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Beitrag vom Mittwoch, 25. September 2013

Oslo – Eine Ortsgeschichte

Lage: Am Nordende des Oslofjords, in einer weiten Ebene, zu Füßen bis zu 500 m hoher Berge. Durchflossen von Fluss Akerselva, der die Stadt in einen östlichen, industriell geprägten und einen westlichen, von Villenvierteln geprägten Teil untergliedert.

Heutige Einwohnerzahl: 620.000

Wahrer Name: Götterebene, (altnordisch: ås – Götter, lo – Grasebene), oder: Ebene unter dem Hügel (ås – Hügel (in dem Fall der Ekeberg), lo – Ebene)

Grund für die Ortsgründung: Wikingersiedlung, später Gründung per königlichem Dekret
Harald Hardråde (Harald der Harte) ließ östlich des heutigen Zentrums zu Beginn des 11. Jahrhunderts einen Handelsplatz gründen und die Mariakirche erbauen. Der Ort war Marktplatz und Schiffsanlegestelle für die großen Bauernhöfe der Umgebung, speziell des Groruddalen. Unter König Olav Kyrre wurde Oslo gegen Ende des 11. Jahrhunderts Bischofssitz und religiöses Zentrum Ostnorwegens. 1147 wurde auf der Insel Hovedøya ein Kloster angelegt. Es wohnten 3-4000 Menschen im alten Oslo, das im heutigen Ortsteil Gamlebyen lag. Mit dem Bau der Festung Akershus unter Håkon V. erreichte die Stadt ihre Blüte. Håkon residierte hier und machte Oslo somit zur Hauptstadt des Königreiches. In jener Zeit ließen sich auch Handelsleute der Hanse aus Rostock nieder.

Weitere Entwicklung: Ab 1349 wütete die Pest und führte zu einer lang anhaltenden Stagnation in der Entwicklung der Stadt.
Nach einem Stadtbrand wurde Oslo unterhalb der Festung Akershus von Christian VI 1624 neu gegründet, im Renaissance-Stil rechtwinklig erbaut und erhielt den Namen Christiania. Nur widerwillig siedelten die Einwohner um. Die Stadtentwicklung stagnierte.
Erst im 18. Jahrhundert blühte die Stadt auf und entwickelte sich zu einem Handelsort für Holzwaren.

Johann Hübner schrieb 1733 über die Stadt:
„Christiania … Sie liegt harte bey dem festen Schlosse Aggerhuus an der See über der alten Stadt Opslo; sie ist starck bewohnt, sehr regulair gebauet, und mit Recht die schönste im ganzen Königreiche zu nennen.“

Im 19. Jahrhundert wurde Christiania, u.a. auf Grund der Nähe zu Schweden, Verwaltungssitz für die Provinz Norwegen. Die Stadt wuchs und es wurden viele repräsentative Bauten errichtet (Universität, Parlament, Nationaltheater, Schloss).
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fanden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen statt, u.a. wurde das ärmliche Viertel Pipervika abgerissen. Auch kam es zur Anlage neuer Stadtviertel, wie Torshov und der Gartenstadt Ullevål.
1920 bekam die Stadt ihren alten Namen, Oslo, zurück und ist seit 1905 Hauptstadt Norwegens.

Oslo-akershus-1838

Festung Akershus um 1838

Oslo-um1900

Oslo um 1900

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