Dresscode in Norwegen – Tagsüber locker, abends elegant

Verfasst am 17.01.2018 | Abgelegt unter Reisen in Norwegen

In Norwegen kleidet man sich generell so, dass es zu den Witterungsverhältnissen passt. Kurze Hosen bei Minustemperaturen wird man dort nicht sehen. Anders als in Deutschland ist die Businesskleidung recht leger. Eleganter geht es hingegen beim abendlichen Restaurantbesuch zu. Als Faustregel kann man sich merken: Auf der Arbeit kleidet man sich schlicht und gepflegt, am Abend festlich und seriös. In der Freizeit trägt man praktische Kleidung.

Der Dresscode im Beruf

Der norwegische Business-Dresscode ist lockerer als in Deutschland, was jedoch nicht bedeutet, dass man anziehen kann, worauf man Lust hat. In Norwegen achtet man auf ein gepflegtes Äußeres, auch bei lockerem Dresscode. Die meisten Firmen lassen einen sehr lässigen Stil zu. Die Kombination aus Jeans und Pullover plus Turnschuhe ist durchaus angesagt. In vielen Firmen tragen selbst die Führungskräfte Pulli und Jeans, bevorzugt von teuren Marken – das gilt selbst für den Kapuzenpullover. In Firmen mit etwas strengeren Richtlinien tragen Männer meist ein Hemd, das mit einer Jeans kombiniert werden darf. Auch zum Sakko passt eine Jeans bestens.

Frauen tragen im Arbeitsalltag modisch-schicke Kleidung, bei der wichtig ist, dass sie nicht allzu glamourös oder gar aufreizend wirkt. Zudem sitzt die Kleidung stets gut und passt zu Figur und Größe. Besonders großgewachsene Frauen zum Beispiel geben sich nicht mit ungefähr passenden Stücken von der Stange zufrieden. Sie kaufen ihre Kleidung beim spezialisierten Fachhändler, der ein Sortiment speziell für große Frauen anbietet. Die Damen bevorzugen gut sitzende, modisch-schicke Kleidung in Markenqualität. Hohe Schuhe sieht man seltener, aufgrund der Witterungsverhältnisse sind bequeme, praktische Schuhe besser geeignet. In vielen Firmen haben Frauen ein Paar Ersatzschuhe im Büro stehen. Draußen tragen sie dicke Winterstiefel, im Büro wechseln sie dann zu feinerem Schuhwerk, das zum restlichen Outfit passt.

Am Abend im Restaurant

Legerer Stil bedeutet nicht, dass in Norwegen gar keine Anzüge (bei den Frauen sind es Kostüme und Hosenanzüge) getragen werden. Allerdings verzichten die meisten Männer auf einer Krawatte. Diese wird nämlich eher am Abend getragen. Während es in Deutschland nach Feierabend kleidungstechnisch lockerer wird, trägt man im Land der Mitternachtssonne zum abendlichen Ausgehen elegante, seriöse Kleidung. Was man eigentlich in einer Bank erwartet, sieht man in Norwegen in den Restaurants. Der klassische Dresscode für Abendveranstaltungen sieht für Männer Anzug, Hemd und Krawatte und für Frauen Kostüm vor. Frauen dürfen sich nun auch gern glamourös kleiden. Allerdings sollte man dabei niemals zu dick auftragen; in Norwegen gilt eher Understatement. Zudem sollte die Kleidung hochwertig sein, Sparsamkeit bei der Kleidung gilt eher als ein Zeichen für Armut.

Keine Panik als Besucher

Dass sich dieser Dresscode unter den Norwegern manifestiert hat, bedeutet nicht, dass sich Urlauber unbedingt danach richten müssen. Funktionsbekleidung, die wind- und regenfest ist, gehört zum Alltag jedes Norwegers und kann von Besuchern natürlich immer getragen werden. Im Alltag gilt es, praktisch und gepflegt gekleidet zu sein. Ist jemand in Anzug und Krawatte unterwegs und nicht gerade bei einem Abendessen im Restaurant, outet er sich damit als Tourist. Dass er dafür kritisch beäugt wird, ist eher unwahrscheinlich. In Norwegen ist ein gepflegtes Äußeres wichtig, ist die Kleidung also tadellos und sauber, ist alles in Ordnung.

Allerdings sollte man die wichtigsten Benimmregeln kennen. Aufpassen sollte man zum Beispiel, wenn man von jemandem zu sich nach Hause eingeladen wird. Um den Straßenschmutz nicht in die Wohnung zu tragen, zieht man die Schuhe schon vor der Haus- bzw. Wohnungstür aus. Bei einem Geschäftsessen, bei dem man die Schuhe in der Regel anbehält, sollte man ein Wechselpaar dabei haben, um mit den Winterboots keinen Schmutz hineinzutragen.

