Die passende Systemkamera für den Norwegen-Urlaub

Verfasst am 28.01.2015 | Abgelegt unter Norwegenbilder

Ernsthafte Fotografie im Urlaub stellt auch besondere Anforderungen an das verwendete
Equipment. Kompaktkameras sind günstig, aber qualitativ (noch?) nicht auf einer Stufe mit DSLM (Systemkameras) und DSLR zu finden. Jene DSLRs produzieren zwar meist sehr sehenswerte Bilder, aber Gewicht und Abmessungen können den Urlaub zu einem sperrigen Unterfangen machen. Wir sehen uns in diesem Artikel daher an, welche drei Systemkameras für einen Urlaub im hohen Norwegen besonders empfehlenswert sind.

Welche Anforderungen sind für Norwegen wichtig?

Das skandinavische Land erstreckt sich weit in den Norden, so dass es zu erheblichen
Schwankungen in Bezug auf Tag- und Nachtdauer kommen kann. Fotografen können hier Tage mit sehr wenigen Sonnenstunden vorfinden – oder auch Tage, an denen es kaum einmal Nacht wird.
– Es sollte sich also möglichst um DSLMs handeln, welche bei mangelhaften Lichtverhältnissen möglichst detailreiche, rauscharme Bilder produzieren.

– Naturspektakel wie das Nordlicht sollten möglichst realitätsnah eingefangen werden, was
wiederum hohe Ansprüche an die Farbechtheit der fertigen Fotos stellt.

– Lange Wanderungen sind in Norwegen tatsächlich lang: Es kann je nach Lage vorkommen, dass Stromanschlüsse für mehrere Tage Mangelware sind. Ordentlich dimensionierte Akkus sowie zusätzliche Akku-Pakete für unterwegs sind daher Pflicht.
Dass Eigenschaften wie die Bildqualität oder auch die die Ausstattung ebenfalls stimmen sollten, erklärt sich von selbst.

Drei Systemkameras für Norwegen im Vergleich

Alle genannten Eckdaten treffen unter anderem auf folgende Modelle zu (weitere Systemkamera Modelle hier in einer Vergleichsübersicht)

– Olympus OM-D E-M10
DSC02293Räumen wir einen wichtigen Kritikpunkt gleich aus dem Weg: Die OM-D E-M10 verfügt ab Werk über keinen Spritzwasserschutz. Wer in Norwegen also vorwiegend unter freiem Himmel unterwegs ist, muss sich entweder ein wirksames Gegenmittel einfallen lassen oder sehr vorsichtigsein. Davon abgesehen produziert die DSLM aber auch bei schwierigen Lichtverhältnissen bis hin zu ISO-Stufe 3.200 sehr ansehnliche Bilder. Schön: Durch Livecomp, einen Modus für die Langzeitbelichtung, lassen sich wunderschöne Bildes des Sternenhimmels einfangen. Durch diese Features und den relativ niedrigen Preispunkt empfiehlt sich die Olympus OM-D E-M10 für einen Urlaub in Norwegen gerade für DSLM-Einsteiger.

– Sony A5000
Noch günstiger als die Olympus-DSLM fällt die A5000 aus – doch dafür müssen Käufer auch ein wenig Verzicht üben. Bei den Nachtaufnahmen kann die Systemkamera nicht mithalten, dafür verfügt sie aber über einen wesentlich schnelleren Autofokus. Wer dem nächtlichen Firmament nichts abgewinnen kann und sich stattdessen auf Tieraufnahmen spezialisieren möchte, findet in der A5000 von Sony vielleicht die (nicht zuletzt aufgrund des Preispunktes) interessantere Wahl.
Immerhin hat das japanische Unternehmen die Zeichen der Zeit aber erkannt und gewährt durch NFC und WLAN zahlreiche Funktionen für die anschließende Übertragung der Bilder an andere Geräte. Auf digitalkamera.de findet sich ein ausführlicher Test zur Sony A5000.

– Sony A6000
Sony A6000 (5 von 7)Als letzter Proband im Test kann auch die A6000 überzeugen: Der große Bruder der A5000 beeindruckt durch ein äußerst rauscharmes Bild, erst ab ISO-Stufe 6.400 von 51.200(!) schleichen sich unschöne Pixelbrocken in die Fotos (aber die lassen sich wiederum nur am Computer wirklich erkennen). Trotzdem fallen nur wenige Details dem Weichzeichner zum Opfer. Schnelle Serienbilder hingegen sorgen mit dem rasanten Autofokus dafür, dass auch die erwähnten Tieroder Naturaufnahmen nicht zu kurz kommen müssen. Insgesamt handelt es sich um einen tollen Allrounder, der allerdings (Wanderer: aufgepasst!) mit einer etwas durchwachsenen Akkulaufzeit
auskommen muss – aber die perfekte DSLM wird es wohl niemals geben.

