Atlantikstraße

Beitrag vom Mittwoch, 05. Juli 2023

Klima & Reisezeit Norwegen

Klima Norwegen

Norwegen ist klimatisch zweigeteilt, wobei die Trennlinie nicht wie man vielleicht vermuten könnte zwischen dem Süden und dem Norden des Landes verläuft, sondern zwischen West und Ost.
Die Küste des Landes ist stark vom Golfstrom geprägt. Die führt dazu, dass selbst im äußersten Norden das Meereswasser im Winter nicht gefriert.
Im Binnenland hingegen kann es im Süden wie auch im Norden im Winter recht kalt und im Sommer vergleichsweise warm werden.

Küstenklima

Niederschlag: Die Niederschlagswerte sind hoch bis sehr hoch. In einzelnen Gegenden, wie dem Raum Bergen, muss mit 2000 – 3000 mm pro Jahr gerechnet werden (Berlin 500 mm). Allerdings gilt dies nur für Gegenden mit Bergen, wo sich der Regen stauen kann. Über flache Inseln ziehen die Wolken meist hinweg und es regnet nur halb so viel. (Bømlo, Sola, Region Jæren, Hitra, Frøya). Der Niederschlag fällt auch im Winter meist als Regen. In „guten“ Jahren sind auch mal ein paar Schneewochen mit dabei. Mit 3-5 schneesicheren Monaten kann erst ab den Provinzen Troms und Finnmark gerechnet werden.
Temperaturen: Der Sommer ist meist recht kühl mit 12-15 Grad im Norden und 14-17 Grad im Süden. An einzelnen Tagen und bei Hochdruckeinfluss können es auch mal 20-30 Grad sein.
Im Winter ist im Süden und der Mitte eine Temperatur von 5-8 Grad normal. Seltener liegt die Temperatur mal bei 0 bis -5 Grad. Im Norden sind +2 bis -8 Grad die Regel.
Stabilität des Wetters: Auch wenn der Wetterbericht fünf Tage Regen ankündigt, so heißt dies meist nicht, dass auch mal die Sonne scheinen kann. Im Sommer klart es häufig besonders abends und nachts auf. In exponiert liegenden Gegenden sind schnelle Wetterwechsel an der Tagesordnung, an Bergen setzen sich die Wolken oft fest.

Fjordklima

Den Begriff gibt es eigentlich nicht. Da sich das Wetter an den Fjorden aber gerne von dem an der Küste und im Binnenland unterscheidet, will ich es mal so nennen.
Niederschlag: Die Werte sind abhängig von der Lage. Richtung Küste fällt meist viel Regen, weiter im Binnenland oftmals weniger. So gibt es am Sognefjord und Hardangerfjord Orte, die im Lee liegen und nur halb so viel Niederschlag aufweisen, wie nur 20 km entfernte Siedlungen. Am Sognefjord sind das Lærdal und Skjolden, am Hardangerfjord Eidsfjord. Die Winter sind recht wechselhaft mit einem Gemisch aus Regen und Schnee, wobei schon 200 m hoch gelegene Orte wieder als schneesicher gelten können, da sie weit genug vom warmen Fjordwasser entfernt sind.
Temperaturen: Die Sommer sind mild bis warm. Am Fjord direkt können die Nächste auch recht mild sein. Tags werden meist Temperaturen von 15-25 Grad erreicht.
Winter: Wenn Schnee fällt, dann meist viel. Die Temperaturen variieren zwischen +5 und -5 Grad.

Der Geirangerfjord

Binnenklima

Binnenklima haben Gebiete, die im Süden etwa 200 km von der Küste entfernt liegen, im Norden 20-30 km.  Binnenklima hat auch Oslo.
Niederschlag: Die Niederschlagsraten des Binnenlands liegen meist deutlich unter denen der Küste. Meist sind es zwischen 600 und 800 mm. In den letzten Jahren kam es allerdings öfter zu Starkregenereignissen mit Überschwemmungen in den Tälern.
Temperaturen: Die Sommer sind meist recht warm. Es werden relativ häufig Temperaturen von über 20 Grad erreicht. In guten Sommern können es auch mal 30 Grad sein.
Winter: Die Winter sind vielerorts recht streng, mit Schnee zwischen Dezember und Anfang April, wobei die Schneesicherheit mit zunehmender Entfernung von der Küste stark zunimmt. Die Temperaturen schwanken zwischen -5 und -25 Grad in den meisten Gebieten und -10 und -35 Grad in sehr exponiert gelegenen Regionen.

Gebirgsklima

Die Waldgrenze liegt im Süden bei rund 800 m, im Norden bei 200-300 m. Es herrschen alpine Verhältnisse.
Niederschlag: In küstennahen Gebirgen ist dieser sehr hoch. Genaue Angaben existieren nicht, aber es können 2000 – 4000 mm sein, weshalb es hier auch viele Gletscher gibt. Gebirge im Binnenland haben meist nur um die 1000 mm vorzuweisen.
Temperaturen: Die Sommer sind recht kurz. Sie beginnen Ende Juni und Enden Mitte/Ende August. Der Herbst ist bis Ende September ein guter Wanderzeitraum. Im Sommer sind Temperaturen von 0 Grad und Neuschnee ebenso keine Seltenheit wie 20 Grad und Sonne.
Im Winter sind die Gebirge beliebte Ziele von Langläufern. Die Temperaturen können unter -30 Grad fallen, meist ist es aber mit -5 bis -25 Grad relativ „mild“. Mit Wetterumschwüngen ist zu rechnen.

Unterwegs in Jotunheimen

Reisezeit

Für eine Reise im Sommer ist am besten die Zeit zwischen Ende Juni und Mitte August geeignet. Etwas wechselhafter kann das Wetter Anfang Juni und Ende August sein und einige Sehenswürdigkeiten und Unterkünfte haben noch/wieder verkürzte Öffnungszeiten. Wen das nicht stört hat eine Saison von Juni bis August.
Im äußersten Norden ist Anfang Juni erst Frühling und ab Ende August schon Herbst.

Die beste Reisezeit im Winter ist der März. Die Luft ist mild und frühlingshaft, die Tage länger und es liegt noch genug Schnee. Am preiswertesten, aber meist auch am kältesten ist es im Januar. Ich persönlich finde, dass alle Zeiten zwischen Anfang Dezember und Ende März etwas für sich haben. Der Winter lohnt immer eine Reise, auch wenn es dunkler ist. Die Tageslicht herrscht im Süden Anfang Januar von 9-15.30 Uhr, im Norden ist es dunkel (Polarlichter!). Anfang März ist es in Südnorwegen schon von 7 bis 17 Uhr hell, im Norden nur unwesentlich kürzer.

Den Frühling genießt man im Süden am besten im Mai, wenn die Obstbäume blühen. Der April ist meist sehr durchwachsen und von Tauwetter geprägt.
Frühlingsbeginn, mit dem grünen der ersten Bäume, ist an der Küste im Süden Ende April, im Binnenland zwischen 1. und 17. Mai.
Im Norden wird es erst ab Ende Mai frühlingshaft, teilweise auch erst am 1. Juni.

Der Herbst ist im Gebirge am schönsten Anfang/Mitte September, in den Tälern Mitte/Ende September. Ab Mitte Oktober ist das meiste Laub schon gefallen.

Herbst auf den Lofoten

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