20190730_120925

Beitrag vom Freitag, 20. Dezember 2019

Was übrig bleibt, vom Wikingertum Norwegens

Es gibt sie, die unermüdlichen Fans der Hit-Serie „Vikings“, die jedes Jahr auf ein Neues gen Bergen, Oslo und Kattegat pilgern, um sich auf den Spuren ihrer Helden zu bewegen. Nicht wenige von diesen Menschen ergattern dabei übrigens auch Komparsen-Rollen für die vielen Schlachten der Serie. Mehr noch aber sind sie auf der Suche nach dem wirklich wahren Leben der Wikinger aus den guten alten Zeiten, viele Jahrhunderte zurück. Denn auch wenn das Leben damals hart schien und gefühlt alle fünf Monate ein neuer Krieg begann, so sehnt man sich heute doch ein wenig zu dieser Zeit zurück. Ein Leben gemeinsam am Feuer, mit dem Schmid um die Ecke und „Ausflügen“ nach England und Frankreich – viele stellen sich das Leben viel cooler vor als in Wirklichkeit wohl gewesen sein muss. Was aber bleibt heute noch vom Leben der einstigen Wikinger in Norwegen zurück?

Die Liebe zur Natur

Das Land selber wird sich in den letzten 500 Jahren kaum verändert haben. Abgesehen von den großen Ölplattformen an den Küsten ist Norwegen nahezu unverändert. Und das hat auch gute Gründe. Zum Einen ist die Bevölkerungsdichte immer noch eine der niedrigsten auf der ganzen Welt, zum Anderen schätzen die Norweger ihre Natur und ihre Ruhe. So gibt es besonders im spärlich bebauten Norden des Landes mehr Skiwege als Straßen für Autos und mehr Wanderwege als Kinos. Und man spielt auch eher zuhause im Online Casino als sich dafür auf den Weg machen zu müssen. Gerade jetzt zur Winterzeit merkt man wieder, von welchen Kulturkreisen die Norweger abstammen. Denn nichts ist hier dann wichtiger als Familie. Ob es nun ein langer Spaziergang durch den Wald ist oder das gemeinsame Aussuchen – und Fällen – des Weihnachtsbaums: diese Dinge werden stets gemeinsam unternommen. Dies erinnert stark an die enge Verbundenheit der Wikinger, in denen oft mehrere Familien der gleichen Blutlinie unter einem Dach lebten und sich gegenseitig schützten. Heute muss man zwar nicht mehr das Feuer am Leben erhalten, sondern kann sich auf seichte Unterhaltung einlassen. Wie etwa mit einem Becher heißen Tee und einer Runde Book of Ra auf dem eigenen Sofa, während der Schnee draußen immer höher wird. Die Wikinger von damals wären stolz auf ihre heutigen Nachfahren.

Langsames Leben

Und dann wäre da ja auch noch das allgemeine Leben auf den Straßen. Klar, in Oslo geht es jetzt zu wie in einem Themenpark, mit all den Lichtern und all den Weihnachtsmärkten. Allerdings muss man nur fernab der Hauptstraßen gucken und wird schnell das eigene Glück finden. Denn hier geht es noch gemächlich zu, man versteht es sich Zeit zu lassen. Auch die Wikinger damals waren ja nicht nur Krieger und Plünderer, sondern genauso daran interessiert, ein gutes und lebenswertes Leben zu genießen. Daher wurde schon zu Zeiten von König Olaf I darauf geachtet, sich selbst nicht immer zu ernst zu nehmen, sondern auch mal Zeit in der Sauna zu verbringen. Das Leben der modernen Norweger ist zwar ähnlich wie das der Nachbarn aus Schweden, aber wenn es darauf ankommt, es sich gutgehen zu lassen, dann kennt Oslo sich besser aus als Stockholm.

Abgelegt unter

Nächster Artikel

21. Dezember 2019

Vorheriger Artikel

Lesetipps

Unsere Empfehlungen