Die Hanse in Bergen

Verfasst am 27.10.2015 | Abgelegt unter Bergen, Geschichte & Ortsgeschichten

Die niederdeutschen Kaufleute der Hanse dominierten 500 Jahre lang den Handel im nördlichen Europa. Zur Zeit der vermutlichen Gründung der Vereinigung im 12. Jahrhundert, war das maßgebliche Ziel eine Zusammenhalt bei der gefahrvollen Reise und ein Eintreten für gemeinsame Interessen. Später kam es zur Entwicklung eines eigenen Transportwesens und eines zunehmenden wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Einflusses in jenen Ländern, in denen Handelskontore betrieben wurden beziehungsweise dem Bund angeschlossene Städte lagen. Auf regelmäßig stattfindenden Hansetagen wurden neue Ziele gesteckt, Verträge geschlossen, Mitglieder aufgenommen oder ausgeschlossen und diplomatische Entscheidungen getroffen. Mit der zunehmenden Macht regionaler Herrscher wurde der Niedergang der Hanse Mitte des 17. Jahrhunderts besiegelt.

Bergen konnte sich schon im Mittelalter als Umschlagplatz für Im- und Exportwaren etablieren, da es verkehrstechnisch günstig zwischen dem fischreichen Norden des Landes und den fruchtbaren Regionen Mitteleuropas lag. Deutsche Kaufleute ließen sich bereits im 13. Jahrhundert in der Stadt nieder. Zur Gründung eines deutschen Hansekontors kam es jedoch erst um 1360, als die grassierende Pest ein vorübergehendes Machtvakuum hinterließ. Die Hanseaten erwarben fortan das Monopol für die Ausfuhr von Stockfisch, Tran und Häuten. Im Gegenzug wurden hauptsächlich Mehl, Getreide, Salz, Malz und Bier importiert. Das Deutsche Kontor existierte in Bergen noch lange über das Ende des Hansebundes hinaus. Erst 1754 ging es in das Norwegische Kontor über, wobei deutsche Kaufleute noch bis 1899 den Handel mitbestimmten.

Das Deutsche Kontor war eine reine Männergesellschaft, die strikten Regeln folgte. Diese standen teilweise im Widerspruch zur städtischen Gesetzgebung aus dem Jahre 1276, was häufig zu Konflikten führte. Die Männer des Kontors unterteilten sich in drei Gruppen. Zu unterst standen die 14 / 15-jährigen Lehrjungen. Diese dienten sechs Jahre in einer Stube und wurden nach einer Prüfung zu Gesellen. Als Geselle wiederum hatte man die Möglichkeit zum Verwalter aufzusteigen. Als solcher war es auch möglich, eine eigene Stube zu erwerben und zu leiten. Ein Haus konnte mehrere Stuben umfassen. Mehrere Häuser wiederum bildeten einen Hof, in dem das Leben durch eigene Hausordnungen geregelt wurde.
Geleitet wurde ein Kontor von vom Lübecker Rat eingesetzten „Ältesten“, denen Beisitzer und Sekretäre zur Seite standen.

Noch heute kann man das Leben der alten Hanseaten zwischen den Häusern der Brygge in Bergen nachempfinden. Die Holzgebäude stehen unter dem Schutz der UNESCO.
Bergen ist von Deutschland aus mit dem Flugzeug gut erreichbar. Buchbar sind Flüge mit Bravofly.
Ist man in Bergen, sollte man neben den farbenfrohen Gebäuden der Brygge auch nicht einen Blick vom Hausberg Fløyen verpassen. Einen Besuch wert ist zudem der Fischmarkt mit Früchten des Meeres aus aller Welt.

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Martin Schmidt

Individualreiseführer:
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Bildband:
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Sprachbücher:
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Kleine Länderkunde

– 323.802 km² ist Norwegen groß, und damit etwas kleiner als Deutschland. Rechnet man jedoch den von Norwegen verwalteten arktischen Archipel Spitzbergen mit hinzu, sind es 384.824 km².

– Im Gegensatz zu Mitteleuropa ist Norwegen äußerst dünn besiedelt. Gerade einmal 5,2 Millionen Menschen sind im Lande der Wikinger und Elche zu Hause, 660.000 von ihnen wohnen in Oslo, 279.000 in der zweitgrößten Stadt Bergen.

– Norwegen streckt sich reichlich in die Länge. Ganze 1.572 km sind es vom Südzipfel, dem Kap Lindesnes, bis zum Nordkap. An seiner schmalsten Stelle misst das Land gerade einmal 6330 Meter.

– Die Landessprache ist Norwegisch, allerdings in zwei schriftlichen Varianten: bokmål und nynorsk. Dies macht sich auch beim Ländernamen bemerkbar. Heißt Norwegen auf bokmål „Norge“, so trägt das Königreich auf nynorsk die Bezeichnung „Noreg“.
Zweite Landessprache ist Samisch, wenngleich diese nicht alle erlernen müssen.

Bezahlt wird mit der norwegischen Krone.

Homepage-Tipps

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Fun Facts

-> Der Lærdalstunnel ist mit 24,5 km der längste Straßentunnel der Welt. Er führt von Lærdal nach Aurland in Westnorwegen und besitzt drei große, beleuchtete Felshöhlen, in denen man auch anhalten kann.

-> Der Fjærlandstunnel ist der einzige Tunnel der Welt, der unter einem Gletscher entlang führt.

-> Der Eiksundtunnel führt 287 m unter dem Meer entlang und ist somit der tiefste Untersee-Straßentunnel der Welt. Zumindest noch. Tiefere Unterseetunnel sind in Norwegen bereits im Bau.

Vermischtes

Web-Cams aus Norwegen:

Kleine Web-Cam-Sammlung Norwegen

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An- und Weiterreise Norwegen

– Ausweis reicht
– Kinder: eigener Kinderreisepass
– Zollvorschriften beachten (speziell für Alkohol und Tabak)
– Einreise mit Tieren -> Link
– Währung: Norwegische Krone (Kurs ca. 1:9,5)
– Geld: Abheben an Geldautomaten vor Ort möglich
– Ca. 50 Euro schon vorab auf der Bank tauschen
– Tipp: Infoseite der Kgl. Norwegischen Botschaft

Anreise
-> Auto:
Über Dänemark (Fähren ab Hirtshals)
Über Schweden (Fähren ab Kiel, Puttgarten, Travemünde, Rostock)
Ab Deutschland (Fähre Kiel-Oslo)

-> Billigflieger:
Norwegian: ab Berlin, Hamburg, Köln, München, Wien nach Oslo. Ab Berlin auch nach Stavanger, Bergen und Trondheim.

Reisen in Norwegen

-> Geschwindigkeitsbegrenzung:
Innerorts: 50 km/h, Landstr.: 80 km/h, Autobahn: 100 km/h

-> Reisegeschwindigkeit:
Durchschnittl. 60-70 km/h, Tagespensum: max. 200 – 300 km

-> Maut:
Kosten pro Urlaub ca. 30-60 Euro/Auto. An den Mautstationen einfach durchfahren.
Zahlung: Rechnung wird zugesandt. (Außer Atlantiktunnel)

-> Fähren:
An Hauptstr.: mehrmals pro Stunde. An kleinen Nebenstr.: 1-5 x / Tag.
Kosten pro Urlaub: 20-120 Euro (je nach Region)

-> Typisch Norwegen:
22.700 Brücken, 952 Straßentunnel, 32 Unterseetunnel und tausende Kreisverkehre…