Der Weg in die Unabhängigkeit Norwegens

Verfasst am 26.10.2018 | Abgelegt unter Geschichte & Ortsgeschichten, Gesellschaft / Leben in Norwegen

Nachdem Norwegen als Folge der Napoleonischen Kriege von Dänemark an Schweden fiel, schaffte es das Land durch die Verabschiedung eines eigenen Grundgesetzes am 17. Mai 1814 eine relative innenpolitische Unabhängigkeit zu erlangen. Außenpolitisch wurde Norwegen jedoch weiter durch Schweden in Person des schwedischen Königs vertreten. Aufkommende nationalistische Strömungen führten sukzessive zur Verschlechterung des Verhältnisses beider Länder. Es wurden Befürchtungen laut, die norwegischen Forderungen nach einem allgemeinen Stimmrecht, dem Parlamentarismus, einer eigenen Flagge und einer Begrenzung der königlichen Macht könnten auch in der schwedischen Bevölkerung Gehör finden. Der Konflikt gipfelte darin, dass Norwegens Regionalregierung unter Leitung des konservativen Reeders Christian Michelsen (1857-1925) die Einrichtung eigener konsularischer Vertretungen im Ausland beschloss, unter anderem, da mit der Bodøer Schmuggleraffäre seit Jahrzehnten längst bewiesen war, dass sich Schweden nur wenig um die außenpolitischen Belange Norwegens kümmerte. Das neue Konsular-Gesetz wurde, wie erwartet, von König Oscar II. zurückgewiesen. Mit der Begründung, dass dies im Widerspruch zum Grundgesetz stehe, erklärte die norwegische Regierung ihren sofortigen Rücktritt. Es war nun eine Pflicht des Königs, eine neue Regierung zu bilden. Da er auf massiven Widerstand stieß, misslang dies jedoch. Am 7. Juni 1905 wertete dies das norwegische Parlament, Storting, als Ohnmachtserklärung und faktische Abdankung des Königs und erklärte die Union für aufgelöst.
Der Oscar II. seinerseits lehnte diese Erklärung wiederum ab und forderte eine Volksabstimmung ein. Diese besiegelte mit 368.392 Ja- und nur 184 Nein-Stimmen die Unabhängigkeit, die im Vertrag von Kalstad besiegelt und letzten Endes am 26. Oktober 1905 auch von schwedischer Seite vollzogen wurde. Einer der maßgeblichen Architekten der Unabhängigkeit, Christian Michelsen, wurde daraufhin zum ersten Ministerpräsidenten Norwegens gewählt. In einer weiteren Volksabstimmung erklärten die Norweger mehrheitlich, der dänische Prinz Carl solle den vakanten norwegischen Thron übernehmen und legten somit die Grundlage für die heutige parlamentarische Monarchie.
Michelsen erhielt am 25. November 1905 Großkreuz des Sankt-Olavs-Ordens, für besondere nationale Verdienste. Da sich Michelsen Zeit seines Lebens für unabhängige, freie Forschung einsetze, wurde 1930 das Chr. Michelsens Institut für Rechts- und Entwicklungsfragen gegründet.

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