Norwegen – Heimat des Skilaufens / Skisports

Verfasst am 10.01.2018 | Abgelegt unter Geschichte & Ortsgeschichten, Outdoor / Sport / Freizeit, Typisch Norwegisch

Nicht weniger als sechs Wintersportarten entstanden als eigentliche Sportart (sp) und / oder technische Disziplin (td) in Norwegen: Langlauf (td), Alpinskifahren (sp), Biathlon (sp, td), Skispringen (sp, td), Kombination (sp, td), und Freestyle-Skiing (td).

Das Wort Ski an sich, stammt aus dem Norwegischen. Abgeleitet wurde es vom altnordischen Begriff skíð, der soviel wie Scheid (gespaltenes Holz) bedeutet. Die deutsche Aussprache für Ski („Schie“) folgt den norwegischen Ausspracheregeln, demnach s vor sk als sch ausgesprochen wird.
Aus dem Norwegischen ins Deutsche übertragen wurden zudem die Begriffe Loipe, Langlauf, Slalom, Bakken (Hang beim Skispringen) und Telemark.

Die Ursprünge

Den ältesten Beleg für skifahrerische Tätigkeiten im Raum des heutigen Norwegens gibt die rund 6000 Jahre alte Felszeichnung des Bølamannen bei Steinkjer. Andere, rund 5000 Jahre alte Felszeichnungen in Norwegen beweisen zudem, dass man schon damals auf Skiern zur Jagt fuhr.

Der älteste Skifund des Landes, der Drevja-Ski, stammt ebenfalls aus dieser Zeit. Er weist ein Alter von rund 5200 Jahren auf.

Vor 800 – 1000 Jahren in Norwegen

Die Birkebeiner von Knud Bergslien aus dem Jahre 1869

Vom Wikingerkönig Harald Hårfagre (Harald Schönhaar, 852 – 933) wurde behauptet, dass er „sein Schiff wie Ski durch die Schären steuert“.
Snorre Sturlason berichtet in seinen Norwegischen Königssagen Anfang des 13. Jahrhunderts davon, dass in Norwegen Skigelaufen wird. Auch die Geschichte von den Birkebeinern, die an Weihnachten anno 1206 den Königssohn retteten, erzählt davon, dass sie diese Heldentat auf Skiern vollzogen.
In der nordischen Mythologie werden die Skiläufer durch zwei Götter repräsentiert, den Skigott Ull und die Skigöttin Skade (Skaði).

Sportliche und Militärische Nutzung – 18. Jahrhundert

Im 18. Jahrhundert wurde der Skisport Teil allgemeinen sportlichen Betätigung in Norwegen. Auch Kurierdienste wickelte man auf Ski ab. Erste Skikompanien kamen während des Krieges gegen Schweden (1716–1718) zum Einsatz. 1767 fanden unter den norwegischen Grenzkompanien die ersten Wettkämpfe statt. Diese umfassten den Abfahrtslauf, mit und ohne Kurven, Abfahrtslauf mit Zielschießen und Langlauf.
Für das 17. Jahrhundert gibt es erste Belege dafür, dass die Ski für eine bessere Gleitfähigkeit gewachst wurden. Skispringen wird erstmals 1801 erwähnt.

Verstärktes Interesse am Skifahren – Frühes 19. Jahrhundert

Die ersten nichtmilitärischen Skirennen in Norwegen, ja auf der ganzen Welt, wurden in den 1840er Jahren ausgetragen. Den nachweislich ersten Wettkampf veranstaltete der Redakteur der Tromsø-Tidende, Otto Theodor Krogh, zwischen dem 30. März und dem 2. April 1843. Berühmte Skirennen fanden auch 1862 in Trysil und im gleichen Jahr in Grorud bei Christiania (Oslo) statt. Der berichtende Sportjournalist beim Wettkampf in Grorud war kein geringerer als Henrik Ibsen.
Auch das lokale Rennen in Høydalsmo (Telemark) anno 1866 war legendär, war es doch die Geburtsstunde des norwegischen Skihelden Sondre Norheim, dem Entwickler der ersten alpinen Skischwünge (Telemark), die wiederum zur Vorlage des Christiania Stem wurden.

