Ostern in Norwegen

Verfasst am 19.04.2014 | Abgelegt unter Feste / Traditionen / Festivals

Ist man über Ostern (påske) in einer norwegischen Stadt, so wird man wohl nahezu alleine dort weilen. Die Straßen sind, meist schon ab Palmsonntag, wie ausgestorben und viele Läden geschlossen. Fährt man nun jedoch ins Gebirge, also dorthin, wo es nicht grünt und blüht, sondern noch meterdick der Schnee liegt, wird man überrascht sein: Stoßstange an Stoßstange stehen die Autos, die Loipen sind überfüllt, die Alpinpisten ebenso. Überall trifft man auf überaus gut gelaunte Menschen, die meist geruhsam den letzten Schnee und die oftmals strahlende Sonne genießen. Obgleich dies bestimmt Spaß macht, so fragt man sich doch unweigerlich, warum Ola Nordmann, also der norwegische Otto Normalverbraucher, mitten im Frühlingsanfang, nach meist fünf Monaten Kälte, ausgerechnet zu Ostern nochmals in den Schnee fährt…
Um dies zu verstehen, muss man gedanklich ins 19. Jahrhundert zurückreisen.
Seinerzeit war das Leben in den Städten kein Vergnügen. Die dicken Rauchschwaden der Industrieschlote nahmen den Menschen die Luft und die Sonne war meist nur durch einen Nebelschleier zu erahnen. Als nun zwischen 1850 und 1900 die ersten Bahnlinien eröffnet wurden, führten diese notgedrungen auch durchs Gebirge. Da nun Ostern über viele Jahrzehnte hinweg die einzige Zeit im Jahr war, in der viele Arbeiter längere Zeit am Stück frei hatten, wurden die Feiertage genutzt, um dem Smog zu entfliehen. Und was lag da näher als ein Besuch auf einer luftigen, von der Sonne verwöhnten Hochebene. Dass dort noch Schnee lag, nahm man gerne in Kauf – und machte das beste draus. Wichtig war nur, dass man mit einer gesunden Osterbräune heim kam und so zeigen konnte: Jawohl, ich habe mich ordentlich erholt! Die ersten Regionen, die vom Ostertourismus profitierten, waren Lillehammer nördlich von Oslo und das Hallingdal, speziell der Ort Geilo.
Übrigens, zu einer zünftigen Oster-Skitour gehören heute genau drei Dinge: Eine Thermoskanne gegen plötzliche Kälte, ein Kvikk Lunsj, das norwegische Kit-Kat, als Energiegeber, und eine Orange als Vitamin-Alibi und Zeichen des nahenden Sommers. Eier wwerden ebenfalls versteckt, allerdings nur die großen Pappeier, gefüllt mit allerlei Süßigkeiten.

Mehr zu Ostern unter diesem Link.

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Norwegische Impressionen

(c) Reinhard Pantke

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Zitat:
„Was für ein Land, meine Heimat! Schneebedeckte Berge und der Geruch nach Heide und Moor. Eine frische Brise, die über kristallklares Wasser heranweht, von Fjorden, die sich in die verstecktesten Winkel schlängeln. Wo im Sommer die Sonne nie verschwindet, gerade nur den Horizont berührt, bevor sie wieder aufsteigt und ihre Bahn über den Himmel zieht.“ (Liv Ullmann, *1938, aus: Wandlungen)

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