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Beitrag vom Mittwoch, 26. Februar 2020

Online Gaming – Suchtgefahr oder Training fürs Hirn?

Jeder, der sich schon einmal in ein Spiel vertieft hat, kennt das nagende Gewissen, das einem immer wieder mitteilt, dass man seine Zeit doch wirklich sinnvoller nutzen kann. Schließlich wird man durch die verspielte Zeit am PC nicht unbedingt schlauer – und jünger schon gar nicht, oder?

Tatsächlich ist es schwer, den Computer irgendwann auszuschalten, das ist in Norwegen nicht anders als in Deutschland. Jedes Spiel, das ab und zu eine Belohnung abwirft, hat großes Suchtpotential. Stunden können dabei vergehen und jeder neue Online Casino Bonus wird zum Auftakt für eine neue Runde im Lieblingsspiel. So spielen viele Gamer häufig bis tief in die Nächte hinein.

Die manchmal ungezügelte Leidenschaft für das Spiel kennen alle. Sowohl Casinospieler als auch Spieler von auch in Norwegen beliebten Ego-Shootern oder Strategiespielen kennen die Suchtgefahr. Diese hat unter Umständen nicht nur negative Auswirkungen auf das Sozialleben der Spieler, sondern auch auf den Körper. Angefangen mit dem schlechten Sehvermögen, das jeder nächtliche Zocker durch die Blaufärbung des Lichts seiner Bildschirme bekommt, über Schlafprobleme bis hin – und das haben neue Forschungsergebnisse gezeigt – zur Abnahme der Gehirnleistung.

Die Wahl des Spiels ist die Rettung

Doch nicht alle Spiele verursachen so massive negative Effekte wie die Reduktion der Gehirnleistung im Bereich der Emotionsregulierung oder Entscheidungsfindung, wie MRT-Scans an Gamern in Tests gezeigt haben. Die Wahl des Spiels scheint entscheidend. Die weltweit beliebten Spiele World of Warcraft oder The Witcher, Online Strategie- und Rollenspiele, kommen hier besonders schlecht weg. Hier ist  nach einem längeren Konsum die Hirnleistung der Probanden deutlich sichtbar zurückgegangen.

Zudem ist bei erfahrenen Spielern ein Rückgang des Hirnvolumens mit einer höheren Suchttendenz aufgetreten. Kurz gesagt: Diese Spiele machen somit nachweislich nicht nur dumm, sondern auch süchtig.

Doch es gibt eine gewisse Erleichterung ausgerechnet für jene, die die im Volksmund als “sinnlose Ballerspiele” verpönten Ego-Shooter spielen. Diese Games haben durchaus positive Effekte auf das Gehirn. So können Fans von Ego-Shootern ihre Entscheidungsfähigkeit durch das Spiel mit Counter Strike oder Half-Life und Co. verbessern. Besonders die Unvorhersehbarkeit des Spiels, verglichen mit eher gemächlichen Strategiespielen, schult dabei die Probanden in ihrer Entscheidungskraft.

In den Tests konnte das Steigern der Intelligenz zwar nicht nachgewiesen werden, jedoch eine Steigerung der Schnelligkeit bei den zu fällenden Entscheidungen. Ego-Shooter-Fans können das dann auch im Alltag verwenden, zum Beispiel beim Autofahren. Auch in Extremsituation können Gamer mit diesem Training eher einen kühlen Kopf bewahren als andere.

Gehirnjogging mit neuen Online Games?

Die Studien, die positive Effekte durch das Spielen mit Ego-Shootern nachweisen konnten, haben nun eine ganz neue Branche auf dem Spielemarkt entstehen lassen. So gibt es sogenannte “Gehirnjogging Spiele”, die sich nur auf die Gedächtnis- und Konzentrationsfähigkeit sowie auf die Intelligenz konzentrieren. Gerade im Alter verliert der Mensch in diesen Bereichen seine Fähigkeiten. Online Spiele, die darauf gezielt einwirken können, indem sie die Kompetenzen durch Übungen fördern, erscheinen dabei besonders vorteilhaft.

Denn die Spiele sind nicht nur unterhaltsam, sie sorgen laut Hersteller auch dafür, dass Sie als Konsument “intelligenter werden” und Ihr “Gehirnalter” entsprechend nach unten geschraubt wird. Warum auch nicht? So können Übungen für das Gehirn mit Spielspaß verbunden werden. Das wird schließlich schon längst auch beim Erlernen von Sprachen oder Schulfächern wie Mathematik praktiziert. Auch das Spielen von Schach soll schließlich den IQ verbessern. Ist dann das Online Spielen nicht genauso dazu fähig?

Doch so schnell lässt sich wohl kein Beweis dafür erbringen, dass das Spielen von Online Games intelligenter macht. Zumindest werden die Studien, die eine Steigerung der Leistungsfähigkeit des Gehirns sehen, wie die Hersteller anführen, heftig kritisiert.

Grund dafür ist die fehlende Wissenschaftlichkeit der bislang geführten Forschungen, die ausschließlich von den Unternehmen in Auftrag gegeben wurden, die diese Online Games vertreiben möchten. Ob über die Vorteile von Ego-Shootern hinaus wirklich ein positiver Effekt beim Spielen von Online Games entsteht, sollten bald unabhängige Forschungseinrichtungen beweisen. Denn spannend wäre es natürlich, seine Leidenschaft für das Online Spielen mit der Steigerung seiner Gehirnleistung verbinden zu können.

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