Wildcamping in Norwegen – das gilt es zu beachten

Verfasst am 24.07.2019 | Abgelegt unter Zusatzrubrik Reisen

Erfahrene Campingfreunde können ein Lied davon singen: Es gibt nichts Schöneres, als in der freien Wildnis sein Zuhause auf Zeit aufzustellen. Tiefer in die Natur lässt es sich kaum eintauchen und spannende Tierbeobachtungen sind meist ein fester Bestandteil. Ein Campingurlaub ist für rund 11,5 Millionen Deutsche der Favorit unter den Urlaubsarten. Natürlich ist auch ein angelegter Campingplatz eine feine Sache, jedoch besitzt Wildcamping einige Vorteile:

– Es entstehen keine Übernachtungskosten;
– Man hat freie Platzauswahl und kann sich dadurch an einem individuellen Ort, ganz nach eigenem Geschmack, niederlassen.
– Die teils langwierige Suche nach einem adäquaten Campingplatz bleibt Reisenden erspart.
– Je nach Auswahl des Platzes stören keine Nachbarn, die man sich zudem auf einer Anlage nicht aussuchen kann.
– Man muss sich an keine Ruhe- oder Schließzeiten
Grillen ist – unter Beachtung der üblichen Vorsichtsmaßnahmen – meist möglich.

Nachteile des Wildcampings

Wildcamping besitzt viele Freunde, gleichfalls sind Campingplätze beliebt, befindet man sich mit dem Zelt, einem Wohnwagen oder Mobilheim im Urlaub. Eine Anlage bietet besten Komfort, wildes Campen dafür höchste Individualität, aber:

– In der Regel ist kein fließendes Wasser vorhanden.
– Toiletten und Duschen gibt es nicht.
– Es sind keinerlei Serviceleistungen oder Schutz durch Bewachung beziehungsweise eine Umzäunung vorhanden.

In Norwegen wild campen

In Norwegen, dem wunderschönen Land aus schier unendlichen Fjorden, rauschenden Wasserfällen, eindrucksvollen Bergmassiven, idyllischen Seen und ausgedehnten, üppig grünen Wäldern, gilt das Jedermannsrecht. Es beinhaltet die Erlaubnis zum Wildcampen für nicht motorisierte Übernachtungsgäste und zum Fischen. Beachtet werden sollte in diesem Bereich, dass sich das Recht nicht auf Wohnmobile und Wohnwagen erstreckt. Zurzeit (Stand 2019) wird das sogenannte „Freistehen“ jedoch toleriert. Empfehlenswert ist, dass dabei kein übliches Campingverhalten an den Tag gelegt wird, das heißt, alles, was nach einem längeren Aufenthalt aussieht, besser vermeiden. Dazu gehören das Ausfahren der Markise, der Teppichboden vor dem Fahrzeug und das Aufstellen von Tisch und Stühlen im Freien.

Um die Toleranz nicht auszureizen, bleibt man besser nicht länger als zwei Tage. Lärm sollte ebenso ausgeschlossen werden wie das Abstellen des Fahrzeuges direkt vor Wohnhäusern. Ist das Parken am ausgesuchten Platz grundsätzlich nachts verboten, worauf in der Regel Schilder hinweisen, kommt dieser nicht in Frage. Nimmt man sich diese Dinge zu Herzen, gibt es kaum Probleme mit den zuständigen Behörden.

Worauf man beim Wildcamping mit Zelt in Norwegen unbedingt achten sollte

1. Das Zurücklassen von Abfall ist ein striktes Tabu.

2. Auch wenn es noch so natürlich ist, sonstige Hinterlassenschaften sollten beseitigt oder zumindest eingegraben werden.

3. Lärm ist zu vermeiden, nicht nur in der Nähe von Wohnhäusern, dort wird Wildcamping sowieso nicht gern gesehen, sondern auch in der freien Natur. Zu leicht wird die Tierwelt in ihrem gewohnten Rhythmus gestört.

4. Kein offenes Feuer innerhalb oder in der Nähe eines Waldes in den Monaten von Mitte April bis Mitte September anzünden.