Ende Februar 1849 startete Carl Bonaparte Roosen eine erste organisierte Skiwanderung ab dem Markt in Trondheim hinauf zum 8 Kilometer entfernten Gråkallen. Diese Aktion gilt als Start für die Volkssportbewegung auf Skiern und kann auch als Beginn des Skifahrens als Freizeitvergnügen gesehen werden.

Der erste vermerkte Skisprungrekord ist deutlich älter. 1808 sprang Olaf Rye 9,5 m weit.

Krise und Renaissance – Die goldenen Jahre

Mit zunehmend besseren Wegen, dem Aufkommen der Eisenbahn und einem gewissen Schneemangel in den Tälern geriet der Skisport zunächst ins Hintertreffen. Verstärkt wurde sich jedoch für bessere Skifertigkeiten eingesetzt und 1861 der „Verband für Leibesübungen und Waffengebrauch“ ins Leben gerufen, der Vorläufer des heutigen Norwegischen Sportverbands.

1861 wurde der erste Skisport- und Biathlonverein der Welt in Trysil gegründet („Trysilgutten“). In dem ostnorwegischen Ort muss auch er besonders hervorragender Skiläufer gelebt haben, der sogenannte Trysil-Knut, der ebenfalls 1861 zum Thema eines Gedichts von Bernt Lund wurde.
Ebenfalls in Trysil nahm 1863 zum ersten Mal eine Frau an einem Skisprungwettbewerb teil. Ihr Name war Ingrid Olsdatter Vestbyen. Die erste Frau in Skihosen, anstatt im Kleid, bretterte auch in Norwegen eine Piste hinab. Kristine Drolsum war dies, anno 1896 in Christiania, dem heutigen Oslo.

Der erste Skispringwettbewerb, bei dem die Weiten notiert und somit auch ein offizieller Rekord aufgestellt werden konnte, ist für das Jahr 1868 vermerkt. Rekordhalter wurde mit 19,50 m Sondre Norheim, der zuvor 322 km Wegstrecke von seiner Heimat Telemark nach Christiania (Oslo) auf Skiern zurücklegte.

Ab den 1880er Jahren fanden größere Freizeittouren durch das norwegische Gebirge statt, z.B. durch Jotunheimen, wo auch erste Gebirgsbauten errichtet wurden. Die typisch norwegische Tradition, gerade an Ostern auf Skiern durchs Gebirge zu wandern, geht wohl auf die drei Bergener Männer Kaspar Kielland, Fritz Rieber und Henrik Sundt zurück, die am Ostersonntag 1884 den Zug nach Voss nahmen, und zu einer 15-stündigen Tour mit Übernachtung aufbrachen.

Morgedal, Huseby und Holmenkollen

Um 1870 erschien in einer Zeitung in Kristiania (Oslo) ein erster Artikel zum Thema „Dynamisches Skifahren“. Dieser stellt ein Meilenstein für die Entwicklung der späteren aerodynamischen Schwungtechniken dar. (Quelle: „The Dramatic History of Skiing“)

1879 fand in Christiania (Oslo) eine Skiausstellung statt. Die neusten Entwicklungen wurden im Rahmen eines Wettbewerbs im Ortsteil Huseby präsentiert. Die Veranstaltung war ein Meilenstein in der Geschichte des Skisports, gilt sie doch als direkter Vorläufer der berühmten Holmenkollen-Veranstaltungen.

Zwischen 1879 und 1891 fanden jährliche Wettkämpfe am Berg Husebybakken statt, auch die erste Nordische Kombination (12.2.1879). Der Hang wurde auf Grund seiner für damalige Verhältnisse monumentale Ausmaße auch Kastell (Kastellbakken) genannt.
Da Schneemangel auch im 19. Jahrhundert schon ein Thema war, verlegte man die Wettkämpfe 1892 etwas weiter den Berg hinauf zum Holmenkollen.

