Norwegen mit dem Wohnwagen

Verfasst am 28.07.2016 | Abgelegt unter Familienurlaub / Kinder, Reisen in Norwegen

Die Reise mit dem Wohnwagen oder dem Wohnmobil durch Norwegen erfreut sich seit vielen Jahren einer stets wachsenden Beliebtheit. Kein Wunder eigentlich, denn diese Art zu Reisen bedeutet Freiheit, Unabhängigkeit und Ungebundenheit, Gefühle, die man insbesondere mit Skandinavien verbindet. Zudem vermittelt ein Caravan ein Gefühl von Geborgenheit, kommt doch das eigene Heim immer mit auf Reisen.

Norwegen ist für den Wohnwagen- und Wohnmobil-Tourismus ein absolut ideales Reiseland. Es gibt es dichtes Netz an Campingplätzen und auch das Übernachten in der freien Natur ist vielerorts möglich.

Außerdem bietet ein Wohnwagen die Möglichkeit, auch Schlechtwetterperioden problemlos und komfortabel zu überstehen. Zudem muss nicht wie beim Zelten mit feuchten, vom regen durchweichten Untergrund „gekämpft“ werden. Auch die Anmietung von teuren Hüttenunterkünften oder Hotelzimmern erübrigt sich.

Regionen für einen Caravan-Urlaub

Norwegen kann in sechs Großregionen unterteilt werden. Im dichtesten besiedelt ist die Oslofjord-Region. Hier gibt es nur sehr wenige Stellplätze in der freien Natur. Die Campingplätze sind zudem oft recht voll. Dafür sind hier die höchsten Sommertemperaturen zu erwarten, was einen Strandurlaub durchaus möglich macht.
Nördlich der Hauptstadt schließt sich Ostnorwegen an. Auf den Hochebenen gibt es wundervolle, einsame Stellplätze. Zudem bietet z.B. die Region Lillehammer eine sehr gute Auswahl an Aktivitäten für Kinder.
In Südnorwegen erwartet den Urlauber eine wundervolle Schärenküste und ein beeindruckendes, bergiges Hinterland. Stellplätze an der Küste sind oft recht voll, im unberührten Binnenland erwartet den Camper jedoch die „große Freiheit“.
West- und Nordnorwegen sind die klassischen Regionen für Norwegen-Urlauber. Abenteuerliche Straßen, gigantische Berge und idyllische Fjorde erwarten den Besucher. Attraktionen wie der Prekestolen, der Trollstigen und das Nordkap sind relativ überlaufen, auch und gerade von Caravantouristen. Abseits der Hauptstraßen wird man jedoch viele einsame Regionen finden, mit stillen Nebenstraßen und einsamen Inseln.
Mittelnorwegen, also das Gebiet rund um Trondheim, ist relativ unentdeckt, dafür aber auch weniger spektakulär. Wälder, Felder und eine schöne Hügellandschaft erwartet den Besucher.
Wer nun die spektakuläre Natur Norwegens individuell erleben möchte, ist mit einem Wohnwagen von Fendt sehr gut aufgehoben.

Fahren auf norwegischen Straßen

Die Straßen Norwegens wurden in den letzten Jahren immer besser ausgebaut, so dass nur noch wenige Wege für Wohnwagengespanne ungeeignet sind (z.B. die Serpentinenstraße nach Lysebotn, Tunnel-Umgebungsstraßen und kleine, unbefestigte Wege). Für zahlreiche Straßen muss Maut bezahlt werden, teils etwas mehr als für PKW. Gleiches gilt für die Fähren in und nach Norwegen. In Abhängigkeit von Länge und Höhe muss 25 bis 100% mehr gezahlt werden als für einen PKW. Es kann sich lohnen, einen möglichst fährarme Strecke in Norwegen zu wählen und z.B. über Schweden in das Land anzureisen, anstatt die Schiffe der Strecke Kiel-Oslo zu nutzen.
Bei der Höhe des Wohnwagens und des Wohnmobils gibt es keine Einschränkung. Die Breite ist auf 2,55 m limitiert. Ab 2,30 m Breite müssen weiße Reflektoren an den Außenspiegeln angebracht werden.
Die Gesamtlänge des Gespanns (Auto + Anhänger) darf 18,75 m nicht überschreiten.
Die Höchstgeschwindigkeit, auch auf Autobahnen, beträgt 80 km/h. Es wird empfohlen schnelleren Fahrzeugen Platz zu machen und häufiger rechts ran zu fahren um diese passieren zu lassen.

Übernachten – wild oder auf dem Campingplatz

In Norwegen gibt es ungefähr 800 Campingplätze. In den touristischen Hauptregionen liegen meist mehrere nebeneinander. Die meisten Plätze haben eine Entsorgungsstelle für Fäkalien. Zudem sind sehr viele Plätze mit Küchen ausgestattet.
Wild übernachten ist möglich und grundsätzlich erlaubt, jedoch nicht immer gern gesehen, da es in den letzten Jahren überhand nahm und zudem oft Müll in der Natur entsorgt wurde. Auf zahlreichen Plätzen entlang der Hauptstraßen ist daher Camping verboten (Camping forbudt) oder das Parken zwischen 20 und 8 Uhr nicht gestattet. Regelungen dieser Art sollten beachtet werden.
Auch ansonsten wird es sehr gerne gesehen, das Gespann möglichst häufig auf Campingplätzen unterzubringen.

