Das Kätzchen auf dem Dovrefjell

Verfasst am 19.12.2013 | Abgelegt unter Feste / Traditionen / Festivals, Norwegisch / Norsk, Weihnachten - Jul

Eine meiner Lieblingsweihnachtsgeschichten (übersetzt vom Norwegen-Service) aus Norwegen, und eine sehr alte noch dazu. Sie stammt aus der Zeit, als Norwegen noch zu Dänemark gehörte und wurde von den Brüdern Grimm Norwegens, Asbjørnsen und Moe, niedergeschrieben.
Die Geschichte könnt ihr auf Deutsch und Norwegisch lesen:

Das Kätzchen auf Dovre

Es war einmal ein Mann in der Finnmark, der hatte einen großen weißen Bären gefangen, den wollte er dem König von Dänemark bringen. Nun traf es sich so, dass er gerade am Weihnachtsabend zum Dovrefjeld kam, und da ging er in ein Haus, wo ein Mann namens Halvor wohnte, und den bat er um Nachtquartier für sich und seinen Bären. „Ach, Gott steh mir bei!“ sagte der Mann, „wie sollte ich wohl jemandem Nachtquartier geben können! Am Weihnachtsabend kommen hier immer so viele Trolle, dass ich mit den Meinen ausziehen muss und selber nicht einmal ein Dach über dem Kopf habe.“ – „Oh, ihr könnt mich deswegen doch beherbergen“, sagte der Mann, „denn mein Bär kann hier hinter dem Ofen liegen, und ich lege mich in den Bettverschlag.“ Halvor hatte nichts dagegen, zog aber selbst mit seinen Leuten aus, nachdem er zuvor gehörig für die Trolle hatte auftischen lassen: Die Tische waren besetzt mit Reisbrei, Stockfisch, Wurst und was sonst zu einem herrlichen Gastschmaus gehört.
Bald darauf kamen die Trolle; einige waren groß, andere klein, einige hatten lange Schwänze, andere waren ohne Schwanz, und einige hatten ungeheuer lange Nasen, und alle aßen und tranken und waren guter Dinge. Da erblickte einer von den jungen Trollen den Bären, der hinter dem Ofen lag, steckte ein Stückchen Wurst an die Gabel und hielt es dem Bären vor die Nase. „Kätzchen, magst du auch Wurst?“ sagte er. Da fuhr der Bär auf, fing fürchterlich an zu brummen und jagte sie alle, groß und klein, aus dem Hause.
Im Jahr darauf war Halvor eines Nachmittags so gegen Weihnachten im Walde und schlug Holz für das Fest; denn er erwartete wieder die Trolle. Da hörte er es plötzlich im Wald rufen: „Halvor! Halvor!“ – „Ja!“ sagte Halvor. „Hast du noch die große Katze?“ rief es. „Ja“, sagte Halvor, „jetzt hat sie sieben Junge bekommen, und die sind noch viel größer und böser als sie.“ – „Dann kommen wir niemals wieder zu dir!“ rief der Troll im Walde.
Und von der Zeit an haben die Trolle nie wieder den Weihnachtsbrei bei Halvor auf Dovre gegessen.

Das Märchen zum Anhören.

Kjetta på Dovre

Det var en gang en mann oppe i Finnmark, som hadde fanget en stor kvitbjørn; den skulle han gå til kongen av Danmark med. Så falt det så at han kom til Dovrefjell om julekvelden, og der gikk han inn i en stue hvor det bodde en mann som hette Halvor. Her ba han om han kunne få lånt hus til seg og kvitbjørnen sin.
„Å gud bære oss!“ sa mannen i stua; „vi kan nok ikke låne hus til noen nå, for hver eneste julekveld kommer det så fullt med troll her at vi må flytte ut og ikke har tak over hodet sjøl engang.“
„Å, du kan nok låne meg hus for det,“ sa mannen; „bjørnen min kan ligge under ovnen her, og jeg kan vel få ligge inne i koven.“
Ja, så lenge ba han da, at han fikk lov. Så flyttet folkene ut, og da var det laget til for trollene med dekkede bord, både med rømmegraut og lutefisk og pølse, og ellers alt det som godt var, liksom til et annet gildt gjestebud.
Rett som det var, så kom trollene. Noen var store, og noen var små, noen var langrumpet, og noen var rumpeløse, og noen hadde lange, lange neser, og de åt og de drakk og smakte på all ting.
Men så fikk en av trollungene se kvitbjørnen som lå under ovnen, og så tok han et stykke pølse og satte på en gaffel og stekte, gikk så bort og stakk det bort i nesa på kvitbjørnen, så han brente seg. „Kjette, vil du ha kurv?“ skrek han. Så fór kvitbjørnen opp og brummet og jaget ut alle i hop, både store og små.
Året etter var Halvor i skogen julekveldsettermiddagen og skulle hente ved til helgen, for han ventet trollene igjen.
Aller best han hugg, hørte han det ropte borti skogen: „Halvor! Halvor!“
„Ja,“ sa Halvor.
„Har du den store kjetta di ennå du?“
„Ja hun ligger hjemme under ovnen,“ sa Halvor, „og nå har hun ynglet og fått sju unger, og de er mye større og sintere enn hun er sjøl.“
„Så kommer vi aldri til deg mere da!“ ropte trollet borte i skogen; og siden den tid har trollene heller ikke ett julegraut hos Halvor på Dovre.