Husebyrennen 1883

Bei den Wettkämpfen am Husebybakken, die eine Mischung aus Slalom, Skispringen und Langlauf waren, stach besonders ein Mann hervor, Sondre Norheim (1825 – 1897) aus Morgedal in der Region Telemark. Er landete die weitesten Sprünge und zeigte eine besonders moderne Skitechnik, den Telemark.
In seiner Heimat gab es neben ihm besonders viele aktive Wintersportler, die sich todesmutig Hänge hinab stürzten und ihre Ausrüstung stets weiterentwickelten und verbesserten. Drei Wintersportarten wurden so in der Telemark entwickelt: der sanfte Slalåm (Slalom), der vor allem für Frauen und Kinder gedacht war, der Ufsilåm, bei dem man sich den Hang hinab stürzte und von Dächern und Felskanten sprang, er gilt als Vorläufer des Skispringens, und der Uvyrdslåm. Bei diesem galt es im Tiefschnee über eine längere Strecke Hindernissen auszuweichen. Der Uvyrdslåm gilt als Vorläufer des Off-Pist-Skifahrens.

Auch im Langlauf wurden Maßstäbe gesetzt. So fand bereits 1888 am Holmenkollen das erste Skatingrennen der Welt statt, wobei sich diese Technik auf Grund des flachen Terrains später vor allem in Finnland und Schweden durchsetzte. Ebenfalls 1888 wurde erstmals die Distanz von 50 Kilometern überwunden. Das Rennen kann als Vorläufer für den „Femmila“ Lauf am Holmenkollen gelten, der noch heute stattfindet.

Skiindustrie und Skiexport

1839 wanderte Hellek Glaim vom Numedal in die USA aus. Mit im Gepäck waren natürlich seine Ski. Mit diesen unternahm er lange Touren und weckte die Neugier der Amerikaner, die daraufhin Wissenschaftler auf ihn ansetzten um herauszufinden, was dies für merkwürdige „Latten“ an seinen Füßen waren.
1853 veranstalteten Auswanderer aus der Telemark in der Sierra Nevada den ersten Skiwettbewerb der Neuen Welt, an dem auch der Begründer des Skilaufens in Kalifornien, der Norweger „Snowshoe Thompson“ beteiligt war.

Ende des 19. Jahrhunderts erreichte das Skifahren durch vermutlich norwegische Auswanderer auch Kanada, erheblich beeinflusst und gefördert durch den Norweger Herman „Jackrabbit“ Smith Johannsen Anfang des 20. Jahrhunderts.

In Australien gwurde Ende 1861 von norwegischen Auswanderern aus der Telemark der „Kiandra Pioneers Ski Club“ in Neusüdwales gegründet, der zweitälteste Skiverein der Welt.

Wollte man im 19. Jahrhundert in den Alpen Skifahren, bezog man die Bretter zumeist aus Norwegen. Dort wurden diese per Hand hergestellt. Die älteste Verkaufsanzeige für Ski datiert auf das Jahr 1820. Am 3. Februar war im Morgenbladet zu lesen, dass G. Paulsen, wohnhaft bei G. Henriksen, ein Paar gute „Skilaufskier“ verkauft. Für die 1840er und 1850er Jahre ist zudem belegt, dass an den Stränden des Marktes in Christania (Oslo) Ski an Einheimische und Zugereiste verkauft wurden.
1863 wurde vom Centralforeningen, also dem Sportverband, eine erste Norm für norwegische Ski entwickelt. Im gleichen Jahr fand eine Vorführung verschiedener Modelle in Trondheim statt. Skiausstellungen konnten 1879 und 1880 in Christiania (Oslo) besucht werden. Die Vielfalt an unterschiedlichen Formen war noch immer groß, so dass norwegische Skier 1887-1888 erstmals katalogisiert wurden.
Unterdessen begann man mit der maschinellen Herstellung von Skiern. 1872 gründete Simen Rustad die erste Skifabrik der Welt. Die Maschinen wurden in Fåberg bei Lillehammer mit Wasserkraft angetrieben. Später kamen rund 200 weitere Skifabriken hinzu.
Zunehmend wurde auch an den Lauffähigkeiten der Ski gearbeitet. Der Entdecker und Abenteurer Fridtjof Nansen nutzte auf seiner legendären Tour quer durch Grönland anno 1890 noch Parafin. Das erste Patent ließ sich der Norweger Emil Selmer 1897 ausstellen. Er verwendete eine Mischung aus pulverisiertem Metall, gemischt mit Lack.