Norwegeninfos:

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Aktuelle Norwegen-Impressionen

Bilder meiner Reise nach Oslo im Mai 2018, anlässlich des norwegischen Nationalfeiertags. Die Reise fand in Zusammenarbeit mit dem Nordis-Magazin statt.

Buchtipps – Veröffentlichungen des Norwegen-Service

Martin Schmidt

Individualreiseführer:
Reisehandbuch NorwegenReisehandbuch Südnorwegen
City Trip Oslo, Bergen, Erfurt / Weimar

Bildband:
Thomas Härtrich & Martin Schmidt: Sehnsucht Norwegen

Sprachbücher:
Einstieg Norwegisch (Hueber Verlag)
Power Sprachtraining (Pons)
Oh, dieses Norwegisch (Conrad Stein Verlag)

Kleine Länderkunde

– 323.802 km² ist Norwegen groß, und damit etwas kleiner als Deutschland. Rechnet man jedoch den von Norwegen verwalteten arktischen Archipel Spitzbergen mit hinzu, sind es 384.824 km².

– Im Gegensatz zu Mitteleuropa ist Norwegen äußerst dünn besiedelt. Gerade einmal 5,2 Millionen Menschen sind im Lande der Wikinger und Elche zu Hause, 660.000 von ihnen wohnen in Oslo, 279.000 in der zweitgrößten Stadt Bergen.

– Norwegen streckt sich reichlich in die Länge. Ganze 1.572 km sind es vom Südzipfel, dem Kap Lindesnes, bis zum Nordkap. An seiner schmalsten Stelle misst das Land gerade einmal 6330 Meter.

– Die Landessprache ist Norwegisch, allerdings in zwei schriftlichen Varianten: bokmål und nynorsk. Dies macht sich auch beim Ländernamen bemerkbar. Heißt Norwegen auf bokmål „Norge“, so trägt das Königreich auf nynorsk die Bezeichnung „Noreg“.
Zweite Landessprache ist Samisch, wenngleich diese nicht alle erlernen müssen.

Bezahlt wird mit der norwegischen Krone.

Homepage-Tipps

– Auf dieser Seite kannst du im Norwegen-Shop Produkte aus und zum Thema Norwegen erwerben. Viel Spaß beim Stöbern.

Norsk ! – So heißt meine Zeitschrift für alle, die Norwegisch lernen.

Fun Facts

-> Der Lærdalstunnel ist mit 24,5 km der längste Straßentunnel der Welt. Er führt von Lærdal nach Aurland in Westnorwegen und besitzt drei große, beleuchtete Felshöhlen, in denen man auch anhalten kann.

-> Der Fjærlandstunnel ist der einzige Tunnel der Welt, der unter einem Gletscher entlang führt.

-> Der Eiksundtunnel führt 287 m unter dem Meer entlang und ist somit der tiefste Untersee-Straßentunnel der Welt. Zumindest noch. Tiefere Unterseetunnel sind in Norwegen bereits im Bau.

Vermischtes

Web-Cams aus Norwegen:

Kleine Web-Cam-Sammlung Norwegen

Große Web-Cam-Sammlung Norwegen.

An- und Weiterreise Norwegen

– Ausweis reicht
– Kinder: eigener Kinderreisepass
– Zollvorschriften beachten (speziell für Alkohol und Tabak)
– Einreise mit Tieren -> Link
– Währung: Norwegische Krone (Kurs ca. 1:9,5)
– Geld: Abheben an Geldautomaten vor Ort möglich
– Ca. 50 Euro schon vorab auf der Bank tauschen
– Tipp: Infoseite der Kgl. Norwegischen Botschaft

Anreise
-> Auto:
Über Dänemark (Fähren ab Hirtshals)
Über Schweden (Fähren ab Fähren ab Kiel, Puttgarten, Travemünde, Rostock)
Ab Deutschland (Fähre Kiel-Oslo)

-> Billigflieger:
Norwegian: ab Berlin, Hamburg, Köln, München, Wien nach Oslo. Ab Berlin auch nach Stavanger, Bergen und Trondheim.

Reisen in Norwegen

-> Geschwindigkeitsbegrenzung:
Innerorts: 50 km/h, Landstr.: 80 km/h, Autobahn: 100 km/h

-> Reisegeschwindigkeit:
Durchschnittl. 60-70 km/h, Tagespensum: max. 200 – 300 km

-> Maut:
Kosten pro Urlaub ca. 30-60 Euro/Auto. An den Mautstationen einfach durchfahren.
Zahlung: Rechnung wird zugesandt. (Außer Atlantiktunnel)

-> Fähren:
An Hauptstr.: mehrmals pro Stunde. An kleinen Nebenstr.: 1-5 x / Tag.
Kosten pro Urlaub: 20-120 Euro (je nach Region)

-> Typisch Norwegen:
22.700 Brücken, 952 Straßentunnel, 32 Unterseetunnel und tausende Kreisverkehre…