Johan Daniel Berlin

Beitrag vom Sonntag, 21. Juni 2015

Johan Daniel Berlin – Ein deutsch-norwegisches Multitalent

Johan Daniel Berlin NotenDer heutige Beitrag handelt von einem Mann, über den nur wenig bekannt ist, der aber ein offensichtlich sehr reger, erfinderischer Geist war: Johan Daniel Berlin (1714 – 1787).
Sein Name legt es nahe, dass er ursprünglich nicht in Norwegen geboren wurde, sondern vielmehr in Memel, dem heutigen Klaipeda.
Nachdem er sieben Jahre lang beim Kopenhagener Stadtmusikanten Andreas Berg in die Lehre ging, verschlug es ihn 1737 nach Norwegen, wo er den Rest seines Lebens, also 50 Jahre, verbrachte.

Berlin war ein sehr umtriebiger Mensch. Zwischen 1737 und 1767 wirkte er zunächst als Stadtmusikant und ab 1740 auch als Domorganist in Trondheim. Er gab Konzerte, verfasste das erste musikalische Lehrbuch in dänischer Sprache (1744) und komponierte; Sinfonien, Violinkonzerte und Orgelwerke.
Doch damit nicht genug. Er entwickelte eigene Musikinstrumente („Viola da Gamba Claveer“) und Instrumente zum Messen von Intervallen. Er zeichnete Landkarten, war Architekt, Leiter der örtlichen Feuerwehr und Inspektor der Wasserwerke. Zudem interessierte er sich für Astronomie und Meteorologie und war Mitinitiator der Gelehrtengesellschaft Det Kongelige Norske Videnskapers Selskap. Auch entwickelte er Spritzen zur Brandbekämpfung und Maschinen zur Herstellung von Musikinstrumenten.

Leider sind nur wenige Dokumente Johan Daniel Berlins, und seines nicht weniger talentierten Sohnes Johan Heinrich, erhalten. Das Blatt oben zeigt einen Ausschnitt einer seiner Kompositionen, das CD-Cover rechts eine seiner Erfindungen.
Nachhören kann man heutzutage noch drei Sinfonien für Orchester (alle in D-Dur), ein Violinkonzert in A-Dur, diverse Stücke für Cembalo und eine Sonatine in d-Moll. Zudem werden ab und zu noch einige seiner Kartenwerke zum Verkauf angeboten.

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