Innovationen

Skisammlung H. Welhaven, 1909

Im Laufe der Jahrhunderte war man in Norwegen auf dem Gebiet des Skifahrens recht innovativ.
Entwickelt wurden:
Carving-Ski (vorgestellt beim Husebyrennen 1879), Ski mit Vorspannung, Ski in Verbundbauweise (Komposit Bauweise, Bjørn Ullevoldsæter, 1932); Stahlkantenski, in Eidfjord erfunden (Brief Fridtjof Nansens anno 1887); 1884 – Huitfeldt-Bindung, Bindungssystem New Nordic Norm  (NNN) (Rottefella, 1927), modernes Skiwachs, Telemarktechnik, Weitenmarkierung beim Skispringen (Jo Nesbø)

Moderne Entwicklungen

Der erste Skilift Nord-Europas wurde 1937 nahe des Holmenkollen in Oslo in Betrieb genommen. Insgesamt gibt es heute über 600 Aufstiegshilfen, verteilt über das ganze Land.

Die älteste, noch an ihrem ursprünglichen Ort stehende Skisprungschanze der Welt ist der Holmenkollen, die größte der Welt der Vikersundbakken. Es existierten einst über 1000 Schanzen im ganzen Land, allein in Oslo waren es 350. Heute sind es noch 278.

Norwegen durchzieht ein dichtes Netz an Loipen. Eine genau Angabe ist nicht zu machen, aber allein Oslo umspannen 2000 Kilometer.
Skirennen werden natürlich noch heute in Norwegen veranstaltet. Zwei der längsten weltweit sind das Trollski-Rennen über 120 km und das Pendlerrennet zwischen Gjøvik und Oslo über 140 km. Die von der Teilnehmerzahl her größte Langlaufveranstaltung der welt ist hingegen das an die Birkebeiner erinnernde Birkebeinerrennet zwischen Lillehammer und Rena. Das Teilnehmerfeld umfasst pro Jahr rund 17.000 Läufer.
Das älteste noch immer stattfindende Skirennen der Welt ist hingegen die „Femmila“ (50 km) am Holmenkollen. Es wird seit 1888 veranstaltet. Unterbrechungen gab es nur auf Grund des II. Weltkriegs, 1x auf Grund von Schneemangel und 2x durch Umbauten am Holmenkollen.

Abfahrtslaufrennen finden alljährlich im März am Olympiahang am Kvitfjell statt, ein City-Slalom hingegen im Dezember in Oslo.
Der Biathlon-Weltcup ist in Sjusjøen und Oslo zu Gast, ebenso die Kombinierer und die Langläufer. Skisprung-Veranstaltungen finden im Rahmen der Raw-Air-Tour in Trondheim, Lillehammer, Vikersund und Oslo statt.

