Die Schlacht im Trollfjord

Verfasst am 06.03.2015 | Abgelegt unter Kultur / Architektur / Design, Nord-Norwegen & Nordlicht

Der von knapp 1000 m hohen Bergmassiven flankierte Trollfjord im nordnorwegischen Inselreich der Lofoten ist der schmalste Wasserarm des Landes und an seinem Beginn nur etwa 100 m breit. Hier hinein verirren sich zuweilen Fischschwärme, die eine leichte Beute für Fischer darstellen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erlangten die neuen, großen Dampfschiffe eine immer größere Vormachtstellung gegenüber den traditionellen Nordlandsbooten, was zu Konflikten führte. U.a. war es nun möglich, große Schleppnetze auszuwerfen und somit deutlich mehr Fisch an Land zu ziehen als vorher.

Hauptzeit des Fischfanges auf den Lofoten ist der Winter, speziell die Zeit Februar/März. Tausende Fischer reisen an, um Dorsch an Land zu ziehen. Man übernachtete einst in ärmlichen Fischerhütten, den Rorbuer, die heute, saniert und aufgewertet, besonders gern von Touristen genutzt werden.

Im Winter 1890 war der Trollfjord zugefroren. Repräsentanten der Nordlandfischer baten am 5. März die Reeder der Dampfschiffe, das Eis aufzubrechen und so einen Zugang zu den Fischschwärmen im Fjord zu ermöglichen. Dies geschah, jedoch nicht uneigennützig, denn man versperrte daraufhin die Zufahrt mit Netzen und verlangte „Eintritt“. Da der Fjord jedoch Allgemeingut war, konnte dies nicht akzeptiert werden. Die Fischer enterten am 6. März die Schiffe und es kam zur „Schlacht am Trollfjord“. In dieser obsiegten die Fahrer der Nordlandboote, die sich einen freien Zugang zum Fjord erkämpften und ein Jahr später im Parlament ein Verbot der Senknetze während der Zeit des Lofotfischfanges erwirkten.

Gunnar_Berg_TrollfjordslagetDokumentiert wurde das geschehen in dem Gemälde „Trollfjordlaget“ des Malers Gunner Berg und in Johan Bojers Roman „Der letzte Wikinger“ (Den siste viking).

Im Sommer nun, genauer gesagt am 11. Juli 2015, soll im Rahmen des lokalen Kammermusikfestivals an die Ereignisse im Trollfjord erinnert werden. Der Meeresarm wird sich wieder füllen, diesmal jedoch mit Zuschauern, Worten und Musik. Geplant ist ein großes Konzert und diverse Lesungen.

 

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Individualreiseführer:
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Sprachbücher:
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Kleine Länderkunde

– 323.802 km² ist Norwegen groß, und damit etwas kleiner als Deutschland. Rechnet man jedoch den von Norwegen verwalteten arktischen Archipel Spitzbergen mit hinzu, sind es 384.824 km².

– Im Gegensatz zu Mitteleuropa ist Norwegen äußerst dünn besiedelt. Gerade einmal 5,2 Millionen Menschen sind im Lande der Wikinger und Elche zu Hause, 660.000 von ihnen wohnen in Oslo, 279.000 in der zweitgrößten Stadt Bergen.

– Norwegen streckt sich reichlich in die Länge. Ganze 1.572 km sind es vom Südzipfel, dem Kap Lindesnes, bis zum Nordkap. An seiner schmalsten Stelle misst das Land gerade einmal 6330 Meter.

– Die Landessprache ist Norwegisch, allerdings in zwei schriftlichen Varianten: bokmål und nynorsk. Dies macht sich auch beim Ländernamen bemerkbar. Heißt Norwegen auf bokmål „Norge“, so trägt das Königreich auf nynorsk die Bezeichnung „Noreg“.
Zweite Landessprache ist Samisch, wenngleich diese nicht alle erlernen müssen.

Bezahlt wird mit der norwegischen Krone.

Homepage-Tipps

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Fun Facts

-> Der Lærdalstunnel ist mit 24,5 km der längste Straßentunnel der Welt. Er führt von Lærdal nach Aurland in Westnorwegen und besitzt drei große, beleuchtete Felshöhlen, in denen man auch anhalten kann.

-> Der Fjærlandstunnel ist der einzige Tunnel der Welt, der unter einem Gletscher entlang führt.

-> Der Eiksundtunnel führt 287 m unter dem Meer entlang und ist somit der tiefste Untersee-Straßentunnel der Welt. Zumindest noch. Tiefere Unterseetunnel sind in Norwegen bereits im Bau.

Vermischtes

Web-Cams aus Norwegen:

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An- und Weiterreise Norwegen

– Ausweis reicht
– Kinder: eigener Kinderreisepass
– Zollvorschriften beachten (speziell für Alkohol und Tabak)
– Einreise mit Tieren -> Link
– Währung: Norwegische Krone (Kurs ca. 1:9,5)
– Geld: Abheben an Geldautomaten vor Ort möglich
– Ca. 50 Euro schon vorab auf der Bank tauschen
– Tipp: Infoseite der Kgl. Norwegischen Botschaft

Anreise
-> Auto:
Über Dänemark (Fähren ab Hirtshals)
Über Schweden (Fähren ab Kiel, Puttgarten, Travemünde, Rostock)
Ab Deutschland (Fähre Kiel-Oslo)

-> Billigflieger:
Norwegian: ab Berlin, Hamburg, Köln, München, Wien nach Oslo. Ab Berlin auch nach Stavanger, Bergen und Trondheim.

Reisen in Norwegen

-> Geschwindigkeitsbegrenzung:
Innerorts: 50 km/h, Landstr.: 80 km/h, Autobahn: 100 km/h

-> Reisegeschwindigkeit:
Durchschnittl. 60-70 km/h, Tagespensum: max. 200 – 300 km

-> Maut:
Kosten pro Urlaub ca. 30-60 Euro/Auto. An den Mautstationen einfach durchfahren.
Zahlung: Rechnung wird zugesandt. (Außer Atlantiktunnel)

-> Fähren:
An Hauptstr.: mehrmals pro Stunde. An kleinen Nebenstr.: 1-5 x / Tag.
Kosten pro Urlaub: 20-120 Euro (je nach Region)

-> Typisch Norwegen:
22.700 Brücken, 952 Straßentunnel, 32 Unterseetunnel und tausende Kreisverkehre…