Übrigens: Wer aus irgendeinem Grund auf die Mitnahme einer Systemkamera verzichten möchte, kann sich auch im preisgünstigen Segment der Kompaktkameras umsehen. Zu empfehlen ist hier beispielsweise die Sony DSC-RX100. Sie erfüllt die von uns genannten Anforderungen, wenngleich auch nicht auf einem ähnlich hohen Niveau wie die erwähnten DSLMs. Für einen ersten „Schnupperurlaub“ könnte es sich jedoch um genau die richtige Systemkamera handeln.

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Martin Schmidt

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Kleine Länderkunde

– 323.802 km² ist Norwegen groß, und damit etwas kleiner als Deutschland. Rechnet man jedoch den von Norwegen verwalteten arktischen Archipel Spitzbergen mit hinzu, sind es 384.824 km².

– Im Gegensatz zu Mitteleuropa ist Norwegen äußerst dünn besiedelt. Gerade einmal 5,2 Millionen Menschen sind im Lande der Wikinger und Elche zu Hause, 660.000 von ihnen wohnen in Oslo, 279.000 in der zweitgrößten Stadt Bergen.

– Norwegen streckt sich reichlich in die Länge. Ganze 1.572 km sind es vom Südzipfel, dem Kap Lindesnes, bis zum Nordkap. An seiner schmalsten Stelle misst das Land gerade einmal 6330 Meter.

– Die Landessprache ist Norwegisch, allerdings in zwei schriftlichen Varianten: bokmål und nynorsk. Dies macht sich auch beim Ländernamen bemerkbar. Heißt Norwegen auf bokmål „Norge“, so trägt das Königreich auf nynorsk die Bezeichnung „Noreg“.
Zweite Landessprache ist Samisch, wenngleich diese nicht alle erlernen müssen.

Bezahlt wird mit der norwegischen Krone.

Homepage-Tipps

– Auf dieser Seite kannst du im Norwegen-Shop Produkte aus und zum Thema Norwegen erwerben.

Norsk ! – So heißt meine Zeitschrift für alle, die Norwegisch lernen.

Fun Facts

-> Der Lærdalstunnel ist mit 24,5 km der längste Straßentunnel der Welt. Er führt von Lærdal nach Aurland in Westnorwegen und besitzt drei große, beleuchtete Felshöhlen, in denen man auch anhalten kann.

-> Der Fjærlandstunnel ist der einzige Tunnel der Welt, der unter einem Gletscher entlang führt.

-> Der Eiksundtunnel führt 287 m unter dem Meer entlang und ist somit der tiefste Untersee-Straßentunnel der Welt. Zumindest noch. Tiefere Unterseetunnel sind in Norwegen bereits im Bau.

Vermischtes

Web-Cams aus Norwegen:

Kleine Web-Cam-Sammlung Norwegen

Große Web-Cam-Sammlung Norwegen.

An- und Weiterreise Norwegen

– Ausweis reicht
– Kinder: eigener Kinderreisepass
– Zollvorschriften beachten (speziell für Alkohol und Tabak)
– Einreise mit Tieren -> Link
– Währung: Norwegische Krone (Kurs ca. 1:9,5)
– Geld: Abheben an Geldautomaten vor Ort möglich
– Ca. 50 Euro schon vorab auf der Bank tauschen
– Tipp: Infoseite der Kgl. Norwegischen Botschaft

Anreise
-> Auto:
Über Dänemark (Fähren ab Hirtshals)
Über Schweden (Fähren ab Kiel, Puttgarten, Travemünde, Rostock)
Ab Deutschland (Fähre Kiel-Oslo)

-> Billigflieger:
Norwegian: ab Berlin, Hamburg, Köln, München, Wien nach Oslo. Ab Berlin auch nach Stavanger, Bergen und Trondheim.

Reisen in Norwegen

-> Geschwindigkeitsbegrenzung:
Innerorts: 50 km/h, Landstr.: 80 km/h, Autobahn: 100 km/h

-> Reisegeschwindigkeit:
Durchschnittl. 60-70 km/h, Tagespensum: max. 200 – 300 km

-> Maut:
Kosten pro Urlaub ca. 30-60 Euro/Auto. An den Mautstationen einfach durchfahren.
Zahlung: Rechnung wird zugesandt. (Außer Atlantiktunnel)

-> Fähren:
An Hauptstr.: mehrmals pro Stunde. An kleinen Nebenstr.: 1-5 x / Tag.
Kosten pro Urlaub: 20-120 Euro (je nach Region)

-> Typisch Norwegen:
22.700 Brücken, 952 Straßentunnel, 32 Unterseetunnel und tausende Kreisverkehre…