Quellen: Snl, Biathlon, Thor Grotaas „Skimakerne“, Chronik des SkilaufensSondre Norheim, Morgedal (Zeit),

Meilensteine der Wintersportgeschichte

Norwegen (23): erster Ski- und erster Biathlonverein; erster Biathlonwettkampf (Trysil); Entwicklung von Wintersportarten: moderner Langlauf (Diagonalschritt und Skatingtechnik), Skispringen (Kongsberg-Technik), Nordische Kombination, Biathlon, Slalom, Freestyle (Stein Eriksen), Off-Pist-Skifahren; erste moderne Skibindung (Huitfeldt – Vorläufer der alpinen Bindungen; Rottefella – Langlauf); Stahlkantenski; taillierte Ski (Carvingski); Ski in Komposit-Bauweise (Verbundbauweise, Splitkein); Ski mit Vorspannung (1840er Jahre, Telemark); erste Skifabrik der Welt; erstes Patent auf Skiwachs (Østbye, 1913); erste offizielle 50 km Rennen (Holmenkollen, 1888); Nordische Kombination – Gundersen Messmethode; Weitenanzeige beim Skisprung im zweiten Durchgang („grüne / rote Linie“); erster Sprung auf 150 m (Lars Grini); erste Skischulen (Brüder Hemmestveit, ab 1880 in Oslo), Skischule des 1883 gegründeten Skiforeningen Oslo, weltweit erste Skischule für Kinder (1934, Tomm Murstad); alpine Techniken: Telemark und Kristiania-Bogen; 1883 – Entwicklung der Telemarklandung beim Skispringen durch Torju Torjussen; Export des Skifahrens nach Amerika und Australien durch Auswanderer aus der Telemark; Erwähnung von Eisspielen in Norwegen in der Edda (um 1100); älteste Darstellung eines Skistocks (4000 von. Chr., Felszeichnung)

Finnland (3): 1864 – drittältester Skiverein gegründet; alte Skifunde (5200 Jahre); Fund alter Schlittschuhkufen;
Erfindung des Doppelstockschubs im Langlauf; Paul Siitonen – Skaten mit einem Bein und erster Skiläufer, der lange Rennen in der Skatingtechnik zurücklegte; erster gestandener Sprung über 200 m (Toni Nieminen, 1994);

Schweden (6): 1879 wurde der erste schwedische Skiverein gegründet (einer der ältesten der Welt); alte Skifunde (5200 Jahre alt);
Wasalauf – ältester noch stattfindender Volkslauf; V-Flugtechnik beim Skispringen (Boklöv-Stil); älteste Erwähnung des Tretschlittens (spark); Bibbo Regel – Starten in umgekehrter Reihenfolge im zweiten Durchgang; erstes synthetisches Skiwachs (Swix); ältester Fund eines Skistocks (3623 von. Chr.)

Dänemark (2): Eine der ersten historischen Erwähnungen des Eislaufens (1134);
Farbzuordnung für Skiwachse (Lars Brandstrup); vermutlich erste Ski – Doku durch den Dänen Peter Elfelt (1906, Holmenkollen, Norwegen)

Deutschland (5): erster Skilift (1908, Schwarzwald); Hausleitner-Bindung – erste Tourenskibindung; erster reiner Skifilm der nicht als Doku gedacht war (1920); erste alpine Sicherheitsbindung – Vorläufer der heutigen Modelle (Hannes Marker aus berlin, 1952); Langlauf, Schuppenski (1970, Plenk); Erste Rollski – 1924 in Berlin);

Tschechien / Österreich (1): Mathias Zdarsky – Begründer einer moderneren alpinen Skilauftechnik und Entwickler einer ersten modernen alpinen Skibindung (Lilienfelder Stahlsohlenbindung)

Österreich (9): Erste Skifahrer um 1890 (Lilienfeld und Arlberg).
Rudolf Lettner aus Hallein – erstes Patent für Ski-Stahlkanten (1927); 1900 erfand der Österreicher Toni Lenhardt einen Vorläufer des Snowboards; Entwicklung der Arlberg-Technik durch Hannes Schneider (zwei Stöcke, statt einem, kleine, kurze Bögen und tiefe Hocke, 1910) -> Weiterentwicklung des Kristiania Schwungs und der Lilienfelder Skilauf-Technik von Mathias Zdarsky (beide mit großen Schwüngen und nur einem Stock); 1930er Jahre – Entwicklung des Parallelschwungs durch Anton Seelos; erste Sicherheitsbindung der klassischen Fersen-Toursenskibindung (Bildstein-Federstrammer-Bindung; Sepp Bildstein, 1925); erster Skisprung über 100 Meter durch Sepp Bradl (101 m; 1936); erster inoffizieller, weil nicht gestandener, Sprung über 200 m durch Andreas Goldberger (1994); Entwicklung des Abfahrtslaufes als technische Disziplin und Wettkampfsportart und erster Torlauf 1905 in Lilienfeld (Zdarsky); zweiter Skilift der Welt (1908) und erster, der mit einem Motor abgetrieben wurde; erster produzierter Rocker-Ski (2001, Volant Spatula)

