Der Norwegische Stil des Gerhard Munthe

Verfasst am 23.04.2015 | Abgelegt unter Berühmte Norweger, Gesellschaft / Leben in Norwegen, Kultur / Architektur / Design

Gerhard Peter Frantz Wilhelm Munthe (1849-1929) machte sich in Norwegen einen Namen als Maler der Romantik, aber auch als Grafiker und Illustrator für Märchen- und Sagenbücher. Er entwarf zudem die Vorlagen für einige bekannte Bilderteppiche und schuf Gemälde, die uns einen Einblick in das häusliche Umfeld zur Jahrhundertwende geben.

Uvdal

Norwegische Farben – Uvdal Stabkirche

In den bürgerlichen Wohnungen Norwegens hatte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts allerlei europäisch inspirierter „Schmuck“ angesammelt. Munthe forderte, „Plüsch, Palmen und staubsammelnde Textilien“ zu entfernen, sich auf die eigene Kultur zurück zu besinnen und den Wohnraum zu „vernorwegisieren“, wie er es nannte. Für sein eigenes Haus in Leveld bei Bærum (nahe Oslo) entschied er sich für eine Farbkomposition, für die er eine eigene national-norwegische, volkskunst- und naturinspirierte Farbpalette entwarf, bestehend aus leuchtendem Rot, rötlichem Violett, Indigoblau, bläulichem Grün und sattem Gelb.  (Quelle)
Doch war Munthe keineswegs nur auf das Norwegische an sich fixiert. Er versuchte vielmehr seine nationale Kunst in einen internationalen Kontext zu stellen. So fühlte er sich der Kunst des Franzosen Eugène Grasset, dem Wegbereiter des Jugendstils, verbunden. Daraus resultuerend tragen alle Motive, die er für die Illustration von nordischen Sagen entwarf, jugendstilistische Züge.
Inspiration fand Munthe auch in der japanischen Kunst, deren Ideale und Schönheit er propagierte und teilweise auch übernahm, z.B. im Bild blodsporene (Blutspuren).

Begeistert zeigte sich Munthe auch vom Werk des Schweden Carl Larsson, dessen gestalterischen Ansichten er absolut teilte. Allerdings hatte Munthe in Norwegen deutlich weniger Durchschlagskraft als Larsson in Schweden, dessen Interieur-Bücher zu Bestsellern wurden.

Gerhard Munthes Bilder sind im Bergen Kunstmuseum und in der Nationalgalerie zu sehen. Die Illustrationen schmücken noch heute viele norwegische Märchenbücher.
Weitere Interieur-Bilder hier.

Weiterführende Texte:
Munthe & Aubert – norwegische Farben (norwegisch)
Farbentwicklung in der norwegischen Architektur (norwegisch, pdf)

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Kleine Länderkunde

– 323.802 km² ist Norwegen groß, und damit etwas kleiner als Deutschland. Rechnet man jedoch den von Norwegen verwalteten arktischen Archipel Spitzbergen mit hinzu, sind es 384.824 km².

– Im Gegensatz zu Mitteleuropa ist Norwegen äußerst dünn besiedelt. Gerade einmal 5,2 Millionen Menschen sind im Lande der Wikinger und Elche zu Hause, 660.000 von ihnen wohnen in Oslo, 279.000 in der zweitgrößten Stadt Bergen.

– Norwegen streckt sich reichlich in die Länge. Ganze 1.572 km sind es vom Südzipfel, dem Kap Lindesnes, bis zum Nordkap. An seiner schmalsten Stelle misst das Land gerade einmal 6330 Meter.

– Die Landessprache ist Norwegisch, allerdings in zwei schriftlichen Varianten: bokmål und nynorsk. Dies macht sich auch beim Ländernamen bemerkbar. Heißt Norwegen auf bokmål „Norge“, so trägt das Königreich auf nynorsk die Bezeichnung „Noreg“.
Zweite Landessprache ist Samisch, wenngleich diese nicht alle erlernen müssen.

Bezahlt wird mit der norwegischen Krone.

Homepage-Tipps

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Fun Facts

-> Der Lærdalstunnel ist mit 24,5 km der längste Straßentunnel der Welt. Er führt von Lærdal nach Aurland in Westnorwegen und besitzt drei große, beleuchtete Felshöhlen, in denen man auch anhalten kann.

-> Der Fjærlandstunnel ist der einzige Tunnel der Welt, der unter einem Gletscher entlang führt.

-> Der Eiksundtunnel führt 287 m unter dem Meer entlang und ist somit der tiefste Untersee-Straßentunnel der Welt. Zumindest noch. Tiefere Unterseetunnel sind in Norwegen bereits im Bau.

Vermischtes

Web-Cams aus Norwegen:

Kleine Web-Cam-Sammlung Norwegen

Große Web-Cam-Sammlung Norwegen.

An- und Weiterreise Norwegen

– Ausweis reicht
– Kinder: eigener Kinderreisepass
– Zollvorschriften beachten (speziell für Alkohol und Tabak)
– Einreise mit Tieren -> Link
– Währung: Norwegische Krone (Kurs ca. 1:9,5)
– Geld: Abheben an Geldautomaten vor Ort möglich
– Ca. 50 Euro schon vorab auf der Bank tauschen
– Tipp: Infoseite der Kgl. Norwegischen Botschaft

Anreise
-> Auto:
Über Dänemark (Fähren ab Hirtshals)
Über Schweden (Fähren ab Kiel, Puttgarten, Travemünde, Rostock)
Ab Deutschland (Fähre Kiel-Oslo)

-> Billigflieger:
Norwegian: ab Berlin, Hamburg, Köln, München, Wien nach Oslo. Ab Berlin auch nach Stavanger, Bergen und Trondheim.

Reisen in Norwegen

-> Geschwindigkeitsbegrenzung:
Innerorts: 50 km/h, Landstr.: 80 km/h, Autobahn: 100 km/h

-> Reisegeschwindigkeit:
Durchschnittl. 60-70 km/h, Tagespensum: max. 200 – 300 km

-> Maut:
Kosten pro Urlaub ca. 30-60 Euro/Auto. An den Mautstationen einfach durchfahren.
Zahlung: Rechnung wird zugesandt. (Außer Atlantiktunnel)

-> Fähren:
An Hauptstr.: mehrmals pro Stunde. An kleinen Nebenstr.: 1-5 x / Tag.
Kosten pro Urlaub: 20-120 Euro (je nach Region)

-> Typisch Norwegen:
22.700 Brücken, 952 Straßentunnel, 32 Unterseetunnel und tausende Kreisverkehre…