Norwegens geheimnisvolle Ortsnamen

Verfasst am 24.04.2015 | Abgelegt unter Entdeckungen-am-Wegesrand, Gesellschaft / Leben in Norwegen

Jeder, der nach Norwegen reist, kommt an Orten und Landschaften vorbei wie Oslo, Bergen, Hardanger, Jotunheimen oder Lofoten. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter diesen Namen?

Viele Bezeichnungen gehen aus geografische Besonderheiten hervor, wie z.B. bei den Orten Dale und Dalen, die beide natürlich in einem Tal liegen. Vik am Sognefjord liegt an einer Bucht und Sandvika an einer sandigen Bucht. Viele andere Namen jedoch scheinen direkt Tolkiens Büchern entsprungen zu sein, was nicht so ganz falsch ist, besuchte der Autor Norwegen regelmäßig und fand hier viele Anregungen.

Begeben wir uns nun also durch eine kleine Reise durch das Land Nordweg (Norwegen) und lassen uns überraschen.

Beginnen wollen wir in der Hauptstadt Oslo. Der Name leitet sich von Ås-Lo ab. Was dies genau bedeutet haben mag liegt im Dunkel der Geschichte. Drei Theorien erscheinen jedoch sehr schlüssig: 1. Götterebene (Åsen – Götter, Lo – Ebene), 2. Ebene unter dem Berg (Ås = Berg, gemeint ist dabei der Ekeberg, 3. Mündung des Lo Flusses (Lo elvens Os).
Die Orte der Umgebung verweisen ebenfalls zumeist auf Besonderheiten der Natur oder der Bebauung. So finden wir hier z.B. Althaus (Fornebu, forn – alt, bú – Haus), Bergheim (Bærum), Eschen (Asker), Hellacker (Lysaker), Hügelwiese (Røyken), Jagdberge (Hurum), Kleinstrom (Lillestrøm), Spitzhalbinsel (Nesodden), Rennen (Ski), Eschenheim (Askim) und Großhügel (Drøbak). Durchflossen wird die Gegend vom Lärmenden Fluss (Glomma), der in Schluckburg (Sarpsborg) bei Wale (Hvaler) in den Breiten Fjord (Oslofjord) mündet.

Noch etwas ideenreicher sind die Orte in Þilir-Wald (Telemark), dem einstigen Wohnort der gleichnamigen Volksgruppe, und in Südnorwegen. Hier sollte man einen Besuch von Kluften (Skien, von  skiða), dem Gagelstrauchgrund (Porsgrunn) und dem Dunkelhafen (Nevlunghavn) ebenso wenig verpassen, wie eine Reise zur Kräheninsel (Kragerø), zur Jungfraueninsel (Jomfruland) und zur Buschinsel (Risør).
Ins Binnenland gelangt man ab hier durch das Spitzbergtal (Drangedal), vorbei am Flutflussfall (Gautefall) und dem Waldseetal (Gjerdal). Die Reise geht weiter zum Kiefernsee (Fyresvatn) und den Wichteln (Nisser) im Wichteltal (Nissedal).
Man passiert Berge wie den Schneegipfel (Snønuten) und den Flutsteggipfel (Gaustatoppen) und gelangt auf diese Weise über das Eisenmoorland (Rauland) zum Ulmenhang (Åmli). Ab hier geht es nun vorbei an Hofen (Hovden) hinab ins Wohnorttal (Setesdal). Man passiert die Grasebene (Valle), das Gerstenland (Bygland), das Eibenland (Iveland) und den Ruhigen Strom (Evje) und gelangt so nach Christianssand (Kristiansand).

Die Vielfalt der Strecke in Richtung Westen, bis zum Stabfjord (Stavanger, anger – enger Fjord), geben die Ortsnamen wunderbar wieder. Ab dem Meerestal (Mandal) gelangt man über das Kreischende Tal (Kvinesdal) ins Ruhige Tal (Lyngdal). Doch Obacht! Ganz in der Nähe liegt die Gefahrenhalbinsel (Lindesnes) und man sollte bis zum Ort Schrecken (Ogna) Vorsicht walten lassen, denn erst bei der Ecke am Meer (Jæren) wird es wieder ruhiger.

Nördlich der Insel die gegen das Meer schützt (Karmøy) liegt die Wiese zwischen den Bergen (Bergen, berg-vin). Möchte man aus Richtung Osten hierher reisen gibt es zwei Möglichkeiten. Einerseits über Trübwasser (Drammen), Hügelfurt (Hokksund), Königsberg (Kongsberg), vorbei am Zinnsee (Tinnsjø) zum Ort Dampfen (Rjukan). Und ab hier weiter durch das Morgental (Morgedal), das Geschwätzige Tal (Røldal), am Lauten Fall (Låtefoss) und der Spitzen Halbinsel (Odda) vorbei in das Reich der Menschen von hǫrðar (Hardanger).
Alternativ kann man natürlich auch durch das Tal der Langhaaringen (Hallingdal), durch die Landzungenstadt (Nesbyen) und über die Viehwege nach Wasser (Voss) reisen.