Schweiz (9): Erste Ski-Experimente in der Schweiz mit ungleich langen Skiern durch den Davoser Arzt Dr. Alexander Spengler Anfang des 19. Jahrhunderts.
Beginn des kommerziellen Winter-Tourismus in St. Moritz und Davos; Skeleton – in St. Moritz und Davos; Ursprung des Skijörings / Skikjørings; Kandahar – Metallbindung; Klister Skiwachs; Ingenieur Reinhard Straumann – erste aerodynamischen Berechnungen, die die Grundlage des Skifliegens bildeten, 1927; erster Sessellift (Arosa); Erfindung des Bügellifts (erster 1934 in Betrieb) und des Sessellifts (beide durch Ernst Constam); erstes Fis Rennen und erster richtiger Slalom Wettkampf in Mürren; Andreas Däscher – Anlegen der Arme beim Skispringen (Däscher-Technik, 1950er Jahre);

Slowenien (2): erste Schanze, die Sprünge über 100 m zuließ (Planica, 1936); erster Sprung auf 250 m (Peter Prevc);

Frankreich (3): Salomon – Skibindung mit automatischer Auslösung (1960er Jahre), Weiterentwicklung der Marker-Bindung; Riesenslalom als Wettkampfsportart; 1. Olympische Winterspiele in Chamonix, 1924;

Russland (1): Bob / Rodeln (18. Jahrhundert)

England (4)erster Eisschnelllauf-Wettkampf 1763; Eiskunstlauf – erster Wettkampf 1814; Förderung des Skitourismus durch reisende wohlhabende Engländer im 19. Jahrhundert in Amerika und den Alpen; Entwicklung des Slaloms als Wettkampfsportart 1922 (Arnold Lunn); die Kandahar Abfahrt trägt ihren Namen nach dem englischen „Earl of Kandahar“ 

Schottland (1): Curling (ältester Stein aus dem Jahr 1511; erste Erwähnung 1541)

Niederlande: Eislaufen auf zugefrorenen Grachten ab dem 13/14 Jahrhundert und im 19. Jahrhundert; Curling im 16. Jahrhundert

USA (2): Entwicklung des modernen Snowboards mit moderner Bindung; Schneekanone

Kanada (1): Eishockey

Nordamerika (1): Hundeschlitten

Norwegeninfos:

Norwegen auf Amazon – Bücher, Bekleidung, Fahnen, Aufkleber.

Aktuelle Norwegen-Impressionen

Bilder meiner Reise nach Oslo im Mai 2018, anlässlich des norwegischen Nationalfeiertags. Die Reise fand in Zusammenarbeit mit dem Nordis-Magazin statt.

Buchtipps – Veröffentlichungen des Norwegen-Service

Martin Schmidt

Individualreiseführer:
Reisehandbuch NorwegenReisehandbuch Südnorwegen
City Trip Oslo, Bergen, Erfurt / Weimar

Bildband:
Thomas Härtrich & Martin Schmidt: Sehnsucht Norwegen

Sprachbücher:
Einstieg Norwegisch (Hueber Verlag)
Power Sprachtraining (Pons)
Oh, dieses Norwegisch (Conrad Stein Verlag)

Kleine Länderkunde

– 323.802 km² ist Norwegen groß, und damit etwas kleiner als Deutschland. Rechnet man jedoch den von Norwegen verwalteten arktischen Archipel Spitzbergen mit hinzu, sind es 384.824 km².

