Munchs Sonne in der Aula

Verfasst am 13.06.2014 | Abgelegt unter Kultur / Architektur / Design, Oslo

Der norwegische Maler Edvard Munch (1863-1944) gilt als der weltweit erste expressionistische Maler. Weltberühmt wurde er durch seine recht melancholischen Bilder, wie z.B. „Der Schrei“.
Etwas weniger bekannt sind seine stimmungsvollen Naturgemälde, wie jene in der Aula der Osloer Universität an der Karl Johans gate im Zentrum. Besonders eindrucksvoll ist das Monumentalwerk „Solen“, „Die Sonne“.
Es entstand zwischen 1909 und 1916. Es zweigt die Dezembersonne über der Hafeneinfahrt der südostnorwegischen Stadt Kragerø, in der Munch eine Zeit lang lebte. Munch beeindruckte jedes Jahr aufs Neue, wie im Laufe von wenigen Minuten die Sonnenstrahlen die Winterdunkelheit vertrieben. Er entwickelte laut eigener Aussage eine nahezu religiöse Beziehung zu diesem Licht.
Das Gemälde entstand in seinem Freilichtatelier auf Skrubben und spiegelt die umliegende Küstenlandschaft wieder. Für die Strahlen erhielt er Hilfe vom Dekorationsmaler Lars Fjeld, der Munch zeigte, wie man mit einfachen Mitteln schnurgerade Linien zeichnen konnte.
In der Aula nun, soll die Sonne ihre heißen Strahlen auf die Anwesenden aussenden, erhellen und erleuchten.
Alle Gemälde der Aula der Osloer Universität zeigt dieses Panoramabild. Der Ausschnitt kann über den rechten Button (Pfeile) vergrößert und wieder verkleinert werden. Über die Pfeiltasten ist das Bild drehbar.  Die Titel der Gemälde, die in Folge Munch eine „abgeschlossene und selbstständige Ideenwelt“ bilden, sind: 1. Kjemien (Chemie), 2. Historien (Geschichte), 3. Nye stråler (Neue Strahlen), 4. Kvinner vendt mot solen (Frauen, der Sonne zugewandt), 5. Våknende menn i lysflommen (Erwachende Männer im Lichte), 6. Solen (Die Sonne), 7. Genier i lysflommen (Genies im Lichte) 8. Menn vendt mot solen (Männer, der Sonne zugewandt), 9. Høstende kvinner (Erntende Frauen), 10. Alma Mater, 11. Kilden (Die Quelle).
Eine Broschüre zu den Gemälden (auf Englisch und Norwegisch) ist hier zu finden (pdf-Format).
Die Aula ist leider momentan nur in Verbindung mit Veranstaltungen geöffnet.

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Norwegische Impressionen

(c) Reinhard Pantke

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Zitat:
„Was für ein Land, meine Heimat! Schneebedeckte Berge und der Geruch nach Heide und Moor. Eine frische Brise, die über kristallklares Wasser heranweht, von Fjorden, die sich in die verstecktesten Winkel schlängeln. Wo im Sommer die Sonne nie verschwindet, gerade nur den Horizont berührt, bevor sie wieder aufsteigt und ihre Bahn über den Himmel zieht.“ (Liv Ullmann, *1938, aus: Wandlungen)

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