Die Stabkirchen Norwegens

Verfasst am 23.07.2018 | Abgelegt unter Geschichte & Ortsgeschichten, Kultur / Architektur / Design

Die an asiatische Pagoden erinnernden Stabkirchen sind zweifellos Norwegens wichtigster Beitrag zur Welt der Architektur. Erbaut wurden die Gotteshäuser ab jener Zeit, da Olav der Heilige das Land christianisierte. Bis ins 14. Jahrhundert hinein entstanden so 700, vielleicht sogar 1000 dieser Bauwerke, von denen jedoch nur 29 erhalten geblieben sind. Zu viele wurden in Zeiten der Pest vernachlässigt und zerfielen. Andere wiederum wurden vor allem im 19. Jahrhundert abgerissen, um neuen, größeren und vor allem helleren Gotteshäusern Platz zu machen.

Von den noch heute in Norwegen zu bestaunenden Stabkirchbauten haben nur sechs noch ihre ursprüngliche Form, oder konnten in diese zurückversetzt werden. Häufig wurden Fenster eingebaut und man erweiterte die Gebäude zu einer Kreuzkirche.
In seiner ursprünglichen Gestalt besteht der Stabkirchbau aus steil übereinander getürmten Giebeldächern. Unten bilden sie Pultdächer, die den Söller, einen laubengangähnlichen Umgang überdecken. Zwischen den Dächern befinden sich kleine Lichtschlitze. Da zur Bauzeit Glas in Norwegen noch nicht bekannt war, waren diese die einige Lichtquelle, für den düsteren, unbestuhlten Innenraum. Am Ende der Giebel thronen meist Drachenköpfe. Sie dienen der Dämonenabwehr und sind Ausdruck für den Wankelmut der Erbauer, konnten diese sich doch noch nicht zwischen altem Götterglauben und Christentum entscheiden. So stellt auch die prachtvolle Pflanzen- und Tierornamentik der Portale vereinzelt heidnische Motive dar, wie z.B. die Ranken der Weltenesche Yggdrasil. Gedeckt ist der Bau mit Holzschindeln. Diese müssen alle vier Jahre geteert werden, weshalb die Kirchen mal hell wie der Tag und mal dunkel wie die Nacht erscheinen.
Errichtet wurde eine Stabkirche auf Holzsäulen, den Staven, wovon sich auch der norwegische Name für das Gebäude ableitet: Stavkirke. Die Stämme dazu wurden zunächst im Wald entrindet, dann ließ man sie mehrere Jahre trocknen. Hernach setzte man sie im Ganzen nebeneinander auf ein Fundament und verband sie durch Andreaskreuze im oberen Schiff. Der Größe des Innenraums nach können verschiedene Bautypen unterschieden werden:
Numedals-Typ: Jüngster Typ; nur 1 Mast; typische Bsp.: Kirchen in Nore & Uvdal
Valdres-Typ: 4 Säulen; typische Bsp.: Kirchen in Hurum & Lomen
Sogne-Typ: 14 – 20 Masten; typische Bsp.: Kirchen in Borgund, Urnes, Lom, Hopperstad, Ringebu

Viele Stabkirchen wurden Ende des 19. Jahrhunderts in Freilichtmuseen versetzt, um sie so vor dem Verfall zu schützen. Besonders erwähnenswert sind die Gotteshäuser in den Museen zu Oslo (Folkemuseet) und Lillehammer (Maihaugen).
Bedeutende Stabkirchen am Originalstandort findet man u.a. in Borgund (die am besten erhaltene Kirche), in Urnes (dad älteste Haus, 1120 – 1150 erbaut), in Heddal (größte Stabkirche), in Lom, in Ringebu sowie in Nore und Uvdal im Numedal.

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Kleine Länderkunde

– 323.802 km² ist Norwegen groß, und damit etwas kleiner als Deutschland. Rechnet man jedoch den von Norwegen verwalteten arktischen Archipel Spitzbergen mit hinzu, sind es 384.824 km².

– Im Gegensatz zu Mitteleuropa ist Norwegen äußerst dünn besiedelt. Gerade einmal 5,2 Millionen Menschen sind im Lande der Wikinger und Elche zu Hause, 660.000 von ihnen wohnen in Oslo, 279.000 in der zweitgrößten Stadt Bergen.

– Norwegen streckt sich reichlich in die Länge. Ganze 1.572 km sind es vom Südzipfel, dem Kap Lindesnes, bis zum Nordkap. An seiner schmalsten Stelle misst das Land gerade einmal 6330 Meter.

– Die Landessprache ist Norwegisch, allerdings in zwei schriftlichen Varianten: bokmål und nynorsk. Dies macht sich auch beim Ländernamen bemerkbar. Heißt Norwegen auf bokmål „Norge“, so trägt das Königreich auf nynorsk die Bezeichnung „Noreg“.
Zweite Landessprache ist Samisch, wenngleich diese nicht alle erlernen müssen.

Bezahlt wird mit der norwegischen Krone.

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Fun Facts

-> Der Lærdalstunnel ist mit 24,5 km der längste Straßentunnel der Welt. Er führt von Lærdal nach Aurland in Westnorwegen und besitzt drei große, beleuchtete Felshöhlen, in denen man auch anhalten kann.

-> Der Fjærlandstunnel ist der einzige Tunnel der Welt, der unter einem Gletscher entlang führt.

-> Der Eiksundtunnel führt 287 m unter dem Meer entlang und ist somit der tiefste Untersee-Straßentunnel der Welt. Zumindest noch. Tiefere Unterseetunnel sind in Norwegen bereits im Bau.

Vermischtes

Web-Cams aus Norwegen:

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An- und Weiterreise Norwegen

– Ausweis reicht
– Kinder: eigener Kinderreisepass
– Zollvorschriften beachten (speziell für Alkohol und Tabak)
– Einreise mit Tieren -> Link
– Währung: Norwegische Krone (Kurs ca. 1:9,5)
– Geld: Abheben an Geldautomaten vor Ort möglich
– Ca. 50 Euro schon vorab auf der Bank tauschen
– Tipp: Infoseite der Kgl. Norwegischen Botschaft

Anreise
-> Auto:
Über Dänemark (Fähren ab Hirtshals)
Über Schweden (Fähren ab Kiel, Puttgarten, Travemünde, Rostock)
Ab Deutschland (Fähre Kiel-Oslo)

-> Billigflieger:
Norwegian: ab Berlin, Hamburg, Köln, München, Wien nach Oslo. Ab Berlin auch nach Stavanger, Bergen und Trondheim.

Reisen in Norwegen

-> Geschwindigkeitsbegrenzung:
Innerorts: 50 km/h, Landstr.: 80 km/h, Autobahn: 100 km/h

-> Reisegeschwindigkeit:
Durchschnittl. 60-70 km/h, Tagespensum: max. 200 – 300 km

-> Maut:
Kosten pro Urlaub ca. 30-60 Euro/Auto. An den Mautstationen einfach durchfahren.
Zahlung: Rechnung wird zugesandt. (Außer Atlantiktunnel)

-> Fähren:
An Hauptstr.: mehrmals pro Stunde. An kleinen Nebenstr.: 1-5 x / Tag.
Kosten pro Urlaub: 20-120 Euro (je nach Region)

-> Typisch Norwegen:
22.700 Brücken, 952 Straßentunnel, 32 Unterseetunnel und tausende Kreisverkehre…