– Im Gegensatz zu Mitteleuropa ist Norwegen äußerst dünn besiedelt. Gerade einmal 5,2 Millionen Menschen sind im Lande der Wikinger und Elche zu Hause, 660.000 von ihnen wohnen in Oslo, 279.000 in der zweitgrößten Stadt Bergen.

– Norwegen streckt sich reichlich in die Länge. Ganze 1.572 km sind es vom Südzipfel, dem Kap Lindesnes, bis zum Nordkap. An seiner schmalsten Stelle misst das Land gerade einmal 6330 Meter.

– Die Landessprache ist Norwegisch, allerdings in zwei schriftlichen Varianten: bokmål und nynorsk. Dies macht sich auch beim Ländernamen bemerkbar. Heißt Norwegen auf bokmål „Norge“, so trägt das Königreich auf nynorsk die Bezeichnung „Noreg“.
Zweite Landessprache ist Samisch, wenngleich diese nicht alle erlernen müssen.

Bezahlt wird mit der norwegischen Krone.

Homepage-Tipps

– Auf dieser Seite kannst du im Norwegen-Shop Produkte aus und zum Thema Norwegen erwerben. Viel Spaß beim Stöbern.

Norsk ! – So heißt meine Zeitschrift für alle, die Norwegisch lernen.

Fun Facts

-> Der Lærdalstunnel ist mit 24,5 km der längste Straßentunnel der Welt. Er führt von Lærdal nach Aurland in Westnorwegen und besitzt drei große, beleuchtete Felshöhlen, in denen man auch anhalten kann.

-> Der Fjærlandstunnel ist der einzige Tunnel der Welt, der unter einem Gletscher entlang führt.

-> Der Eiksundtunnel führt 287 m unter dem Meer entlang und ist somit der tiefste Untersee-Straßentunnel der Welt. Zumindest noch. Tiefere Unterseetunnel sind in Norwegen bereits im Bau.

Vermischtes

Web-Cams aus Norwegen:

Kleine Web-Cam-Sammlung Norwegen

Große Web-Cam-Sammlung Norwegen.

An- und Weiterreise Norwegen

– Ausweis reicht
– Kinder: eigener Kinderreisepass
– Zollvorschriften beachten (speziell für Alkohol und Tabak)
– Einreise mit Tieren -> Link
– Währung: Norwegische Krone (Kurs ca. 1:9,5)
– Geld: Abheben an Geldautomaten vor Ort möglich
– Ca. 50 Euro schon vorab auf der Bank tauschen
– Tipp: Infoseite der Kgl. Norwegischen Botschaft

Anreise
-> Auto:
Über Dänemark (Fähren ab Hirtshals)
Über Schweden (Fähren ab Fähren ab Kiel, Puttgarten, Travemünde, Rostock)
Ab Deutschland (Fähre Kiel-Oslo)

-> Billigflieger:
Norwegian: ab Berlin, Hamburg, Köln, München, Wien nach Oslo. Ab Berlin auch nach Stavanger, Bergen und Trondheim.

Reisen in Norwegen

-> Geschwindigkeitsbegrenzung:
Innerorts: 50 km/h, Landstr.: 80 km/h, Autobahn: 100 km/h

-> Reisegeschwindigkeit:
Durchschnittl. 60-70 km/h, Tagespensum: max. 200 – 300 km

-> Maut:
Kosten pro Urlaub ca. 30-60 Euro/Auto. An den Mautstationen einfach durchfahren.
Zahlung: Rechnung wird zugesandt. (Außer Atlantiktunnel)

-> Fähren:
An Hauptstr.: mehrmals pro Stunde. An kleinen Nebenstr.: 1-5 x / Tag.
Kosten pro Urlaub: 20-120 Euro (je nach Region)

-> Typisch Norwegen:
22.700 Brücken, 952 Straßentunnel, 32 Unterseetunnel und tausende Kreisverkehre…