Tørrfisk – Norwegischer Trockenfisch, eine Spezialität mit Tradition

Verfasst am 05.11.2013 | Abgelegt unter Rezepte / Spezialitäten, Typisch Norwegisch

Foto: Visit Norway
Als die Wikinger begannen, weite Seestrecken zurück zu legen um ferne Länder zu erobern und Handel zu treiben, entstand der Bedarf nach lang haltbaren Lebensmitteln. Man besann dabei auf die Möglichkeit, Fisch durch trocknen und salzen zu konservieren.
Den ersten schriftlichen Hinweis auf sogenannten tørrfisk, also Trockenfisch, finden wir in der isländischen Egis-Sage. In dieser wird vom norwegischen Häuptling Torolv Kveldulvsson berichtet, wie er 875 von den Lofoten nach London reiste, mit Trockenfisch als Wegzehrung und Handelsware im Gepäck. Der erste Ort der diese Art Fisch exportierte war Vågen, ebenfalls auf den Lofoten gelegen. Auf der Inselgruppe ist übrigens die Tradition des Fischtrocknens noch heute lebendig. Überall sieht man bis in den Mai hinein die Gestelle, auf denen der ausgenommene und gereinigte Fisch aufgehangen wird. Da diese oftmals auf Klippen, also Schärneninseln stehen, nennt man den Fisch im norwegischen auch klippfisk.

In den späteren Jahren übernahmen die Hanseaten den Trockenfischhandel. Angeboten wurde der Fisch in 24 verschiedenen Qualitätsvarianten.

Heute hat Norwegen beim Trockenfischexport eine Monopolstellung. Exportiert wird vor allem in die südlichen Länder, wo Trockenfisch in Form von Stockfisch bzw. Bacalau auf dem Speiseplan steht. Das spanische Wort Bacalau bedeutet dabei nichts anderes als Dorsch. Das norwegische Wort für Dorsch, torsk, hingegen leitet sich vom altnordischen turskr ab, was wiederum schlicht und ergreifend tørrfisk, also Trockenfisch, bedeutet.
Trockenfisch kann man trocken, in kleine Stücke gerissen, als Snack genießen oder als Beilage. Dazu muss der Fisch 5-6 Tage gewässert, also aufgeweicht, werden.

Um Trockenfisch herzustellen wird der Dorsch ausgenommen und drei Monate im Freien getrocknet, wobei Temperaturen um die Null Grad und etwas Schnee für die Konservierung am geeigneten sind. Die besten Bedingungen bietet das Klima der Lofoten.
Nach dem Freilufttrocknen trocknet der Fisch im Trockenraum 2-3 Monate nach. U.a. mit Hilfe von Salz verliert er 70% seines Wassergehaltes, wobei Proteine, Vitamine, Eisen- und Calciumgehalt unverändert erhalten bleiben.

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Norwegeninfos:

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Aktuelle Norwegen-Impressionen

Bilder meiner Reise nach Oslo im Mai 2018, anlässlich des norwegischen Nationalfeiertags. Die Reise fand in Zusammenarbeit mit dem Nordis-Magazin statt.

Buchtipps – Veröffentlichungen des Norwegen-Service

Martin Schmidt

Individualreiseführer:
Reisehandbuch NorwegenReisehandbuch Südnorwegen
City Trip Oslo, Bergen, Erfurt / Weimar

Bildband:
Thomas Härtrich & Martin Schmidt: Sehnsucht Norwegen

Sprachbücher:
Einstieg Norwegisch (Hueber Verlag)
Power Sprachtraining (Pons)
Oh, dieses Norwegisch (Conrad Stein Verlag)

Kleine Länderkunde

– 323.802 km² ist Norwegen groß, und damit etwas kleiner als Deutschland. Rechnet man jedoch den von Norwegen verwalteten arktischen Archipel Spitzbergen mit hinzu, sind es 384.824 km².

– Im Gegensatz zu Mitteleuropa ist Norwegen äußerst dünn besiedelt. Gerade einmal 5,2 Millionen Menschen sind im Lande der Wikinger und Elche zu Hause, 660.000 von ihnen wohnen in Oslo, 279.000 in der zweitgrößten Stadt Bergen.

– Norwegen streckt sich reichlich in die Länge. Ganze 1.572 km sind es vom Südzipfel, dem Kap Lindesnes, bis zum Nordkap. An seiner schmalsten Stelle misst das Land gerade einmal 6330 Meter.

– Die Landessprache ist Norwegisch, allerdings in zwei schriftlichen Varianten: bokmål und nynorsk. Dies macht sich auch beim Ländernamen bemerkbar. Heißt Norwegen auf bokmål „Norge“, so trägt das Königreich auf nynorsk die Bezeichnung „Noreg“.
Zweite Landessprache ist Samisch, wenngleich diese nicht alle erlernen müssen.

Bezahlt wird mit der norwegischen Krone.

Homepage-Tipps

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Norsk ! – So heißt meine Zeitschrift für alle, die Norwegisch lernen.

Fun Facts

-> Der Lærdalstunnel ist mit 24,5 km der längste Straßentunnel der Welt. Er führt von Lærdal nach Aurland in Westnorwegen und besitzt drei große, beleuchtete Felshöhlen, in denen man auch anhalten kann.

-> Der Fjærlandstunnel ist der einzige Tunnel der Welt, der unter einem Gletscher entlang führt.

-> Der Eiksundtunnel führt 287 m unter dem Meer entlang und ist somit der tiefste Untersee-Straßentunnel der Welt. Zumindest noch. Tiefere Unterseetunnel sind in Norwegen bereits im Bau.

Vermischtes

Web-Cams aus Norwegen:

Kleine Web-Cam-Sammlung Norwegen

Große Web-Cam-Sammlung Norwegen.

An- und Weiterreise Norwegen

– Ausweis reicht
– Kinder: eigener Kinderreisepass
– Zollvorschriften beachten (speziell für Alkohol und Tabak)
– Einreise mit Tieren -> Link
– Währung: Norwegische Krone (Kurs ca. 1:9,5)
– Geld: Abheben an Geldautomaten vor Ort möglich
– Ca. 50 Euro schon vorab auf der Bank tauschen
– Tipp: Infoseite der Kgl. Norwegischen Botschaft

Anreise
-> Auto:
Über Dänemark (Fähren ab Hirtshals)
Über Schweden (Fähren ab Kiel, Puttgarten, Travemünde, Rostock)
Ab Deutschland (Fähre Kiel-Oslo)

-> Billigflieger:
Norwegian: ab Berlin, Hamburg, Köln, München, Wien nach Oslo. Ab Berlin auch nach Stavanger, Bergen und Trondheim.

Reisen in Norwegen

-> Geschwindigkeitsbegrenzung:
Innerorts: 50 km/h, Landstr.: 80 km/h, Autobahn: 100 km/h

-> Reisegeschwindigkeit:
Durchschnittl. 60-70 km/h, Tagespensum: max. 200 – 300 km

-> Maut:
Kosten pro Urlaub ca. 30-60 Euro/Auto. An den Mautstationen einfach durchfahren.
Zahlung: Rechnung wird zugesandt. (Außer Atlantiktunnel)

-> Fähren:
An Hauptstr.: mehrmals pro Stunde. An kleinen Nebenstr.: 1-5 x / Tag.
Kosten pro Urlaub: 20-120 Euro (je nach Region)

-> Typisch Norwegen:
22.700 Brücken, 952 Straßentunnel, 32 Unterseetunnel und tausende Kreisverkehre…