Artikel auch mal auf die Suche begeben). Am wahrscheinlichsten ist und am häufigsten genannt wird jedoch Nissedal. Das idyllische Tal in der Telemark trägt nicht nur den „Wichtel“ im Namen, sondern hat auch längsten und reichhaltigsten Nisse-Traditionen aufzuweisen.

In Folge des Autors M.B. Landstad (1802-1880) leben die Nisser im Nissedal sowohl an Land, als auch auf dem Wasser, genauer gesagt auf dem See Nisser (Wichtel).

Einer der Nisser wird „Nisse-goddreng“ (Wichtel-Gutjunge) genannt. Er zeigt sich meist in der Nacht und hat dann große Freude daran, die Boote am Weiterkommen zu hindern. Olav Arnsteinsson berichtet, schon oft diesen kleinen Gnom von der Größe einer Katze gesehen und erlebt zu haben.

Andere Quelle berichten, dass die Nisse ungefähr so groß ist wie ein zehnjähriges Kind. Der Wichtel hilft im Haus und auf dem Hof (… und warum sollte er da nicht zum Feste der Feste auch die Gaben bringen?), ist aber auch für allerlei Schabernack zu haben. Ruhig stellt man den kleinen Gesellen, indem man ihm Sauerrahmgrütze (rømmegrøt) serviert. Vor allem an Weihnachten sollte man daran denken, ein Schüsselchen vor die Türe zu stellen.

Im Nissedal, im Ort Fjone, soll sich dabei folgende Geschichte zugetragen haben: Jeden Weihnachtsabend stellte dort eine Frau Grütze und Bier für die Nisse unter einen Baum. Am Morgen danach war die Schüssel immer geleert und umgedreht. Ihr Mann mochte solch heidnischen Brauch nicht und wollte eines Weihnachtsabends den Baum fällen. Dies wiederum gefiel der Nisse nicht, die es ihm mit einer ordentlichen Tracht Prügel heimzahlte.

Übrigens, die Rentiere des Weihnachtsmann stammen definitiv aus Norwegen. Mehr zu dieser wunderlichen Geschichte findet ihr auf dieser Seite, weitere Hintergrundinformationen zum Weihnachtsfest in Norwegen hier.

Über den heutigen Tag, den 23.12., den „lille julaften“ (kleiner Weihnachtstag) berichte ich hier.

Quellen:
http://www.dinjul.no/julenissen.html

http://no.wikipedia.org/wiki/Julenissen#Julenissen_i_Norge

http://www.spiegel.de/reise/fernweh/aufgedeckt-der-weihnachtsmann-wohnt-in-groenland-a-452845.html

http://www.scandinavianchristmastraditions.com/nisser.html

http://www.min-butik.de/blog/was-ist-ein-tomte/

http://de.wikipedia.org/wiki/Korvatunturi

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Norwegische Impressionen

(c) Reinhard Pantke

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