Urlaub in der „hytte“

Verfasst am 28.03.2019 | Abgelegt unter Reisen in Norwegen

Im späten 19. Jahrhundert war es, als die ersten Touristen in verschiedenen Gebäuden der Höfe einquartiert wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus dem Leben in der hytte eine eigenständige Hygge-Kultur, ausgelöst von der sozialdemokratischen Regierung unter Einar Gerhardsen in den 1950er Jahren. Diese schuf, gewissermaßen, ein Recht auf ein eigenes Haus und ein eigenes Feriendomizil in der unberührten Natur Norwegens. Mit der Zeit entstanden, auch unter Mithilfe des Norwegischen Wanderverbandes (DNT), der Gebirgsbauden errichtete, immer mehr Hütten. Zuerst recht kleine, ohne Wasser- oder Stromanschluss, später immer mondänere mit Kamin, Sauna, Whirlpool und vielen weiteren komfortablen Annehmlichkeiten. Auch auf Campingplätzen, von denen es über 1000 Stück im Lande gibt, wurden immer mehr hytter erbaut, diesmal für durchreisende Gäste. Für Übernachtungen in den Doppel- oder Doppelstockbetten bietet es sich an, einen Jugendherbergsschlafsack mit zuführen, den es bei Spezialanbietern sogar aus wärmender Merinowolle gibt, denn für Bettwäsche muss extra bezahlt werden, so diese überhaupt verliehen wird, so viel Ursprünglichkeit muss sein.

Campingplatzhütten gibt es in unterschiedliche Größen und Preisklassen. Die kleinsten stammen aus den 1960er/1970er Jahren, erinnern eher an einen Hühnerstall und weisen kaum mehr als 2 bis 4 Betten, eine kleine Kochnische, Tisch und Stühle auf. WC und Dusche finden sich in der Sanitäranlage des Platzes. Preislich sind diese Unterkünfte dafür unschlagbar. Sie schlagen lediglich umgerechnet 50 bis 60 Euro pro Nacht zu buche. Deutlich teuer sind hingegen die Standard- und Komforthütten der neueren Generation. Diese bieten erheblich mehr Platz und besitzen auch ein eigenes Bad. Eine Hütte für 4 bis 8 Personen kostet rund 100 bis 200 Euro pro Nacht, also 900 bis 1800 norwegische Kronen.
Neben den Campingplätzen gibt es auch noch die hyttegrender, Hüttenzentren die oft Skigebieten angeschlossen sind. Im Sommer lassen sich hier im Gebirge komfortable Unterkünfte manchmal zu Schnäppchenpreisen anmieten.
Hütten in Hüttenzentren und auf Campingplätzen können in der Hauptsaison meist spontan von Durchreisenden gebucht werden. Allein in touristischen Hochburgen wie dem Geirangerfjord oder den Städten sollte man ein paar Tage im Voraus reservieren.
Gut die Hälfte der Unterkünfte auf Zeltplätzen haben auch im Winter geöffnet. Sie sollten in der Nebensaison vorbestellt werden, damit geheizt werden kann.

Derzeit gibt es in Norwegen gibt es rund 450.000 private Hütten. Sie liegen am See, am Meer oder im Gebirge, gerne auch etwas einsam. Sie sind der Verbindungspunkt zwischen der städtischen Zivilisation und der ursprünglichen, oftmals rauen Natur und der wohl deutlichste Ausdruck des norwegischen Lebensgefühls. Hierhin zieht man sich zurück, wenn man seine Ruhe haben und die Landschaft genießen will. Einige der Unterkünfte können auch von Touristen gebucht werden.

Auch werden immer mehr Berghütten in Gebirgen wie Jotunheimen, dem Dovrefjell oder Rondane errichtet, die Wanderern als Schutz und Unterkunft für mehrtägige Touren dienen. Im Inneren bieten die alten Häuser einen rustikalen Charme, die neueren Bauden hingegen besitzen die typisch skandinavische Eleganz und eine moderne Architektur mit klarer Formensprache.

Haus am Oslofjord

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