Norwegeninfos:

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Aktuelle Norwegen-Impressionen

Bilder meiner Reise nach Oslo im Mai 2018, anlässlich des norwegischen Nationalfeiertags. Die Reise fand in Zusammenarbeit mit dem Nordis-Magazin statt.

Buchtipps – Veröffentlichungen des Norwegen-Service

Martin Schmidt

Individualreiseführer:
Reisehandbuch NorwegenReisehandbuch Südnorwegen
City Trip Oslo, Bergen, Erfurt / Weimar

Bildband:
Thomas Härtrich & Martin Schmidt: Sehnsucht Norwegen

Sprachbücher:
Einstieg Norwegisch (Hueber Verlag)
Power Sprachtraining (Pons)
Oh, dieses Norwegisch (Conrad Stein Verlag)

Kleine Länderkunde

– 323.802 km² ist Norwegen groß, und damit etwas kleiner als Deutschland. Rechnet man jedoch den von Norwegen verwalteten arktischen Archipel Spitzbergen mit hinzu, sind es 384.824 km².

– Im Gegensatz zu Mitteleuropa ist Norwegen äußerst dünn besiedelt. Gerade einmal 5,2 Millionen Menschen sind im Lande der Wikinger und Elche zu Hause, 660.000 von ihnen wohnen in Oslo, 279.000 in der zweitgrößten Stadt Bergen.

– Norwegen streckt sich reichlich in die Länge. Ganze 1.572 km sind es vom Südzipfel, dem Kap Lindesnes, bis zum Nordkap. An seiner schmalsten Stelle misst das Land gerade einmal 6330 Meter.

– Die Landessprache ist Norwegisch, allerdings in zwei schriftlichen Varianten: bokmål und nynorsk. Dies macht sich auch beim Ländernamen bemerkbar. Heißt Norwegen auf bokmål „Norge“, so trägt das Königreich auf nynorsk die Bezeichnung „Noreg“.
Zweite Landessprache ist Samisch, wenngleich diese nicht alle erlernen müssen.

Bezahlt wird mit der norwegischen Krone.

Homepage-Tipps

– Auf dieser Seite kannst du im Norwegen-Shop Produkte aus und zum Thema Norwegen erwerben. Viel Spaß beim Stöbern.

Norsk ! – So heißt meine Zeitschrift für alle, die Norwegisch lernen.

Fun Facts

-> Der Lærdalstunnel ist mit 24,5 km der längste Straßentunnel der Welt. Er führt von Lærdal nach Aurland in Westnorwegen und besitzt drei große, beleuchtete Felshöhlen, in denen man auch anhalten kann.

-> Der Fjærlandstunnel ist der einzige Tunnel der Welt, der unter einem Gletscher entlang führt.

-> Der Eiksundtunnel führt 287 m unter dem Meer entlang und ist somit der tiefste Untersee-Straßentunnel der Welt. Zumindest noch. Tiefere Unterseetunnel sind in Norwegen bereits im Bau.

Vermischtes

Web-Cams aus Norwegen:

Kleine Web-Cam-Sammlung Norwegen

Große Web-Cam-Sammlung Norwegen.

An- und Weiterreise Norwegen

– Ausweis reicht
– Kinder: eigener Kinderreisepass
– Zollvorschriften beachten (speziell für Alkohol und Tabak)
– Einreise mit Tieren -> Link
– Währung: Norwegische Krone (Kurs ca. 1:9,5)
– Geld: Abheben an Geldautomaten vor Ort möglich
– Ca. 50 Euro schon vorab auf der Bank tauschen
– Tipp: Infoseite der Kgl. Norwegischen Botschaft

Anreise
-> Auto:
Über Dänemark (Fähren ab Hirtshals)
Über Schweden (Fähren ab Fähren ab Kiel, Puttgarten, Travemünde, Rostock)
Ab Deutschland (Fähre Kiel-Oslo)

-> Billigflieger:
Norwegian: ab Berlin, Hamburg, Köln, München, Wien nach Oslo. Ab Berlin auch nach Stavanger, Bergen und Trondheim.

Reisen in Norwegen

-> Geschwindigkeitsbegrenzung:
Innerorts: 50 km/h, Landstr.: 80 km/h, Autobahn: 100 km/h

-> Reisegeschwindigkeit:
Durchschnittl. 60-70 km/h, Tagespensum: max. 200 – 300 km

-> Maut:
Kosten pro Urlaub ca. 30-60 Euro/Auto. An den Mautstationen einfach durchfahren.
Zahlung: Rechnung wird zugesandt. (Außer Atlantiktunnel)

-> Fähren:
An Hauptstr.: mehrmals pro Stunde. An kleinen Nebenstr.: 1-5 x / Tag.
Kosten pro Urlaub: 20-120 Euro (je nach Region)

-> Typisch Norwegen:
22.700 Brücken, 952 Straßentunnel, 32 Unterseetunnel und tausende Kreisverkehre…