Mystisches Norwegen – Die Versuchungen der Unterirdischen

Verfasst am 31.10.2018 | Abgelegt unter Mythologie / Sagen

Für so manchen Norweger ist es eigentlich keine Frage, ob es Trolle, Nisser, Hulder, Vetter oder Tusser gibt, sondern eher wo diese sich aufhalten und wie man ihnen am besten unbeschadet aus dem Weg kommt. Die sogenannten „Unterirdischen“ („underjordiske“) treiben schließlich überall im Land ihr Unwesen und so mancher wurde schon ihr Opfer. Zum Schutz gab es im Mittelalter nicht weniger als 1000 Kirchen in dem damals wie heute nur dünn besiedelten Land. Geholfen hat dieser Schutz vor den übernatürlichen Wesen nicht immer, denn die Gier des Menschen kennt schließlich kaum Grenzen. Zu oft erlag er der Charmeoffensive der Unterirdischen, die ihn mit Essen und Getränken satt, toller Kleidung, Reichtum, prächtigen Ehegatten und Vergnügungen jeglicher Art immer wieder um den Finger wickelten.

Da war zum Beispiel die junge Telemarker Frau Helga Tveiten aus Heddal. Sie wurde an einem Sommerabend von einem Harfe spielenden Tusse, also einer Art Kobold, weggelockt. Ihr Vater bemerkte dies gerade noch, schnappte sich seine Axt und folgte den Spuren bis zu einer Bergwand hin. Dort machte er eine Kreuz an jener Stelle, an der sich seiner Meinung nach die Tür befand. Kurz darauf schleppte man die Glocke der Heddaler Kirche herauf und begann zu läuten. Der Fels tat sich auf und Helga trat hervor, sichtlich mitgenommen und mit einer Hochzeitskrone auf dem Kopf. Ohne ein Wort zu sagen rannte sie den Berg hinab nach Hause, wo sie ihre Mutter empfing. Unterdessen jedoch riss das Seil der Glocke, die daraufhin verstummte. Helga verschwand im gleichen Moment und wart nicht mehr gesehen. Der Berg trägt heute noch ihren Namen.

Auch Sigri aus Flå und Astri Olsdatter Elsrud aus Buskerud erging es nicht besser. Sie wurden allerdings nicht durch schöne Musik sondern von glänzendem Silberschmuck verführt.

Die Herren traf die Verbannung hingegen zumeist beim Versuch, sich ein Schlückchen aus einem Trinkhorn zu genehmigen. Wer schlau war schlug das Horn aus und rannte oder ritt davon, so schnell es ging. Wer hingegen kostete, durfte fortan den Kobolden dienen. Gunder Giesemand aus Hjartdal schaffte es zu widerstehen, andere hingegen schuften wohl noch heute in den Bergwerken der Zwerge.

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