Fußball in Norwegen – Welche Stadien sind sehenswert?

Verfasst am 06.03.2018 | Abgelegt unter Zusatzrubrik Reisen

Dass Norwegen ein wunderschönes Land ist, brauchen wir niemandem unserer Leser mehr zu erzählen. Doch auch im Sport und speziell im Fußball besitzt der skandinavische Staat viele Vorzüge. Nach der erfolgreichen Winter-Olympiade in Pyeongchang 2018 steht nun also wieder der Fußball in Norwegens höchster Spielklasse, der Eliteserien, im Vordergrund. Welche Spielorte und Stadien sollte man sich einmal angeschaut haben?

Nationalstadion in der Hauptstadt Oslo

Wer einmal Norwegens Nationalmannschaft spielen sehen möchte, muss einen Trip in die Hauptstadt fest einplanen. Der überwältigende Großteil aller Länderspiele findet nämlich im Osloer Ullevaal-Stadion statt. Es wurde 1991 komplett vom norwegischen Fußballverband Norges Fotballforbund NFF übernommen. Bis zum Jahr 2017 spielte zudem der Erstligist und fünfmalige Meister Vålerenga IF im Ullevall-Stadion. Dieser zog im September des vergangenen Jahres jedoch nach vielen Jahren um. Mit der Intility Arena steht dem Klub nunmehr ein eigenes Stadion zur Verfügung. Es fasst 17.333 Zuschauer und wurde seit dem Jahr 2008 geplant, bevor es endlich sechs Jahre später von der Stadtverwaltung durchgewunken wurde. Der Auftakt in der neuen Arena war für den Klub nicht besonders ertragreich. Stattdessen verlor die Mannschaft am 10. September 2007 mit 1:3 gegen Sarpsborg 08.

Ob es im Ullevaal-Stadion besser gelaufen wäre ist eine überflüssige Frage. Denn auch so scheinen die Chancen auf den ersten großen Triumph seit 2005 zumindest nicht völlig ausgeschlossen zu sein. Laut Betway liegt die Meisterschaftsquote bei 17,00 (Stand 1. März). Immerhin haben mehr Zuschauer auf den Tribünen des Nationalstadions Platz, denn nach zahlreichen Renovierungen und Umbauten beträgt die Kapazität des Stadions mittlerweile 28.000 Sitzplätze. Unter diesen befinden sich auch 1.470 VIP- und 20 Behindertenplätze. Diese Zuschauer sehen im Übrigen seit 1948 auch jährlich Norwegens Pokalfinale. Wie so oft in der Vergangenheit bestehen in Oslo mutige Pläne für weitere Ausbaustufen. So wurde gar über eine Überdachung der Arena diskutiert und zudem eine Erweiterung auf 30.000 Plätze besprochen.

Die erste große Stunde des Ullevaal-Stadions schlug 1927, ein Jahr nach der feierlichen Eröffnung, als im Länderspiel Norwegen auf seinen skandinavischen Rivalen Dänemark traf. Die Revanche zwischen den gleichen Gegnern führte 1949 zu einem Zuschauerrekord. Gleich 38.085 Menschen zahlten an den Kassen, um eine 0:2 Niederlage ihrer Landsmänner live mitverfolgen zu können. Wertvoll für den Besucher ist nicht nur das Stadion selbst oder das Spiel auf dem grünen Rasen unterhalb der Ränge. Stattdessen möchte man vonseiten des Fußballverbands die Geschichte richtig in Szene setzen, sodass für circa 1,76 Millionen Euro ein Museum innerhalb des Stadions eröffnet wurde.

Reiseziele neben Ullevaal-Stadion

Den durchschnittlichen mitteleuropäischen Fußballfan dürfte ein norwegischer Klub besonders bekannt sein. Es handelt sich um Rosenborg Trondheim, der zuletzt dreimal in Folge die Meisterschaft einfuhr. Als 25-maliger Meister spielt RBK im Lerkendal-Stadion. Die recht zentral gelegene Stadt besitzt angesichts der Erfolge ihres Vorzeigeklubs eine konstant gewachsene Fanbasis, die seit der Verpflichtung des internationalen Stars Nicklas Bendtner nur noch weiter wächst. Der Stürmer beeindruckt mit starken Leistungen und erzielte schon 19 Tore in 29 Spielen in Trondheim. Mit einer Kapazität von 21.405 Zuschauerplätzen ist das Lerkendal-Stadion zudem das zweitgrößte des Landes. Auch dieses Stadion besitzt bereits historischen Wert, wurde es doch ebenfalls vor langer Zeit gebaut. Die Eröffnung fand im August 1947 statt, doch Rosenborg spielte bis 1957 überhaupt nicht hier. Wie an so vielen Orten in Norwegen lohnte sich eine Renovierung deutlich mehr, als es ein kompletter Neubau getan hätte. So wurde der letzte aktuell noch stehende Tribünenteil 1996 errichtet.

Darf es noch ein wenig weiter in den Norden gehen? Dann landen wir in der nördlichsten Stadt der norwegischen Eliteserien, in Tromsø. Hier ist der Fußballklub Tromsø IL zuhause und trägt seine Spiele im Alfheim Stadion auf Kunstrasen aus. Besonders wird das Stadion dadurch, dass es das zweitnördlichste je genutzte europäische Fußballstadion in einem internationalen Wettbewerb ist. 6.801 Menschen finden in der 1987 eröffneten Spielstätte Platz, tun dies jedoch recht selten, vielleicht auch wegen der diversen anderen Freizeit-Optionen. Der Anreiz, Tromsø spielen zu sehen, ist nicht gerade der höchste für die Ortsansässigen. Noch nie konnte TIL die Meisterschaft gewinnen, doch immerhin war es 1986 und 1996 der norwegische Pokal. Durch die regelmäßigen Erfolge im Pokal werden die Zuschauer immerhin öfter einmal Zeugen europäischer Nächte. Dies wird sicherlich auch für Besucher interessant sein. Der letzte Auftritt war 2014/15 jener von Víkingur von den Färöer Inseln, welcher den Traum einer erneuten Teilnahme an der Europa League Gruppenphase zunichte machte.

Weitere sehenswerte Stadien in Norwegen stehen in Bergen, wo das 17.686 Zuschauer fassende Brann-Stadion Heimat des Erstligisten Brann Bergen ist, und Molde. Die fast schon winzige Stadt mit gerade einmal 25.000 Einwohnern besitzt ein schmuckes Stadion am Fjord mit einer stattlichen Kapazität. 11.000 Zuschauer finden auf den Rängen Platz. Ausgebucht ist die Anlage vor allem bei Spielen gegen den Hauptkonkurrenten Rosenborg Trondheim.

Doch auch kleine Anlagen haben ihren Charme. So z.B. das wohl am schönsten gelegene Stadion Europas in Henningsvær.

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