Nun könnte man natürlich noch weiter in den Westen, zum Aalsund (Ålesund) und nach Erden (Molde), reisen. Den Osten mit seinen Orten Elfenheim (Elverum), Königsschwappen (Kongsvinger) und Klein-Steinhügeln (Lillehammer) erkunden. Durch die Heimat der Riesen (Jotunheimen), das Schutzgebirge (Dovefjell) und das Randgebirge (Rondane) wandern. Den Ort der Starken (Trondheim), den  Brunneninselsund (Brønnøysund),  die Wiese der Willkommensfeste (Bodø), den Luchsfuß (Lofoten) und die Strominsel (Tromsø) besuchen. Doch wer hat schon so viel Zeit?

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Aktuelle Norwegen-Impressionen

Bilder einer Herbstreise auf die Lofoten.

Buchtipps – Veröffentlichungen des Norwegen-Service

Martin Schmidt

Individualreiseführer:
Reisehandbuch NorwegenReisehandbuch Südnorwegen
City Trip Oslo, Bergen, Erfurt / Weimar

Bildband:
Thomas Härtrich & Martin Schmidt: Sehnsucht Norwegen

Sprachbücher:
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Power Sprachtraining (Pons)
Oh, dieses Norwegisch (Conrad Stein Verlag)

Kleine Länderkunde

– 323.802 km² ist Norwegen groß, und damit etwas kleiner als Deutschland. Rechnet man jedoch den von Norwegen verwalteten arktischen Archipel Spitzbergen mit hinzu, sind es 384.824 km².

– Im Gegensatz zu Mitteleuropa ist Norwegen äußerst dünn besiedelt. Gerade einmal 5,2 Millionen Menschen sind im Lande der Wikinger und Elche zu Hause, 660.000 von ihnen wohnen in Oslo, 279.000 in der zweitgrößten Stadt Bergen.

– Norwegen streckt sich reichlich in die Länge. Ganze 1.572 km sind es vom Südzipfel, dem Kap Lindesnes, bis zum Nordkap. An seiner schmalsten Stelle misst das Land gerade einmal 6330 Meter.

– Die Landessprache ist Norwegisch, allerdings in zwei schriftlichen Varianten: bokmål und nynorsk. Dies macht sich auch beim Ländernamen bemerkbar. Heißt Norwegen auf bokmål „Norge“, so trägt das Königreich auf nynorsk die Bezeichnung „Noreg“.
Zweite Landessprache ist Samisch, wenngleich diese nicht alle erlernen müssen.

Bezahlt wird mit der norwegischen Krone.

Homepage-Tipps

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Fun Facts

-> Der Lærdalstunnel ist mit 24,5 km der längste Straßentunnel der Welt. Er führt von Lærdal nach Aurland in Westnorwegen und besitzt drei große, beleuchtete Felshöhlen, in denen man auch anhalten kann.

-> Der Fjærlandstunnel ist der einzige Tunnel der Welt, der unter einem Gletscher entlang führt.

-> Der Eiksundtunnel führt 287 m unter dem Meer entlang und ist somit der tiefste Untersee-Straßentunnel der Welt. Zumindest noch. Tiefere Unterseetunnel sind in Norwegen bereits im Bau.

Vermischtes

Web-Cams aus Norwegen:

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An- und Weiterreise Norwegen

– Ausweis reicht
– Kinder: eigener Kinderreisepass
– Zollvorschriften beachten (speziell für Alkohol und Tabak)
– Einreise mit Tieren -> Link
– Währung: Norwegische Krone (Kurs ca. 1:9,5)
– Geld: Abheben an Geldautomaten vor Ort möglich
– Ca. 50 Euro schon vorab auf der Bank tauschen
– Tipp: Infoseite der Kgl. Norwegischen Botschaft

Anreise
-> Auto:
Über Dänemark (Fähren ab Hirtshals)
Über Schweden (Fähren ab Kiel, Puttgarten, Travemünde, Rostock)
Ab Deutschland (Fähre Kiel-Oslo)

-> Billigflieger:
Norwegian: ab Berlin, Hamburg, Köln, München, Wien nach Oslo. Ab Berlin auch nach Stavanger, Bergen und Trondheim.

Reisen in Norwegen

-> Geschwindigkeitsbegrenzung:
Innerorts: 50 km/h, Landstr.: 80 km/h, Autobahn: 100 km/h

-> Reisegeschwindigkeit:
Durchschnittl. 60-70 km/h, Tagespensum: max. 200 – 300 km

-> Maut:
Kosten pro Urlaub ca. 30-60 Euro/Auto. An den Mautstationen einfach durchfahren.
Zahlung: Rechnung wird zugesandt. (Außer Atlantiktunnel)

-> Fähren:
An Hauptstr.: mehrmals pro Stunde. An kleinen Nebenstr.: 1-5 x / Tag.
Kosten pro Urlaub: 20-120 Euro (je nach Region)

-> Typisch Norwegen:
22.700 Brücken, 952 Straßentunnel, 32 Unterseetunnel und tausende Kreisverkehre…