Praktische Tipps

Zur Befüllung der Gasflaschen gibt es ein recht engmaschiges Autogas-Tankstellennetz. Die rund 100 Stationen sind mit „LPG“ ausgeschildert. Eine Übersicht findet sich auf dieser Seite. Zudem können bei der Firma AGA (www.aga.no) Gasflaschen erworben werden. Am Ende der Reise werden diese wieder zurück genommen, wofür 400 NOK gezahlt werden.
Auf Fähren sind die Gasflaschen in jedem Fall zuzudrehen!

 

 

Norwegeninfos:

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Aktuelle Norwegen-Impressionen

Bilder meiner Reise nach Oslo im Mai 2018, anlässlich des norwegischen Nationalfeiertags. Die Reise fand in Zusammenarbeit mit dem Nordis-Magazin statt.

Buchtipps – Veröffentlichungen des Norwegen-Service

Martin Schmidt

Individualreiseführer:
Reisehandbuch NorwegenReisehandbuch Südnorwegen
City Trip Oslo, Bergen, Erfurt / Weimar

Bildband:
Thomas Härtrich & Martin Schmidt: Sehnsucht Norwegen

Sprachbücher:
Einstieg Norwegisch (Hueber Verlag)
Power Sprachtraining (Pons)
Oh, dieses Norwegisch (Conrad Stein Verlag)

Kleine Länderkunde

– 323.802 km² ist Norwegen groß, und damit etwas kleiner als Deutschland. Rechnet man jedoch den von Norwegen verwalteten arktischen Archipel Spitzbergen mit hinzu, sind es 384.824 km².

– Im Gegensatz zu Mitteleuropa ist Norwegen äußerst dünn besiedelt. Gerade einmal 5,2 Millionen Menschen sind im Lande der Wikinger und Elche zu Hause, 660.000 von ihnen wohnen in Oslo, 279.000 in der zweitgrößten Stadt Bergen.

– Norwegen streckt sich reichlich in die Länge. Ganze 1.572 km sind es vom Südzipfel, dem Kap Lindesnes, bis zum Nordkap. An seiner schmalsten Stelle misst das Land gerade einmal 6330 Meter.

– Die Landessprache ist Norwegisch, allerdings in zwei schriftlichen Varianten: bokmål und nynorsk. Dies macht sich auch beim Ländernamen bemerkbar. Heißt Norwegen auf bokmål „Norge“, so trägt das Königreich auf nynorsk die Bezeichnung „Noreg“.
Zweite Landessprache ist Samisch, wenngleich diese nicht alle erlernen müssen.

Bezahlt wird mit der norwegischen Krone.

Homepage-Tipps

– Auf dieser Seite kannst du im Norwegen-Shop Produkte aus und zum Thema Norwegen erwerben.

Norsk ! – So heißt meine Zeitschrift für alle, die Norwegisch lernen.

Fun Facts

-> Der Lærdalstunnel ist mit 24,5 km der längste Straßentunnel der Welt. Er führt von Lærdal nach Aurland in Westnorwegen und besitzt drei große, beleuchtete Felshöhlen, in denen man auch anhalten kann.

-> Der Fjærlandstunnel ist der einzige Tunnel der Welt, der unter einem Gletscher entlang führt.

-> Der Eiksundtunnel führt 287 m unter dem Meer entlang und ist somit der tiefste Untersee-Straßentunnel der Welt. Zumindest noch. Tiefere Unterseetunnel sind in Norwegen bereits im Bau.

Vermischtes

Web-Cams aus Norwegen:

Kleine Web-Cam-Sammlung Norwegen

Große Web-Cam-Sammlung Norwegen.

An- und Weiterreise Norwegen

– Ausweis reicht
– Kinder: eigener Kinderreisepass
– Zollvorschriften beachten (speziell für Alkohol und Tabak)
– Einreise mit Tieren -> Link
– Währung: Norwegische Krone (Kurs ca. 1:9,5)
– Geld: Abheben an Geldautomaten vor Ort möglich
– Ca. 50 Euro schon vorab auf der Bank tauschen
– Tipp: Infoseite der Kgl. Norwegischen Botschaft

Anreise
-> Auto:
Über Dänemark (Fähren ab Hirtshals)
Über Schweden (Fähren ab Kiel, Puttgarten, Travemünde, Rostock)
Ab Deutschland (Fähre Kiel-Oslo)

-> Billigflieger:
Norwegian: ab Berlin, Hamburg, Köln, München, Wien nach Oslo. Ab Berlin auch nach Stavanger, Bergen und Trondheim.

Reisen in Norwegen

-> Geschwindigkeitsbegrenzung:
Innerorts: 50 km/h, Landstr.: 80 km/h, Autobahn: 100 km/h

-> Reisegeschwindigkeit:
Durchschnittl. 60-70 km/h, Tagespensum: max. 200 – 300 km

-> Maut:
Kosten pro Urlaub ca. 30-60 Euro/Auto. An den Mautstationen einfach durchfahren.
Zahlung: Rechnung wird zugesandt. (Außer Atlantiktunnel)

-> Fähren:
An Hauptstr.: mehrmals pro Stunde. An kleinen Nebenstr.: 1-5 x / Tag.
Kosten pro Urlaub: 20-120 Euro (je nach Region)

-> Typisch Norwegen:
22.700 Brücken, 952 Straßentunnel, 32 Unterseetunnel und tausende Kreisverkehre…