5. Nicht das Zelt auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche

6. Auch hier gilt: Ein bis zwei Tage an einem Ort reichen aus.

7. Man verlässt den Platz immer genau so, wie man ihn vorgefunden hat.

Was sollte für Wildcamping mit Zelt in Norwegen eingepackt werden

Es gibt einiges an Campingzubehör, was sich einzupacken empfiehlt, bevor man sich mit dem Zelt in die Wildnis von Norwegen begibt, um auf einen gewissen Komfort nicht verzichten zu müssen. Gleiches gilt auch für die Ausstattung eines Wohnwagens oder Wohnmobils. Was nicht bereits vorhanden oder defekt ist, sollte in jedem Fall ersetzt werden, bevor die Reise beginnt. An erster Stelle steht ein Campingkocher, der für die Zubereitung eines warmen Getränkes wie Kaffee oder Tee unersetzlich ist. Dazu gehört ein kleiner sowie ein größerer Topf  zum Wasserkochen und, um sich auch mal ein warmes Essen zubereiten zu können. Die Mitnahme von Nudeln oder Reis, Fertigsaucen oder Fertiggerichten hat sich bewährt, besonders, wenn man zu Fuß oder mit dem Fahrrad mit so wenig Gepäck wie möglich unterwegs ist. Besteck darf selbstverständlich auch nicht fehlen. Hilfreich ist außerdem immer ein Taschenmesser, das über einen Dosenöffner und einen Korkenzieher verfügt. Die meisten Handys (es gibt wohl kaum noch jemanden, der keines besitzt) beinhalten auch eine Taschenlampe. Sollte dies nicht der Fall sein, packt man diese auch ein. Vor allem Stirnlampen sind praktisch, denn dann hat man die Hände frei und trotzdem eine gute Beleuchtung. Schlafsack und Isomatte komplettieren die vorstehende Grundausrüstung.

3 Top Plätze zum Wildcampen in Norwegen

– Strände – Küstenbereiche eignen sich in der Regel perfekt zum Campen, die Geräuschkulisse der Wellen und der Blick auf das Meer sind fantastische Höhepunkte. Selbst wenn es dort tagsüber etwas belebter ist, kehrt abends meist eine himmlische Ruhe ein. Der drei Kilometer lange Borestrand an der Südwestküste gilt als einer der schönsten von Norwegen. Aufgrund seiner Größe findet sich dort immer ein abgelegenes Plätzchen, zudem kommen Surfer hier auf ihre Kosten. Wer sich als Wildcamper zwischendurch nach etwas Komfort sehnt: Es gibt auch einen Campingplatz vor Ort.

– Fjorde – Auf eine wunderschöne Naturumgebung und oftmals unglaubliche Stille trifft man in den Fjorden Norwegens. Hier besteht nicht nur die Möglichkeit, ein Zelt für ein, zwei Tage aufzuschlagen, sondern es steht Robben- und Walbeobachtung auf dem Programm. Darüber hinaus stellen sie das reinste Angler-Paradies dar, denn dort wimmelt es nur so von Fischen, darunter Seelachs, Kabeljau und Heilbutt. Um beispielsweise Schwertwale bei der Jagd zu beobachten, eignet sich die Fjorde im Norden Norwegens bestens. Besonders in den Monaten November bis Februar finden sich riesige Heringsschwärme und damit auch die berühmten Orcas ein.

– Seen – An vielen Gewässern stößt man auf Einsamkeit. Sie stellen den perfekten Ort für Ruhesuchende zum Aufstellen des Zeltes dar. Entspannende Blicke auf den See, in dem sich die umstehenden Bäume im glasklaren Wasser widerspiegeln, lassen sich beispielsweise am Snasavatnet genießen. Mit einer Fläche von gut 120 Quadratmetern ist er der sechstgrößte See Norwegens. Er befindet sich zentral im Land, nordöstlich der Stadt Steinkjer. Erfrischende Badefreuden sind garantiert, wobei sich dafür der Hochsommer empfiehlt, denn die Wassertemperaturen sind im ganzen Land ziemlich niedrig. Der See eignet sich im Übrigen auch perfekt zum Angeln, besonders Forellenliebhaber finden dort ihr Glück.

 

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