Grauzone Glücksspiel – Norwegen greift durch

Verfasst am 17.02.2020 | Abgelegt unter Zusatzrubrik Reisen

Online Glücksspiel-Plattformen werden von vielen europäischen Ländern stark kritisiert. Regierungen versuchen Lösungen zu finden, um das Glücksspiel im eigenen Land zu unterbinden bzw. einzugrenzen und greifen zu harten Maßnahmen. Allen voran geht Norwegen, denn hier wurde ein neues Gesetz durchgebracht, welches den Geldtransfer von und zu ausländischen Glücksspielportalen untersagt. Spieler und Online Casinos reichen erste Klagen ein, doch Norwegen und auch andere Länder halten an ihrem Vorhaben fest.

Dienstleistungsfreiheit in Europa

Mit dem Gesetz der Dienstleistungsfreiheit in Europa entstehen gerade für Glücksspiel-Anbieter Lücken, durch die inländische Gesetze einzelner Länder clever umgangen werden können. Es ist kein Zufall, dass der Großteil aller europäischen Glücksspielportale im steuergünstigen Inselstaat Malta angesiedelt und registriert ist. Die vorteilhafte Regelung der Glücksspielszene ermöglicht Online Casinos einen einfachen Start, eine Glückspiellizenz ist leicht zu erhalten und Unternehmen müssen sich nicht mit den harten Gesetzen des eigenen Landes herumschlagen.

In vielen Ländern ist das Glücksspiel und die Inbetriebnahme eines Glücksspielangebots nämlich verboten. Aufgrund der allgemeinen Dienstleistungsfreiheit ist es Spielern aber nicht untersagt, online am Glücksspiel teilzunehmen. Da die Gesetze sich hier überschneiden, setzt das grundsätzliche europäische Gesetz ein, wodurch die große Grauzone der Branche entsteht. 

Verbotener Zahlungsverkehr für norwegische Bürger

Die norwegische Regierung hat dem Glücksspiel in vielerlei Hinsichten nun ein Ende gesetzt. Zumindest ist es allen norwegischen Spielern untersagt, Zahlungen an ein ausländisches Glücksspielportal zu senden oder Geld zu erhalten. Für das reibungslose Funktionieren dieses Gesetzes sind nicht zuletzt die Banken verantwortlich. Wem hier ein Fehler unterläuft, den erwarten hohe Geldstrafen. 

Zunächst war in Norwegen von einer Netzsperre die Rede. Diese lässt sich von Spielern, die auch nur einigermaßen Internet-affin sind, jedoch leicht umgehen. Letzten Endes hat man sich also für eine Zahlungssperre entschieden, die den Geldfluss mit ausländischen Online Casinos ein für alle Mal unterbindet. 

Aufregung bei Bürgern und Unternehmen

Norwegische Spieler fühlen sich nicht fair behandelt, doch auch Glücksspielanbieter, wie zum Beispiel https://www.mrgreen.com/at, sind stark von der Gesetzesänderung betroffen und wollen dagegen vorgehen. Nicht allein der Verlust einer großen Zielgruppe steht damit in Verbindung, auch die Tatsache, dass in Norwegen ansässige Unternehmen gar nicht erst die Möglichkeit haben, eine Glücksspiellizenz zu erhalten, sei Grund dafür. Mit der neuen Regelung schließt Norwegen alle Türen des Online Glücksspiels und darf sich in Zukunft mit Sicherheit noch der ein oder anderen Klage unterziehen.

Andere Länder, andere Sitten?

Abgesehen von einigen wenigen europäischen Ländern, sind sich die meisten Regierungen einig: sie alle wünschen, das Verbot des Online Glücksspiel durchzubekommen. In Ländern wie Österreich und Schweden ist von der Planung selber Taktik wie Norwegen die Rede. Sie möchten die Nutzung ausländischer Online Casinos verbieten, doch durchgesetzt hat sich soweit noch kein derartiges Gesetz. Spieler haben hier also noch immer die Möglichkeit, unbegrenzt auf in- und ausländische Glücksspielportale zuzugreifen, Geld zu senden und zu empfangen. 

In vielen Ländern macht man sich vor allem Sorgen um die potenzielle Spielsucht. Es wird daher immer mehr an Gesetzen zu vorbeugenden Maßnahmen gearbeitet, die von Glücksspielportalen erfüllt werden müssen. So muss zum Beispiel die Möglichkeit gegeben sein, tägliche und wöchentliche Limits aktivieren zu können und Hilfestellung zur Suchtprävention und Beratung muss gegeben sein. Man möchte zudem angebotene Bonusaktionen und entsprechende Werbung regulieren, die Spieler häufig in die Irre führen. 

Sorge um die Spieler

Nicht alle Regierungen stehen hinter dem gänzlichen Verbot des Glücksspiels. Vielmehr geht es den meisten Ländern darum, seine Spieler zu schützen und Suchterscheinungen zu vermeiden. Außerdem sollen natürlich auch finanzielle Krisen nicht entstehen. Mit dem Hintergrund dieser Besorgnis lassen sich Entscheidungen der Regierungen in Hinsicht auf Glücksspielgesetze schon wesentlich besser nachvollziehen. Spieler und Unternehmen können dennoch gespannt bleiben, was sich in den nächsten Jahren in der Branche verändern wird.

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