Vorsicht beim Datenroaming auf Schiffen

Verfasst am 05.06.2018 | Abgelegt unter Reisen in Norwegen

In Folge des Datenroaming-Gesetzes zahlt ihr bei der Datennutzung über euer Smartphone in vielen europäischen Ländern, so auch in Norwegen, keine Extragebühren. Es gilt euer Heimattarif. Doch Vorsicht! Dies gilt NICHT auf Schiffen.

Schiffe, z.B. Kreuzfahrtschiffe oder auch Fähren, besitzen ein eigenes mobiles Netz. Dieses dient hauptsächlich der Reederei zur Kommunikation. Gäste können dieses Netz, z.B. jenes von Telenor Maritime, mit nutzen, es fallen jedoch extrem hohe Kosten an.

Maritime Mobilfunknetze sind im Betrieb sehr kostenintensiv. Die letztendlich auf den Verbraucher zukommenden Kosten legen jedoch weder die Fähr- oder Kreuzfahrtgesellschaften noch der Dienstleister fest. Für diese ist der heimische Mobilfunkanbieter zuständig.

Die bewusste oder unbewusste Nutzung von maritimen Mobilfunknetzen, ob zum Telefonieren oder Surfen, ist eine enorme Kostenfalle. Allein für die Nutzung des Datenroamings fallen Gebühren von 25 Euro pro 1 MB an! Und jeder weiß, wie schnell ein Megabyte aufgebraucht ist. Allein Fotos haben eine Größe von 3-5 MB.
Ausgehende Anrufe schlagen mit 5 Euro/Minute zu Buche. Auch für ankommende Telefonate muss gezahlt werden.

Manche (faire) Mobilfunkanbieter, z.B. T-Online, warnen den Kunden vor den möglichen Kosten in einer SMS. Auch ist es teilweise erst dann möglich das mobile Netz zu verwenden, wenn man der Nutzung explizit zustimmt. Bei anderen Anbietern wie O2 bzw. Blau ist das nicht der Fall. Erst nach einem Datenverbrauch von rund 300 Euro, die wohlwollend vom Unternehmen als Einnahmen verbucht werden, tritt eine Roamingsperre in Kraft. Diese gilt dann für den gesamten Auslandsaufenthalt und wird innerhalb des Rechnungszeitraumes auch nicht wieder freigeschaltet. Das heißt, man kann im Urlaub das Internet nicht mehr nutzen.

Auch einige Fährgesellschaften sind hinsichtlich der möglichen Kosten nicht ganz fair. Zwar weist z.B. die Color Line darauf hin, dass es ein kostenpflichtiges (!) WLAN-Netz gibt, vor den möglichen Roaminggebühren wird jedoch weder an den Anlegestellen, noch an Bord gewarnt. Lediglich auf der Homepage findet sich ein versteckter, eher vager Hinweis, der die möglichen Kosten jedoch viel zu gering ansetzt.

Warnung!

Wenn ihr also auf einer Fähre oder einem Kreuzfahrtschiff unterwegs seid, schaltet IMMER euer Handy in den Flugzeugmodus oder am besten ganz aus. Tut dies am besten schon bevor ihr an Bord geht. Es sind Fälle bekannt und dokumentiert, bei denen Nutzern des maritimen Netzes Kosten von 1000 bis 2000 Euro entstanden. Ich selbst hatte mein Smartphone einmal auf der Color Line angeschaltet gelassen. Ich surfte nicht im Internet (!) und versendete lediglich per Whats App sieben Bilder, fünf noch aus dem deutschen Netz kurz nach dem Ablegen in Kiel, zwei aus dem dänischen – mit der Insel Langeland in Sichtweite. Trotzdem entstanden mir Kosten von über 300 Euro.

Einen guten Beitrag zum Handy als Kostenfalle findet ihr auch beim NDR.

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