Sankt Hans in Maihaugen, Lillehammer

Beitrag vom Freitag, 21. Juni 2019

Mittsommer – Sankt Hans

Am 21. Juni war Sommersonnenwende und damit der längste Tag des Jahres. Da die warme Jahreszeit im Norden doch recht kurz ist, will der Mittsommer auch gebührend gefeiert werden. Dies geschieht in Norwegen am Vorabend des Namenstages Johannes der Täufers, dem 24. Juni, genau ein halbes Jahr vor Heilig Abend. Das Fest hat im Norwegischen zwei Namen, zum einen „Sankt Hans“, und zum anderen „Jonsok“. Der Begriff leitet sich vom altnordischen jónsvaka ab und kann mit „Nachtwache für Jon“ übersetzt werden, wobei Jon eine andere Bezeichnung für Johannes ist.
Der Sprachforscher Ivar Aasen hingegen war der Auffassung, dass das Fest einst in Gedenken an den nordischen Gott Balder (Baldur) begangen wurde. Balder, der den Beinamen „Der Gute“ trug, war Sohn von Odin und Frigg. Eines Nachts träumte er von seinem baldigen Tod. Frigg belegte daraufhin alle Dinge mit einem Eid, auf dass diese Balder nicht mehr schaden konnten. Jedoch vergaß sie den Mistelzweig. Loki nahm ausgerechnet diesen mit zum Versammlungsort, an dem die Götter zum Spaße auf den unverwundbaren Balder schossen. Loki überredete Balders blinden Bruder Hod, auf Balder mit dem Mistelzweig zu schießen. Balder fiel daraufhin tot um. Nachdem alle Versuche misslangen, Balder zurück ins Leben zu holen, entzündeten die Asen ein großes Feuer für ihn.
Noch heute werden traditionell an vielen Orten große  Lagerfeuer (bål) entfacht.
Eine besonders lange Tradition hat das Mittsommerfest in Bergen, wo das Feuerholz ab dem Jahre 1665 am Sydneshaugen aufgestapelt wurde.
Dass ein solches Feuer durchaus auch etwas größere Ausmaße annehmen kann, zeigt dieser Film aus der Westküstenstadt Ålesund:

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