Die Runen des mittelalterlichen Bergen

Verfasst am 11.06.2015 | Abgelegt unter Bergen, Geschichte & Ortsgeschichten, Kultur / Architektur / Design

Die keilförmigen Runen ist die Schrift der germanischen Völker und damit auch der Wikinger. Die ältesten Runen wurden auf dem Kamm von Vimose (Dänemark) und auf einer Speerspitze aus der Region Toten (Norwegen) gefunden und stammen aus der Zeit 200 nach Christus.
Die älteste Runenreihe, das Futhark, enthielt 24 Zeichen.

Zahlreiche Runeninschriften sind in Norwegen im Historischen Museum von Oslo zu bewundern. Einige stellt zudem das Brygge-Museum in Bergen aus. Ergänzt wird die Sammlung derzeit durch eine Sonderausstellung, die bis zum 3. Dezember 2016 zu sehen sein. Geöffnet ist von 10-18 Uhr (im Winter kürzer). Eintritt: 70 nkr.

Im Jahre 1955 brannten einige Höfe der berühmten Bergener Brygge ab. Das tragische Ereignis führte immerhin dazu, dass verschiedene Ausgrabungen getätigt werden konnten. Bei diesen traten neben den Grundmauern mittelalterlicher Handelshäuser auch unzählige Runeninschriften zu Tage. Die meisten stammen aus der Zeit von 1000 bis 1200.

Runen konnten für verschiedene Zwecke verwendet werden. So konnte man mit ihnen z.B. Eigentum markieren. Die Runen-Hölzer hatten dann oft Ösen oder Haken und konnten so an Gegenständen befestigt oder zwischen die Waren gehängt werden. Zu lesen waren dann einfache Sätze wie „Eirik eier.“ – „Gehört Eirik.“ Dies konnte der Großteil der Bevölkerung deuten.

Andere Runeninschriften waren komplizierter. Sie befassten sich mit magischen Botschaften zum Zwecke der Heilung eines Patienten, drückten religiöse Botschaften aus oder waren schlicht und ergreifend Handelsbriefe. Manche Runenreihen hingegen ergeben kleine Gedichte oder auch Liebeserklärungen und bieten so einen Einblick in die Gedankenwelt des mittelalterlichen Norwegen.

Die wohl kurioseste Inschrift, die gleichzeitig Thema der Ausstellung ist, besagt: „Gyda sagt du sollst nach Hause gehen.“ („Gyda sier du skal gå hjem.“) (Bild rechts)
Das lässt natürlich Raum für Spekulationen. Wer ist Gyda und wer soll nach Hause kommen? Ihr Mann? Ihr Sohn? Warum überbringt Gyda die Nachricht nicht persönlich, sondern macht sich die Mühe sie in ein Stück Holz zu ritzen?
Auf der Rückseite ist übrigens mit anderer Handschrift die mögliche Antwort vermerkt. Leider ist diese nicht lesbar… Aber es wird schon etwas zwischen „Ich komme gleich“, „Habe keine Zeit“ oder „Lass mich in Ruhe“ gewesen sein.

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