Gestrichene Flüge nehmen zu – Sparpolitik der Fluglinien

Verfasst am 27.05.2019 | Abgelegt unter Zusatzrubrik Reisen

Einsparungen in allen Unternehmensbereichen ist derzeit bei Fluglinien das Thema um in den Schwarzen Zahlen zu bleiben. Immer öfter passiert das zu Lasten der Passagiere, die unfreiwillig im Wartebereich zurückbleiben – kurzfristige Flugausfälle wegen zu geringer Auslastung nehmen zu.

2004 trat die EU-Fluggastverordnung in Kraft, die im Sinne des Konsumentenschutzes ein wirksames Druckmittel gegenüber Airlines schuf. Eine der wesentlichsten Erwägungsgründe stellte die hohe Anzahl nichtbeförderte Passagiere dar. Im Streben nach maximaler Auslastung überbuchten Fluglinien teilweise massiv. Zurück blieben verärgerte Kunden, die Zeit in der Wartehalle verbrachten anstatt im Urlaub.

Nichtbeförderung

Nichtbeförderung bedeutet, dass Kunden trotz gültigem Ticket, rechtzeitigem Check In (spätestens 45 vor Abfertigung falls nicht eine andere Zeitung angegeben wurde) und gültigen Reisedokumenten nicht zum Boarding zugelassen werden. Überbuchungen zur Erreichung der optimalen Auslastung ist legitim, weil es immer wieder – auch zu kurzfristigen -Stornierungen kommt.

Ist es für die Fluggesellschaft absehbar, dass eine Überbuchung gegeben ist, sind sie verpflichtet nach Freiwilligen zu suchen. Abzugelten ist dieses Entgegenkommen mit einem finanziellen Ausgleich zumindest in Höhe der gesetzlichen Entschädigung. Hier erspart sich der Kunde die monatelange Auseinandersetzung mit der Airline. Zusätzlich muss die Airline auf einen anderen Flug umbuchen bzw. kann der Kunde auch vom Vertrag zurücktreten und erhält die Ticketkosten rückerstattet.

Flugannullierungen

Steigende Kerosinpreise, unwirtschaftliche Strecken und Ausgleichszahlungen sind verantwortlich für eine Reihe von Insolvenzen in der Luftfahrtbranche. Gerade Strecken die Zubringerflüge bedienen, werden wegen zu geringer Auslastung oft kurzfristig gecancelt.

Grundsätzlich hat die EU nichts gegen die Streichung von Flügen einzuwenden, verlangt jedoch eine rechtzeitige Information der Passagiere, damit diese umdisponiere können. Erfolgt diese bis zu 14 Tage vor dem geplanten Abflug, ist keine Ausgleichszahlung zu leisten. Werden Passagiere innerhalb der 14 Tage vor dem geplanten Abflug informiert, kommt es darauf an um wie viel die Abflugs- und Ankunftszeiten des Ersatzfluges von der ursprünglichen Flugzeit abweicht. Ist diese nämlich innerhalb einer gewissen Zeitspanne, vermindert sich die Ausgleichszahlung um 50%. Alternativ können Kunden auch in diesem Fall vom Flug zurücktreten.

Flüge die mehrere Stunden vorverlegt werden, gelten für den EuGH auch als Annullierung. Die Rechtsprechung wurde in letzter Zeit ohnehin restriktiver in der Auslegung. Zählten zum Beispiel früher Streiks noch als außerdem gewöhnlicher Umstand, fallen dies nunmehr in den gewöhnlichen Betrieb einer Fluglinie.

Außergewöhnliche Umstände befreien Airlines von der der Ausgleichszahlung, weshalb dies bei jeder Beschwerde anfangs eingewendet wird. Meist werfen verärgerte Kunden entnervt das Handtuch, auch weil ein Prozess mit finanziellen Risiken verbunden ist. Fluggastportale wie etwa airhelp übernehmen diese Risiken wenn zB ein Flug gestrichen wurde und klagen Ansprüche notfalls gerichtlich ein. Airhelp war auch maßgeblich daran beteiligt, dass ungeklärte Fragen von EuGH entschieden wurden.

Als außergewöhnlicher Umstand zählen heute nur noch wirklich Fälle, die gänzlich unvorhersehbar sind. Stromausfälle etwa oder extreme Wettersituationen und Naturkatastrophen die die Flugsicherheit nicht gewährleisten können.

Gerade Flüge nach Norwegen können gerade in den Wintermonaten von Verspätungen betroffen sein, weil eine Enteisung nötig ist. Das zählt jedoch ebenfalls zum normalen Betrieb. In dieser Hinsicht sind renommierte Fluglinien von Vorteil, denn die kalkulieren diese nötige Maßnahme in der Regel ein.

 

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