Das goldene Soria Moria Schloss, Trolle

Beitrag vom Donnerstag, 13. Dezember 2018

Norwegische Trolle

König Olav und der Riese

König Olaf von Norwegen wanderte – in Gedanken versunken – durch Berge und Täler. Er wollte gern eine Kirche bauen, die im ganzen Land ihresgleichen sucht, doch das wäre nur möglich, wenn er die Steuern im Land anheben würde. Während er traurig über dieses Problem nachsann, traf er einen seltsam aussehenden Mann, der ihn fragte, warum er so niedergeschlagen sei. Olaf erklärte ihm das Problem und der Riese (ein Troll war das!) bot ihm an, die Aufgabe in kurzer Zeit zu erledigen. Als Lohn forderte er entweder die Sonne und den Mond oder den Heiligen Olaf.
König Olaf ging die Abmachung ein, doch dann kamen ihm Zweifel, ob er richtig gehandelt habe. Die Kirche sollte so groß werden, dass sieben Priester gleichzeitig in ihr predigen konnten, ohne sich gegenseitig zu stören. Die Pfeiler und Verzierungen innen und außen waren aus hartem Stein und nicht aus Holz wie bei den Kirchen, die bisher gebaut worden waren.
Bald war die Kirche fertig, es fehlten nur noch das Dach und die Turmspitze. Tief besorgt wanderte Olaf wieder durch die Berge und Täler. Plötzlich hörte er aus dem Inneren eines Berges ein Kind schreien und dann hörte er eine Troll-Frau, die das Kind mit folgenden Worten beruhigte:
„Schlaf, leise schlaf.
Wind und Wetter
sind unser Zauber.
Morgen kommt dein Vater zurück.
Den Mond und die Sonne bringt er dir mit
oder den Heiligen Olaf von seinem Ritt.“
Olaf kehrte nach Hause zurück, voller Freude über das, was er gehört hatte. Er wusste nämlich, dass man einen bösen Zauber zerstören konnte, wenn man die Worte des Zauberspruchs kannte. Die Kirchturmspitze wurde gerade aufgesetzt. Olaf rief:
„Wind und Wetter!
Du hast die Turmspitze verbogen!“
Da fiel der Troll mit einem fürchterlichen Krachen von der Spitze des Turms und zersprang in hunderte Felsbrocken.

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