Felszeichnungen in Norwegen

Verfasst am 24.07.2018 | Abgelegt unter Entdeckungen-am-Wegesrand, Gesellschaft / Leben in Norwegen, Kultur / Architektur / Design

Zwischen 4000 und 2000 v.Chr., mit dem Einsetzen von Ackerbau und Fischfang, begann die zeit der nordischen Geschichtsschreibung in Stein. Man erzählte von Reisen zu Fuß, auf Ski oder im Boot und von der Jagd mit Speer, Pfeil und Bogen. Beutetiere waren Ren, Bär, Fisch und Wal, manchmal mit einer Lebenslinie vom Maul zum Herzen oder mit dem Knochenbau dargestellt, als Teil des Wiedergeburtsritus. Auch sind kreisrunde oder linienförmige, zu beackernde Felder zu sehen, zusammen mit Menschen mit deutlichen Phallussymbolen als Zeichen der Fruchtbarkeit.
Um 1000 v.Chr, tauchten dann zunehmend Räder mit Speichen auf, als kultisches Symbol für die kreisrunde Sonne. Die Verbindung zum Rad kommt dabei nicht von ungefähr, heißt doch das nordische Sonnenfest „Julfest“ (hjul = Rad) und wurde zum Zeichen der Wiederkehr des Lichtes am ersten Vollmond nach dem 6. Januar gefeiert. Mit der Geburt Christi verlegte man dieses fest auf den 25. Dezember. Dementsprechend heißt Weihnachten im Norwegischen immer noch „jul“.
Begleitet werden die Sonnenräder oft von eingeritzten Fußspuren. Es wird vermutet, dass diese entweder die Gegenwart des Sonnengottes symbolisieren oder aber Dämonen „vom Feld kicken“ sollen. Auch hat das Boot – neben seinem Stellenwert für die Jagd und Unternehmungen – kultische Bedeutung, dient es doch als Fahrzeug der Toten auf dem Weg ins Jenseits.

Besonders schöne Felszeichnungen sind in Nordnorwegen, in Alta (UNESCO-Weltkulturerbe) zu finden. Die Ritzungen wurden immer an der Wasserlinie, die den Übergang zwischen der Unterwelt und dem Himmelreich darstellte, geschaffen. Durch die Landhebung nach der letzten Eiszeit liegen die ältesten der rund 6000 Zeichnungen nun rund 26 Meter über dem Meer.

In Südnorwegen sind die bekanntesten Felszeichnungen am Oldtidsveien bei Fredrikstad zu sehen. Außerdem lohnen noch die Fels-Kunstwerke bei Hegra (nahe Trondheim) einen Besuch. Bedeutend sind auch die Ritzungen am See Snåsa, die ein Rentier (Bølareinen) in Originalgröße und einen Skifahrer darstellen. Geschaffen wurden sie vor rund 6000 Jahren. Etwas jünger ist der Skiläufer, der auf der Insel Rødøy entdeckt wurde. Er stand Pate für die Piktogramme der Olympischen Winterspiele in Lillehammer anno 1994.

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