Warum sind norwegische Wolldecken und Kissen so beliebt?

Verfasst am 21.06.2019 | Abgelegt unter Kultur / Architektur / Design, Outdoor / Sport / Freizeit

Die norwegische Natur kann recht unerbittlich sein, mit kühlen Tagestemperaturen und frostigen Nächten. Doch gerade dies sind die besten Voraussetzungen für das nordische Lebensgefühl Hygge. Zu diesem gehört neben einer urigen norwegischen Holzhütte und einem prasselnden Kamin zweifelsfrei auch eine warme, mollige Decke. In diese eingekuschelt wird selbst windiges Wetter zum Genuss.

Røros – Kupferbergbau und raue Natur

Besonders kühle Wintertemperaturen herrschen im Osten des Landes. Vor allem die Bergbaustadt Røros ist von frostigen Werten betroffen. Schuld daran sind einerseits die Lage auf einer Wind und Wetter ausgesetzten Hochebene, andererseits der Bergbau.

Bauer Hans Olsen Aasen soll es gewesen sein, der an einem Tag im Jahr 1644 auf Jagd war. Als das von ihm angeschossene Rentier zu Boden ging, schabte dies mit dem Huf etwas Erde beiseite. Zum Vorschein kam ein glänzender Stein. Dieser stellte sich als Kupfer heraus, womit die Geschichte des Kupferbergbaus in Norwegens Osten begann.

Da zur Verhüttung des Metalls große Mengen Holzkohle notwendig waren, kam es zur Rodung des Waldes in der näheren Umgebung. Den Ostwinden wurde somit eine bessere Angriffsfläche geboten. Die Region konnte nun stärker auskühlen, was in winterlichen Werten von bis zu -50 Grad Celsius resultierte.

Hilfe für die Armen

Gegen die Kälte half warme Wollkleidung am besten, das wusste auch der Kupferwerksbesitzer Peder Hjort. Im 18. Jahrhundert vererbte dieser sein gesamtes Vermögen den Armen der Stadt Røros. Da das Geld sinnvoll angelegt und verwendet werden sollte entschied er, dass Wolle eingekauft wurde und die Armen daraus Kleidung nähen sollten. Diese durften die Bedürftigen selbst verwenden und verkaufen. Die Grundlage für die Textilproduktion in Røros war gelegt.

Røros Tweed

Die 1939 gegründete Firma Røros Tweed führt die Textilproduktion im Sinne Peder Hjorts fort. Noch immer wird in Heimarbeit und ausschließlich aus norwegischer Wolle gewebt. Dies macht die Produkte von Røros Tweed besonders hochwertig und besonders. Der verwendete Tweed-Stoff ist dabei besonders geeignet für raues, unerbittliches Klima. Entwickelt wurde dieser auf den Britischen Inseln, erfüllt aber genauso gut im Klima Norwegens und an kalten Tagen in Deutschland seinen Zweck.

Seit den 1980er Jahren setzt Røros Tweed verstärkt auf geschmackvolle Designware. Dabei werden Themen der nordischen Natur aufgegriffen. Es sind aber auch einfarbige, farblich zurückhaltende Decken erhältlich. Dem Hygge-Erlebnis in den eigenen vier Wänden oder in der hytte im Urlaub steht dank Røros Tweed also nichts mehr im Wege.

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