Aberglauben und Mythen in Norwegen

Verfasst am 13.11.2019 | Abgelegt unter Zusatzrubrik Reisen

Jede Kultur hat ihre Eigenheiten und Traditionen, die sie besonders macht. Auch in Norwegen sieht das nicht anders aus. Die lange Geschichte voller Mythen und Legenden des Ureinwohnervolks der Sámi und der Wikinger, sowie die Geschichten der vielen Segler prägten hierzulande so manch einen Aberglaube. Von Robben, die Seemännern das Fürchten lehrten, über glücksbringende Trolle bis hin zu den Mythen rund um die sagenhaften Nordlichter sind die Aberglauben der Norweger besonders spannend.

Zahlreiche Mythen und Geschichten wurden in der norwegischen Vergangenheit durch Seeleute erzählt und weitergegeben, die diverse Aberglauben entstehen ließen. Wer auf dem Fischerboot auf hoher See ist und Fische fangen möchte, sollte hoffen, keiner Seerobbe zu begegnen. Diese bringen nämlich Unglück. Die Wikinger waren es, die der armen Seerobbe ihr schlechtes Image verpassten, denn hier galten sie als unheilige Todesbringer. Wer mit Robben auf das Meer fuhr, würde direkt dem Tod entgegensegeln, so die Sagen. Besonders wenn sich die Seerobbe länger am Strand und in der Nähe der Boote aufhielt, stand der Tod bevor – oder zumindest ein schlechter Fang. Dies wohlgemerkt auch, wenn Fischer zu sehr darauf hofften, viele Fische zu fangen. Je kleiner der Eimer, der für den Fang mit an Bord genommen wurde, desto mehr Fische würden gefangen werden. Genau andersherum jedoch, wenn man einen großen Eimer mitnahm. Zudem durfte man die Fische nicht zählen, bevor die Heimreise angetreten wurde, das solle ebenfalls Unglück bringen.

Freundliche Trolle

Bei all den Aberglauben brauchen die Norweger aber auch Glücksbringer, die dabei helfen, Unheil abzuwimmeln. Während bei uns in Deutschland vor allem die Zahl sieben, die Pythagoras schon als perfekte Zahl bezeichnete, eine Glückszahl ist, wird in Norwegen auf die positiv wirkende Zahl neun gesetzt. Doch nicht nur gewisse Zahlen bringen Glück, denn noch viel wichtiger sind in Norwegen die Trolle. Die Fabelwesen aus der nordischen Mythologie stellen die Hüter des Waldes dar und gelten als im Grunde freundliche Kreaturen – und das, obwohl sie eigentlich Dämonen sind, die besonders zornig werden können. Aus dem Grund haben einige jedoch auch Angst vor den Trollen, denn es gibt auch böse unter ihnen. Wer dem Wald und dessen Bewohnern nichts Böses will, der wird herzlich willkommen geheißen. Trolle tauchen in den Märchen und Geschichten aus Norwegen immer wieder auf, sodass sie inzwischen ein Wahrzeichen der norwegischen Kultur sind. Besonders als Kunsthandwerk und als Souvenir wird gerne auf das Motiv des Trolls zurückgegriffen. Diese Holz- oder Latexfiguren sind bucklig, groß und derb gebaut und mit einer langen Nase versehen. Blickt man auf die Seefahrt, wo einem die Troll-Waldbewohner nicht begegneten, waren es die Kormorane, die Glück bringen und einen guten Fang bescheren sollten. Laut alter norwegischer Traditionen sollen die großen Wasservögel, die auch unter dem Namen Seeraben bekannt waren, Geister der verstorbenen Geliebten sein. Die Vögel fliegen auf der Suche nach Fressen über dem Wasser und sollen dem Fischer einen guten Fang bescheren.

Die Mythen rund um die Nordlichter

Besonders viele Mythen drehen sich in Norwegen um die sagenhaften Nordlichter. Bevor es eine wissenschaftliche Erklärung der Aurora borealis gab, dachten sich die Menschen noch unterschiedliche Geschichten und Mythen aus. So schön das unbekannte Flackern am Himmel auch war, es fürchtete die Menschen, die darin feuerähnliche Flammen erkannten. Die Ureinwohner der Sámi verglichen die Lichter mit tanzenden Frauen und zollten ihnen jede Menge Respekt. Somit durfte man die Nordlichter weder anschreien noch anpfeifen oder unter ihnen singen, sonst bestünde die Gefahr, man könnte in den Himmel eingesogen werden. Einige bevorzugten es sogar, beim Erscheinen der Aurora borealis nicht einmal das Haus zu verlassen, geschweige denn die Lichter überhaupt anzusehen. Eine andere Bedeutung sahen jedoch die Wikinger. Sie behaupteten, beim Erscheinen der Nordlichter wäre irgendwo eine Schlacht gewonnen worden. Nach jedem Gefecht sollten die Walküre über den Himmel reiten und Helden auswählen, die mit Odin am Tisch speisen sollten. Das grüne Licht soll durch ihre Rüstungen entstanden sein, die das Mondlicht widerspiegelten. Wieder andere sahen in den Lichtern jedoch drohendes Unheil oder einen kommenden Krieg.

Die nordischen Mythen prägten die norwegische Kultur bis heute. Zahlreiche Geschichten, Aberglauben und Traditionen sind im Laufe der Geschichte daraus entstanden. Eins steht fest: Langweilig wird es niemals, wenn man sich mit den Mythologien und Traditionen Norwegens befasst. Übrigens: Wer in Norwegen zu Besuch ist, bitte nicht die Sonne anpfeifen, denn das soll Regen bringen.

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