Primstav – Der norwegische Kalenderstab

Verfasst am 30.12.2016 | Abgelegt unter Geschichte & Ortsgeschichten, Kultur / Architektur / Design, Typisch Norwegisch

Der norwegische Name, primstav, für diesen ewigen Kalender leitet sich vom lateinischen primatio lunae ab, das mit „erster sichtbarer Neumond“ übersetzt werden kann. Der Neumond war einst die Basis für die Zeitrechnung. Eine weitere Bezeichnung für den Kalanderstab ist ist Altnordischen zu finden: prímstafr. Prímstafr ist dabei eine ältere Umschreibung für die „Goldene Zahl“. Diese markiert die Position eines Kalenderjahres innerhalb des 19-jährigen Mondzirkels (Metonischer Zyklus).

primstavb-aus-dem-hallingdal-18-jahrhundert-copyright-roed-wikipediaIm primstav, der in der Region  Møre auch ringstav genannt wird, ist jeder Tag mit einer Kerbe versehen. Der siebende Tag wird etwas hervorgehoben.
Besondere Feiertage, bewegliche Feiertage waren nicht vermerkt, werden mit einem Symbol versehen.
Einige Beispiele:
1.1. – Neujahrstag – Rad, Kreuz oder eine Art Uhr
24.6. – St. Hans – Sonnenrad, Kreuz oder Baum mit Krone
6.12. – Nilsmesse – Bischofsstab
13.12. – Luciatag – Fackel, Feuer
23.12. – Torlaksmesse / Sjursmesse – Halbes Kreuz
25.12. – Weihnachtstag – Sonne, Kreuz, Rad, Sterne
28.12. – Kindertag – Die unschuldigen Kinder von Bethlehem – Schwert, Trinkhorn

Der Primstab hat seinen Ursprung im katholischen Kirchenkalender und im Runenkalender, dessen ältestes bekanntes Exemplar, der schwedische Nyköping-Stab, aus dem 13. Jahrhundert stammt. Wahrscheinlich wurde der Runenkalender jedoch schon früher verwendet.

Der Primstab wurde in Norwegen und Dänemark zur kirchlichen und bäuerlichen Gliederung (u.a. Saat- und Erntezeiten) des Jahres verwendet. In Schweden kam hingegen den Runenstab (runestav) zum Einsatz.
In Norwegen sind 650 primstaver bekannt. Diese stammen meist aus der Zeit zwischen dem späten 15. Jahrhundert und dem frühen 19. Jahrhundert. Der älteste norwegische Primstab wurde auf das Jahr 1457 datiert. Er stammt aus dem östlichen Landesteil, wo bis in das 17. Jahrhundert hinein im Østerdalen auch schwedischen Runenstäbe hergestellt wurden.

Quellen: 1, 2, 3

 

 

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(c) Reinhard Pantke

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